Oskar Lafontaine Rot-Rot als Option

In Berlin bereiten sich die Fraktionen auf die Sondierungsgespräche vor. Wahrscheinlichstes Ergebnis wird eine Koalition aus CDU/ CSU, Grünen und FDP sein. Linken-Gründer Oskar Lafontaine schlägt eine Alternative vor.

Könnte sich eine Regierungskoalition aus SPD und Linken vorstellen: Der frühere Sozialdemokrat Oskar Lafontaine. Quelle: dpa

BerlinLinkspartei-Gründer Oskar Lafontaine macht sich nach jahrelangem Kampf gegen die SPD nun für die Bildung eines rot-roten Bündnisses im Bund stark. „Das müssen jetzt die in Angriff nehmen, die bei SPD und Linkspartei die Verantwortung tragen, um den weiteren Niedergang der politischen Linken zu verhindern“, sagte Lafontaine der „Passauer Neuen Presse“ (Freitag). Der Linken-Fraktionschef im saarländischen Landtag warnte davor, dass sich SPD und Linkspartei im neuen Bundestag weiter bekämpfen: „Das wäre jetzt die falsche Antwort. In ganz Europa ist zu beobachten, dass eine Zersplitterung nicht weiterhilft“, sagte der frühere SPD-Chef.

Lafontaine bekräftigte seine Kritik am Linken-Führungsduo Katja Kipping und Bernd Riexinger in der Flüchtlingspolitik. Beide verträten die Forderung, „alle, die nach Deutschland kommen wollen, aufzunehmen.“ Das sei „völlig unrealistisch“.

Der Präsident der Europäischen Linken, Gregor Gysi, widersprach Lafontaine. „Wenn man mehr soziale Gerechtigkeit will, darf man nicht gegen andere Arme, sondern muss man gegen ungerechtfertigten Reichtum kämpfen“, schrieb der ehemalige Fraktionschef im Bundestag in einem Beitrag für die linke Tageszeitung „Neues Deutschland“ (Freitag/Onlineausgabe). Würde die Partei in dieser Frage ihre Politik grundsätzlich wechseln, verlöre sie viele Wähler, gewönne aber nur wenige hinzu. Ein Kurswechsel würde „auch unser Ende als linke Partei“ bedeuten, warnte Gysi.

Lafontaine und Gysi hoben 2005 die heutige Linkspartei mit aus der Taufe. Die Partei ging aus einem Zusammenschluss der Linskpartei.PDS und der Wahlalternative Soziale Gerechtigkeit (WASG) hervor.

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