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Papier aus dem Wirtschaftsministerium Experten bezweifeln Blackout durch Kohleverzicht

Ein Ausstieg aus der Kohleverstromung bedeutet nicht, dass in Deutschland die Lichter ausgehen, heißt es in einem Papier aus dem Wirtschaftsministerium. Das Ministerium selbst distanziert sich aber von dem Papier.

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Netzbetreiber wie Amprion warnen vor Blackouts, wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet. Quelle: dpa

Berlin Die Stilllegung einer größeren Zahl von Kohlekraftwerken birgt nach Einschätzung von Experten des Wirtschaftsministerium und der Netzagentur keine Blackout-Gefahr. Einem Papier aus dem Wirtschaftsministerium zufolge könnte das Aus für die deutsche Versorgungssicherheit sogar gut sein, heißt es in dem Dokument. Ein Großteil der Meiler habe eine belastende Wirkung auf das Stromnetz, heißt es dort. Das SPD-geführte Wirtschaftsministerium erklärte, es distanziere sich von dem Papier, das nicht mit der Hausleitung abgestimmt sei. Die Bundesnetzagentur hingegen nannte Aussagen des Dokuments zwar politisch zugespitzt. Ein Abschalten von sieben Gigawatt (GW) Kohleleistung in bestimmten Regionen bis 2023 führe aber nicht zu einer Gefährdung der Versorgungssicherheit. Sieben GW entsprechen der Leistung von 14 größeren Kohleblöcken.

Deutschland produziere einen zu großen Strom-Überschuss, der zu erheblichen Teilen in den Export fließe, heißt es in dem Papier aus dem Wirtschaftsministerium. Daher könnte eine Stilllegung von sieben Gigawatt (GW) Leistung nicht nur verkraftet werden: „Der deutsche Kraftwerkspark wäre also auch nach Stilllegung von 7 GW Kohlekraftwerken wettbewerbsfähig.“

Eine Gefahr für die Versorgungssicherheit ist in den Jamaika-Verhandlungen vor allem von der FDP immer wieder angeführt worden. Diese müsse bei der Abschaltung von Kohlekraft für den Klimaschutz berücksichtigt werden. An den Gesprächen hatte auf der Seite der Grünen auch Energie-Staatssekretär Rainer Baake aus dem Wirtschaftsministerium teilgenommen.

In dem Papier heißt es, auch ein Gutachten habe ergeben, dass auf sieben GW verzichtet werden könne. Man könne auch ein Aus von acht bis zehn GW für die Versorgungssicherheit prüfen lassen. Dies ist die Forderung der Grünen in den Koalitionsgesprächen mit Union und FDP. Dies sei nötig, um die Klimaziele für 2020 einzuhalten. Deutschland will dann 40 Prozent weniger CO2 ausstoßen als 1990.

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