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Parteien Angriff auf die Euro-Einheitsfront

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Großer Zulauf von der Konkurrenz

Die zehn größten Euro-Lügen 2013
Francois hollande Quelle: dpa
Mario Draghi Quelle: dpa
José Manuel Barroso Quelle: REUTERS
Wolfgang Schäuble Quelle: AP
Martin Schulz Quelle: REUTERS
Antonis Samaras Quelle: dapd
Jean-Claude Juncker Quelle: dpa

Mut macht den Novizen nicht nur der Ansturm von 7500 Beitritten; 763 Neulinge gaben an, von CDU und CSU zu wechseln, je mehr als 350 von SPD und FDP. Selbst Ex-Grüne und -Piraten sind dabei. Stolz vermeldet die AfD jeden Abtrünnigen aus der Führung der Freien Wähler, des direkten Konkurrenten in Sachen Euro-Kritik. Motivation bringt die hohe Klickrate auf Facebook und die Kommentierfreude ihrer Mitstreiter im Internet. Und erst recht die erste Stimmungsumfrage. Satte 24 Prozent können sich vorstellen, bei der Bundestagswahl für die "Alternative für Deutschland" zu stimmen. 24 Prozent – das stellt selbst den sensationellen Anfangserfolg der Piraten in den Schatten.

Doch bis zum Wahlergebnis ist es ein weiter Weg, sagt Viola Neu, Wahlforscherin der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung. Anti-europäische Stimmungen hätten schon andere Parteien nutzen wollen – "das ist nur für ein halbes Prozent gut. Die Wähler sind ja nicht unvernünftig. Die wissen: Was sollen wir denn jetzt mit der D-Mark." Und für eine "populistische Partei fehlt der AfD die charismatische Führungsfigur", vermerkt Neu.

Neues Ventil für Protestwähler

Bessere Chancen sieht Klaus-Peter Schöppner, Chef des Meinungsforschungsinstituts Emnid, dank zweier politischer Quellen. Da sind zum einen die klassischen Protestwähler, die "denen da oben, den Etablierten eins auswischen wollen", definiert Schöppner. "Bei jeder Wahl suchen sich Protestwähler ein neues Ventil." Mal gehen die Stimmen an linke oder rechte Radikale, mal an Neugründungen wie die Piraten. Nun käme vielleicht die AfD gerade recht. Denn Protestwähler sind oft jene, die sich ärgern, weil andere mehr bekämen; die nun "genug" rufen: genug gezahlt an arme Euro-Schlucker, genug Rücksicht genommen auf fehlende Reformbereitschaft in anderen Staaten, während hierzulande die Vorschriften für Arbeitslosengeld und Stütze verschärft wurden.

Die wichtigsten Köpfe in der AfD

Doch nach Schöppners Erwartung könnte die AfD noch einen zweiten Strom auf ihre Mühlen lenken: "Die finanzkonservativen Bildungsbürger", wie Schöppner sie nennt, "haben derzeit keine Heimat und parken bei den Nichtwählern." Früher war für bürgerliche Wähler – ob konservativ oder liberal – die Stimmabgabe alternativlos: Der gute Demokrat machte sein Kreuzchen. Und da er weder für Schmuddelparteien am rechten Rand noch für SPD und Grüne stimmen wollte, blieb ihm gar nichts anderes übrig als Union oder FDP. Erst in den vergangenen Jahren, verstärkt seit Beginn der Euro-Rettung, hat sich diese Bindung gelockert. Wer jetzt mit der Regierungspolitik unzufrieden war, blieb einfach daheim.

Professoren versprechen Kompetenz

Nun bietet sich für die enttäuschten Nichtwähler vielleicht erstmals Erlösung. "Wenn die AfD Chancen auf fünf Prozent hat, dann kommen drei Prozent von den konservativen Nichtwählern und zwei Prozent von den Protestwählern", kalkuliert Schöppner. Doch für echte Prognosen oder gar Umfragen sei es noch zu früh.

Günstig für die von Promovierten und Habilitierten bevölkerte AfD: Der Deutsche verbindet mit Professoren Kompetenz und Seriosität. 33 Prozent zählen Hochschullehrer zu den fünf Berufen, vor denen sie besondere Achtung haben. Der Politiker rangiert nur bei sechs Prozent so weit vorn.

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