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Öko-Partei Grüne haben so viele Mitglieder wie nie zuvor

In der ersten Jahreshälfte schließen sich der Öko-Partei knapp 10.000 neue Mitglieder an. Im Gegensatz zur SPD können auch die FDP und CSU leicht zulegen.

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Die Grünen-Vorsitzenden Annalena Baerbock (links) und Robert Habeck treffen mit ihrer Umwelt-Politik den passenden Zeitgeist. Quelle: dpa

Berlin Die Zahl der Grünen-Mitglieder ist auf ein Rekordhoch von 85.000 gestiegen. In der ersten Jahreshälfte ist die Partei damit bereits um 10.000 Mitglieder gewachsen - so viel wie im gesamten letzten Jahr, wie der Politische Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, der Deutschen Presse-Agentur sagte. Ende 2017 zählten die Grünen noch 65.000 Mitglieder.

„Das ist ein sensationelles Wachstum“, sagte Kellner. „Wir haben Zuspruch in allen Teilen Deutschlands, vor allem auch in Sachsen und Brandenburg. Das gibt uns Kraft und Energie, auch für den Wahlkampf.“ In den beiden Ländern wird am 1. September der Landtag neu gewählt.

Zuwächse konnte auch die FDP verzeichnen, allerdings in einer viel kleineren Größenordnung: Die Mitgliederzahl stieg im ersten Halbjahr nach Parteiangaben von 63.500 auf knapp 64.900. Aber nicht nur die FDP hat mittlerweile deutlich weniger Mitglieder als die Grünen. Dasselbe gilt auch für die Linke: Ende 2018 waren rund 62.000 Menschen in der Partei, Ende März hatte die Linke dann nach eigenen Angaben nur noch gut 61.500 Mitglieder. Aktuellere Zahlen liegen der Parteiführung noch nicht vor. Die AfD beantwortete eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nach ihren Mitgliederzahlen nicht.

Im Vergleich zu SPD, CDU und CSU bleiben die Grünen aber weiterhin eine kleine Partei. Die SPD verzeichnete Ende Juni gut 426.000 Mitglieder - 11.400 weniger als zum Jahresbeginn. Die CDU hatte Anfang des Jahres etwa 415.000 Mitglieder - zu aktuellen Zahlen äußerte sich die Partei auf Nachfrage nicht. Die CSU konnte sich im ersten Halbjahr um rund 1.600 auf rund 140.000 Mitglieder verbessern.

In den Umfragen sind die Kräfteverhältnisse anders: Im jüngsten ARD-„Deutschlandtrend“ liegen die Grünen mit 26 Prozent weiter knapp vor der Union. CDU und CSU kommen zusammen auf 25 Prozent, die SPD auf 13 Prozent. Im Bundestag stellen die Grünen die kleinste der sechs Fraktionen, bei der Wahl 2017 hatten sie 8,9 Prozent geholt.

Dass die Grünen so viel Zulauf haben, könnte auch mit ihren Kernthemen Umwelt- und Klimaschutz zu tun haben. Denn die Angst vor der Erderhitzung treibt viele Menschen um. Laut „Deutschlandtrend“ sind 69 Prozent der Deutschen der Meinung, die Bundesregierung aus Union und SPD tue zu wenig für den Klimaschutz. 92 Prozent der Befragten befürworten den Ausbau erneuerbarer Energien, zwei Drittel (68 Prozent) fänden höhere Preise für Flugreisen durch die Einführung einer Steuer auf Kerosin sinnvoll.

Mehr: In Bremen könnten die Grünen in eine rot-rot-grüne Regierung treten. Dieser Mann könnte dann Oberbürgermeister werden.

 

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