WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Omikron Wie gefährlich ist die neue Coronavirus-Variante?

Wie gefährlich ist Omikron-Variante? Quelle: dpa

Die Infektionszahlen in Deutschland steigen von Rekordhoch zu Rekordhoch. Gleichzeitig warnt die WHO vor einer neuen Corona-Variante, die sich zunehmend ausbreitet. Alles Wissenswerte im Überblick.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:

Eine neue Variante des Coronavirus wurde in Südafrika und Botswana identifiziert und hat dort für einen steilen Anstieg der Inzidenzen gesorgt. Die Variante B.1.1.529 erhielt den Namen Omikron und wurde von der Weltgesundheitsorganisation zuletzt als besorgniserregend eingestuft. Regierungen auf der ganzen Welt haben inzwischen Einreiseverbote für Reisende aus Südafrika und benachbarten Ländern verhängt aus Furcht, dass Omikron den Impfschutz unterlaufen und zu einer neuen Welle von Erkrankungen führen könnt. Dadurch würde die Öffnung der Wirtschaft erschwert.

Wie gefährlich ist Omikron-Variante? Risiko, Symptome und Verbreitung im Überblick
Was ist das Besondere an der Omikron-Variante?

Die Omikron-Variante von SARS-CoV-2 zeichnet sich nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten durch etwa 30 Veränderungen, drei kleine Deletionen und eine kleine Insertion im Spike-Protein aus. Die Hälfte der Veränderungen befindet sich in der Rezeptorbindungsdomäne - dem Teil des Spike-Proteins, der zur Bindung an das Enzym ACE-2 dient, auf das das Coronavirus abzielt, um in Zellen einzudringen und eine Infektion zu verursachen. Mutationen in diesem Bereich können dazu führen, dass das Spike-Protein von den Antikörpern, die als Reaktion auf eine Impfung oder eine natürliche Infektion gebildet werden, weniger gut erkannt wird. 

Omikron ist die am stärksten abweichende Variante, die bisher in großer Zahl entdeckt wurde, und gibt Anlass zur Sorge, dass sie zu einer größeren Übertragbarkeit, einer erheblichen Verringerung der Wirksamkeit des Impfstoffs und einem erhöhten Risiko von Reinfektionen führen könnte, so das ECDC. Aber die Forscher sind sich aktuell noch nicht sicher.

Woher kommt die Omikron-Variante und wann wurde sie erstmals gemeldet?

Die Krankheit wurde der WHO erstmals am 24. November aus Südafrika gemeldet, wobei die erste bekannte bestätigte Infektion nach Angaben der Organisation aus einer am 9. November 2021 entnommenen Probe stammte. Nach Angaben des ECDC wurde die Krankheit am 11. November auch in Botswana entdeckt. Ein Wissenschaftler des UCL Genetics Institute in London sagte, dass es sich wahrscheinlich während einer chronischen Infektion einer immungeschwächten Person entwickelt hat, möglicherweise einem unbehandelten HIV/Aids-Patienten. In Südafrika leben mit 8,2 Millionen Menschen die meisten HIV-Infizierten der Welt. Die Beta-Variante, eine im vergangenen Jahr in Südafrika entdeckte Mutation, könnte ebenfalls von einer HIV-infizierten Person stammen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Ist die Omikron-Variante bereits in Deutschland nachgewiesen worden?

    Ja. Am 27. November 2021 sind in Deutschland die ersten beiden Omikron-Fälle bekanntgeworden. Es handelt sich um zwei Personen, die noch vor der Ausweisung Südafrikas als Virusvariantengebiet über den Flughafen München am 24. November nach Deutschland einreisten, teilte das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege mit.

    Wie verbreitet ist die Omikron-Variante?

    Erste PCR-Testergebnisse zeigen, dass 90 Prozent der 1.100 neuen Fälle, die am Mittwoch in der südafrikanischen Provinz um Johannesburg gemeldet wurden, durch die neue Variante verursacht wurden, so Tulio de Oliveira, ein Professor für Bioinformatik, der an zwei südafrikanischen Universitäten Einrichtungen für Gensequenzierung leitet. Der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa sagte am 28. November, dass die durchschnittliche Zahl der täglichen Fälle in seinem Land von 500 in der Vorwoche und 275 in der Woche davor auf etwa 1.600 angestiegen sei. Der Anteil der Covid-Tests, die positiv ausfielen, stieg in weniger als einer Woche von etwa zwei Prozent auf neun Prozent. 

    In Hongkong wurde bei einem Reisenden aus Südafrika während seiner Hotelquarantäne die Variante nachgewiesen; dabei scheint sich eine weitere Person im Hotelzimmer gegenüber angesteckt zu haben. Israel hat einen Fall bei einem Reisenden aus Malawi identifiziert. Insgesamt wurde die Variante in mindestens 14 Ländern diagnostiziert, darunter auch Deutschland und Österreich.



    Welche Maßnahmen haben Regierungen zum Eindämmen der neuen Coronavariante getroffen?

    Großbritannien, wo bereits drei Omikron-Fälle diagnostiziert wurden, verhängte ein vorübergehendes Flugverbot für Südafrika und mehrere andere Länder, ähnliche Einschränkungen verhängte Israel. Australien, Indien und Singapur beschränken die Einreise für Reisende, die aus dem südlichen Afrika ankommen. Die EU-Kommission schlug eine Notbremse für Flüge aus Südafrika vor, Deutschland erklärte das Land zum Virusvariantengebiet. Israel untersagt Ausländern die Einreise für 14 Tage. Südafrikas Gesundheitsminister Joe Phaahla bezeichnete die neuen Einreiseverbote, die insbesondere von der EU verhängt wurden, als „ungerechtfertigt”. Die Regierungen rufen außerdem zu zusätzlichen Corona-Impfungen auf, um die Immunität zu stärken.

    Wie gefährlich ist die Omikron-Variante und unterscheiden sich die Symptome?

    Diese Frage ist aktuell nur schwer zu beantworten. Es gibt noch keine Informationen, die darauf hindeuten, dass sich die mit Omikron verbundenen Symptome von denen anderer Corona-Varianten unterscheiden, sagte die WHO am 28. November. Dass die Variante „schneller entdeckt wurde als frühere Infektionswellen, deutet darauf hin, dass sie einen Wachstumsvorteil haben könnte”. Die steigende Zahl der Krankenhausaufenthalte in Südafrika könnte eher auf die steigende Gesamtzahl der Infizierten als auf eine spezifische Infektion mit Omikron zurückzuführen sein, so die WHO weiter. 

    In einer Situation, in der die hochübertragbare Delta-Variante in Europa wieder zunimmt, würde das Auftauchen und die Verbreitung von Omikron ein „sehr hohes” Risiko darstellen, so das ECDC. Moderna Inc. Chief Medical Officer Paul Burton, sagte am 28. November, er vermute, dass Omikron sich den aktuellen Impfstoffen entziehen könnte. Sollte dies der Fall sein, könnte Anfang 2022 ein neu formulierter Impfstoff verfügbar sein. Steroide und ein Medikament, das als IL6-Rezeptorblocker bekannt ist, sind nach Angaben der WHO weiterhin wirksam für die Behandlung von Patienten mit schwerem Covid. Andere Behandlungen werden daraufhin geprüft, ob sie noch genauso wirksam sind. Dazu gehören Pillen, die von Merck & Co. und Pfizer Inc. entwickelt werden.

    Mit Material von Bloomberg

    © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%