Parteien Die Berliner Piraten
15 Piraten ziehen ins Berliner Abgeordnetenhaus ein. Wir stellen die neuen Volksvertreter vor.
Andreas Baum
Der Spitzenkandidat der Piraten scheut direkte Kontakte nicht, in seinem Twitter-Profil findet sich für jeden zugänglich seine Telefonnummer, auch seinen Kalender mit Wahlterminen stellte Baum ins Netz. Der Industrieelektroniker hatte mit einem Freund eine Softwarefirma gegründet, die Fußballszenen animierte. Das Unternehmen hat der 33-jährige verkauft und bei seinem jetzigen Arbeitgeber erst einmal Sonderurlaub beantragt.
"Grundsätzlich fühle ich mich vielen Idealen des Liberalismus verpflichtet. An einigen Stellen zeigt sich jedoch auch, dass die bedingungslose Freiheit des einzelnen, zu Lasten der Gemeinschaft geht", sagt Baum zu seinen politischen Grundüberzeugungen.
Spitzenkandidat ist Baum nur durch Glück geworden, nachdem es in der Stichwahl 42 zu 42 stand, gewann er eine Auslosung gegen…
Bild: Piratenpartei
Philipp Magalaski
Der Pädagoge ist einer der Pressesprecher bei den Berliner Piraten. Magalski hat Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen studiert, 2003 war er Mitglied der Grünen: "Ich war von ihren Strukturen aber nicht zu begeistern und fühlte mich wenig bis gar nicht eingeladen, mitzustreiten". Nach der Einführung von Studiengebühren in NRW durch die rot-grüne Regierung im Jahr 2005 trat er wieder aus.
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Pavel Mayer
Der Informatiker gehört zu den älteren Piraten, die nun in das Berliner Abgeordnetenhaus einziehen. Mayer wurde 1965 geboren und entwickelt seit 1980 Soft- und Hardware. Er war einer der Mitgründer der Datango AG, die in der New Economy für Furore sorgte. Zudem ist Mayer seit langem für das Unternehmen Art + Com tätig, von 2008 – 2009 als Geschäftsführer, derzeit als Mitglied der Geschäftsleitung.
"Vor über zwanzig Jahren war ich Mitglied der SPD in NRW, habe mich aber nach sehr kurzer Zeit zurückgezogen, da ein konstruktives Mitwirken selbst bei der innerparteilichen "politischen Willensbildung" praktisch unmöglich war und das politische Denken in der Partei stark von festgefügten Ideologien geprägt war“, sagt Mayer. Bei den Piraten sei er Mitglied geworden, "weil ich endgültig das Vertrauen verloren habe, dass auch nur eine der etablierten Parteien zu zeitgemässem politischen Handeln in der Lage ist".
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Martin Delius
Der 27-jährige Student ist Administrator der Liquid Feedback Plattform der Piratenpartei Deutschland. Mit der Software will die Partei die Möglichkeiten der innerparteilichen Mitbestimmung radikal erweitern, in Berlin wurde beispielsweise das Wahlprogramm mit Liquid Feedback erarbeitet.
Im Abgeordnetenhaus will sich Delius um die Themen Hochschulpolitik und Schule kümmern und sich für mehr Bürgerbeteiligung durch eine Wahlrechtsreform einsetzen.
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Oliver Höfinghoff
Auch Höfinghoff ist Student. "Ich bezeichne mich gern als Keynesianer", sagt der BWLer. Er hat bereits eine Ausbildung zum Industriekaufmann absolviert und war als Zeitsoldat in Unna und Berlin stationiert.
"In meinen Kernbereichen Wirtschaft und Stadtentwicklung möchte ich für alle nachvollziehbare Parlamentsentscheidungen erwirken", sagt Höfinghoff, "ich will also gerade im Bereich Wirtschaft Seilschaften intransparenter Wirtschaftsgruppen auflösen."
Ursprünglich hatte er im Prenzlauer Berg kandidiert, wechselte dann jedoch nach Friedrichshain, um dort gegen die Gentrifizierung, also die Aufwertung des Bezirkes und Verdrängung alteingesessener Mieter, zu engagieren: "Da es im Friedrichshain noch die Möglichkeit gibt, etwas gegen diese Entwicklung zu tun, werde ich meine Energie dorthin investieren, in der Hoffnung, einen zweiten Prenzlauer Berg zu verhindern."
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Simon Weiß
Simon Weiß ist Diplom-Mathematiker und promoviert derzeit. In seiner Selbstbeschreibung nimmt er das naheliegende Nerdklischee ironisch: "26 Jahre alt, Nerd (aber das mit der Sozialkompetenz hole ich ganz gut nach) - Wichtiger Hinweis: Ich bin ansprechbar und diskursfähig.". Zudem bezeichnet er sich als "LiquidFeedback-Extremist", denn die Plattform ist auch bei den Piraten umstritten.
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Susanne Graf
Die einzige Frau auf der Landesliste der Piratenpartei ist auch die jüngste, die nun in das Abgeordnetenhaus einzieht. 1992 wurde Susanne Graf geboren. Sie hat Abitur mit dualer Ausbildung zum technischen Assistenten für Datenverarbeitungstechik gemacht und kümmert sich, na klar, um das Thema Jugend.
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Heiko Herberg
Der gebürtige Berliner studierte drei Jahre Wirtschaftsinformatik und nun Jura an der Humboldt Universität. „Ich möchte mit den Piraten eine transparente Politik vorleben“, sagt Herberg. "Ein großes Ziel ist es daher für mich so viele Menschen wie möglich mit der Fähigkeit auszustatten die, von uns zur Verfügung gestellten, Informationen auch zu nutzen. Damit meine ich nicht nur den Umgang mit digitalen Medien durch den dies erst im großen Stil möglich wurde sondern auch die Befähigung diese Informationen zu verstehen. Wir waren das Land der Dichter und der Denker, der Entwickler und Tüftler und sind nun nur noch ein Abziehbild davon."
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Fabio Reinhardt
Die Piraten wollen die Politik im Abgeordnetenhaus transparenter machen. „Ich werde vertrauliche Informationen der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, insbesondere dann, wenn diese politisch brisant sind“, sagt Fabio Reinhardt. Er wurde 1980 geboren und arbeitet als Freiberufler. Bei seinen Forderungen ist Reinhardt sehr konkret. Er fordert beispielsweise die Einstellung von mehr Polizisten und ist für den Ausbau der umstrittenen A100, gegen den sich beispielsweise die Grünen stemmen. „Die Infrastruktur Berlins (Gas, Strom, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung) sollte in kommunaler Hand bleiben oder in kommunales Eigentum zurückgeführt werden“, sagt Reinhardt.
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Christopher Lauer
Christopher Lauer war Bundesgeschäftsführer der Piratenpartei und unterlag dem jetzigen Parteichef Sebastian Nerz bei der Neuwahl des Bundesvorsitzenden im Mai. Lauer gilt als "kommunikative Allzweckwaffe" und wird aber auch von manchen Mitstreitern ob seiner vielen Interviews kritisch beäugt.
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Alexander Morlang
Alexander Morlang wurde 1974 in Hamburg geboren und hat dann "13 Jahre in einem Kaff namens Jersbek verbracht". Nun hat er einen der wohl Piratentypischsten Berufe: Sysadmin. "Ich wurde von der Politik in meinem angestammten Lebensraum, dem Netz, angegriffen", sagt Morlang zu seinem Beweggrund für die Piratenpartei aktiv zu werden, insbesondere die Einführung des so genannten "Hackerparagraphen", der auch das Aufdecken von Sicherheitslücken unter Strafe stellt gab den letzten Ausschlag.
Bild: Piratenpartei
Alexander Spies
Der Softwareentwickler könnte mit seinem Geburtsjahr 1955 auch der Großvater vieler Piraten sein. Spies arbeitet derzeit an einer Plattform, die der Bevölkerung die Möglichkeit geben soll, jeweiliges Expertenwissen in die Bezirksparlamente einzubringen.
Bild: Piratenpartei
Gerwald Claus-Brunner
Der Kommunikationselektroniker und Mechatroniker ist 39 Jahre alt. Im Abgeordnetenhaus will er sich um Queerpolitik, Arbeit & Wirtschaft und den öffentlichen Nahverkehr kümmern.
Bild: Piratenpartei
Simon Kowalewski
Kowalewski ist ein Weltenbummler. Der 30-jährige hat schon in Miesbach/Oberbayern, Lüneburg, Stuttgart, Stafford/UK, Steckborn/Thurgau und Groningen/Niederlande gelebt, bevor er nach Berlin kam. Kowalewski studiert Informatik und arbeitet als selbständiger Systementwickler. Vor seinem Beitritt zu den Piraten war er bis 2007 acht Jahre aktives Mitglied der PDS und kandidierte für den Lüneburger Gemeinderat.
Es ist nicht mehr zu vertreten, warum die monogame, heterosexuelle Ehe mit ihren erzwungenen Abhängigkeitsverhältnissen als Norm gesehen wird, hinter der jedes andere Modell zurückstehen muss.
Bild: Piratenpartei
Wolfram Prieß
Der Physiker ist auch ein Berliner, studierte jedoch in Jena und verbrachte einen großen Teil seines Lebens in Thüringen. Im Vergleich zu vielen anderen Piraten hat Prieß auch schon einige Lenze auf dem Buckel: 1966 wurde er geboren. Politisch will sich Prieß um Stadtentwicklung kümmern.
Bild: Piratenpartei
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