Pannen-Airport BER Jeder machte, was er wollte

Der neue Hauptstadtflughafen hat erneut Probleme: Das Dach könnte einstürzen. Das Fiasko ist ein Ausläufer der Fehler aus der Anfangszeit.

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Wer meinte, bald sei nun wirklich mal der Tiefpunkt erreicht, hat sich getäuscht. Am Flughafen BER droht nun das Terminal-Dach einzustürzen. Das haben Statiker festgestellt. Die Lasten, die an das Hallendach montiert sind, sind zu schwer. Probleme gibt es offenbar an drei Deckenfeldern: Dort hängen seit 2012 Rauchgasventilatoren, die 4000 Kilo wiegen - erlaubt seien 2000 Kilo, schreibt der „Tagesspiegel“. Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) ließ deshalb Bereiche des Flughafens sperren – „rein vorsorglich“, versteht sich.

Wie es zu all den Defiziten auf Deutschlands peinlichster Baustelle kommen konnte, dürfte bald Wirtschaftshistoriker jahrelang beschäftigen. Klar ist: Es wurde geplant und gebaut. Doch jeder machte im Prinzip, was er wollte.

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Die Ausläufer der Fehler aus der Anfangszeit zeigen sich nun heute. Eigentlich sollte der Flughafen von einem Generalplaner gebaut werden, der alle Zügel in der Hand hält und die Risiken auf die eigene Kappe nimmt. Doch als 2007 vier gleich lautende Angebote für den Bau des BER auf dem Tisch lagen, witterten Bund und Länder Preisabsprachen. Zudem schien der Preis zu hoch. Man trennte den Bau des Flughafen in fünf Lose, aus denen dann später 50 Lose erfolgten.

Das Ergebnis war dann „skurril“, wie ein Insider berichtet. So wurde etwa die Steuerung der Frischluft einerseits und die Steuerung der Entrauchungsanlage andererseits von unterschiedlichen Unternehmen entwickelt. Eines der Unternehmen plante analog, der andere digital. Beides ließ sich dann schwer miteinander kombinieren.

In dieser unübersichtlichen Gemengelage kam hinzu, dass ein Planer mit Gesamtüberblick fehlte. 2012 entließ die Flughafengesellschaft den Generalplaner PG BBI. Den Schritt bezeichnet der jetzige Flughafenchef Karsten Mühlenfeld als Fehler.

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Die Vorgänge aus der Vergangenheit dürften auch die statischen Probleme mit verursacht haben. Zulieferer haben möglicherweise Geräte für die Entrauchungsanlage geliefert, die den Anforderungen nicht entsprachen. Oder ihnen wurden schlichtweg falsche Daten mitgeteilt. Es scheint jedenfalls nahe zu liegen, dass nur ungenügendes oder gar kein Controlling stattgefunden hat. So rissen die Zulieferer bewusst oder unbewusst statische Grenzwerte.

Das Management am BER beschäftigt sich heute mit dem Thema. Auf den Eröffnungszeitpunkt in 2017 sollen die Probleme übrigens keine Auswirkungen haben, heißt es offiziell. Doch es wäre nicht das erste Mal, dass Ankündigungen zum Eröffnungstermin nicht gehalten wurden.

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