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Peter Altmaier „Twitter-König“ der CDU wird Minister

Bislang ist Peter Altmaier vor allem durch seine Nähe zur Netzgemeinde aufgefallen. Nun soll er mit der Energiewende eines der wichtigsten Projekte von Merkels Kanzlerschaft verantworten.

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Der parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Altmaier, wird neuer Bundesumweltminister. Quelle: dapd

Düsseldorf/Berlin Zum twittern wird Peter Altmaier bald noch weniger Zeit bleiben. Als neuer Bundesumweltminister übernimmt der Vertraute von Kanzlerin Merkel einen Schlüsselposten in der Bundesregierung. Der Saarländer gilt als Vermittler, Brandlöscher und Sprachrohr. Als Geschäftsführer der Unionsfraktion war er der Mann, der die eigenen Reihen schließen musste. Diese Qualitäten wird er auch in seinem neuen Amt brauchen.

Der Christdemokrat ist in diesen aufgeheizten Zeiten für die CDU-Vorsitzende und Kanzlerin Angela Merkel einer der wichtigsten Männer. Mit dem Riesenthema Energiewende, der Suche nach einem Endlager oder hoch komplizierten Verfahren um Stromtrassen und Solar-Gesetze muss Altmaier nun ein zentrales Themenfeld der Union vor der Bundestagswahl 2013 beackern.

Die „Peitsche“ müsse er nie herausholen, hat der gesellige und gemütliche Saarländer einmal gesagt. Lieber versucht er es mit Gesprächen bei gutem Wein und Essen. Selbstironisch stellt sich der füllige Gourmet dann Altbekannten erneut namentlich vor, falls diese ihn nach einer neuen Diät mit einem Verlust von drei Kilo nicht mehr erkennen könnten.

Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter wird die Nachricht von vielen mit Freude aufgenommen. Der Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag war einer der ersten Spitzenpolitiker, der Twitter aktiv nutzte.

Altmaier sucht die Nähe zur Netzgemeinde. Mehr als 11.000 Follower hat er auch deshalb auf Twitter, weil er auf individuelle Anfragen in der Regel reagiert und Twitter nicht nur als weiteren Kanal für Pressemeldungen nutzt.


Sympathie mit den Piraten

Die prominente Piratin Marina Weisband verriet dem Focus bereits, dass sie sich den Unionsfraktionsgeschäftsführer gut in der Piratenpartei vorstellen könne. Vom Umgang mit dem Internet, so glaubt Altmaier im Gegenzug, könne auch die Union für ihre Politik einiges lernen. In einem Gastkommentar für das Handelsblatt lobte er, die Piraten würde „keine Steine werfen, sondern Fragen stellen“.

In der Netzpolitik nahm Altmaier häufig Positionen ein, die den Piraten ähnlicher sind als der eigenen Partei. Konsequenterweise beglückwünschte er die Piraten auf Twitter regelmäßig zu ihren guten Wahlergebnissen – und betonte zuletzt, dass er sich freue, dass die Piraten den Platz der Linken eingenommen hätten. Schon früh zeigte er sich auch für die Grünen offen. Altmaier gehörte zur sogenannten „Pizza-Connection“ schwarz-grüner Abgeordneter, die sich regelmäßig zu Gesprächen trafen.

Der Saarländer ist selten sprachlos. Englisch, Französisch oder Niederländisch und schon gar nicht auf Deutsch. Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion muss kein Mikrofon scheuen.

Altmaier war Justiziar der Fraktion, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium unter dem heutigen Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und arbeitete vor seiner Parlamentszeit mehrere Jahre in Brüssel für die Europäische Kommission.

Auch im Herzen ist Altmaier Europäer - und er ist ein Altmeister im Argumentieren. Ein Beispiel: Die eigenen Leuten soll er gewarnt haben, dass sie mit einem Nein zum EFSF auch das Euro-Werk von Altkanzler Helmut Kohl und Ex-Bundesfinanzminister Theo Waigel gefährden würden. Mit einem Ja hingegen könnte die Koalition die Krise in den Griff bekommen und ihre Aussichten für die Bundestagswahl 2013 verbessern. Also vielleicht doch ein bisschen Zuckerbrot und Peitsche.

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