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Piratenpartei Piraten segeln den Grünen davon

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Piraten sind nicht die neuen Grünen

FDP und CDU rennen die Mitglieder davon
Die FDP verliert 5000 Mitglieder Quelle: dpa
SPD: Minus 8537 Mitglieder Quelle: dapd
CDU verliert 2,3 Prozent ihrer Mitglieder Quelle: REUTERS
Die Linke verliert rund 3800 Mitglieder Quelle: dapd
Die Grünen gewinnen 6000 Mitglieder Quelle: dpa
Die Piratenpartei gewinnt 10.000 Mitglieder Quelle: dpa

Protestwähler stürzten sich folglich auf andere politische Projektionsflächen. Mal sprangen die rechtsextreme DVU, mal die Republikaner bei Landtagswahlen in die Parlamente. Freilich immer nur für eine Legislaturperiode, dann hatten sich die unerfahrenen und oft zerstrittenen Randgruppen-Abgeordneten meist heillos zerlegt. Vor allem aber: Ihnen die Stimme zu geben war nicht schick, sondern mit einem Ekelfaktor belegt. Und auch die Linkspartei und ihr West-Vorläufer WASG bedienten den Protesthebel, gerade im Gegensatz zu Rot-Grün mit der Agenda 2010.

Protest gegen Altes

Wie viel netter ist es da doch mit den Piraten. Die sind auch wieder vor allem Protest gegen die „Alten“, aber gesellschaftlich gelitten. Auch diesmal gilt als modern, das Kreuzchen bei den Neuen zu machen, bei den Internet-Aktivisten. Galt vor 30 Jahren der Umweltschutz als besonders fortschrittlich, ist es heute die Nutzung des WWW und die Auseinandersetzung mit seinen Möglichkeiten und Grenzen. Und bisher gelingt es den Piraten sogar, mit ihrer inhaltlichen Beschränkung auf ein Thema zu punkten. Ihre demonstrative Ahnungslosigkeit vermarkten sie kokett als neue Ehrlichkeit: Weil wir nichts von Wirtschaft und Finanzen verstehen, sagen wir nichts dazu. Was löblich klingt, ist freilich heikel: Das Auftauchen der Polit-Korsaren in den Parlamenten erschwert die Regierungsbildung, denn mit Schmalspur-Plänen eignen sie sich nicht als Koalitionspartner. Das streben sie zwar auch erklärtermaßen – bisher jedenfalls – auch nicht an. Das Ergebnis ist aber ähnlich wie einst bei der Linkspartei, dass der Trend zur zwanghaften großen Koalition verstärkt wird, weil beachtliche Abgeordnetengruppen eben für die Regierungsbildung ausfallen.

Grün wird zum Generationenprojekt

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Der Zustrom junger Leute zeigt auch: Für die Grünen wird es schwieriger, den Nachwuchs im Wesentlichen für sich zu horten. Es ist ja nicht so, dass die Technik-Fans sich unter dem orangefarbenen Banner sammeln würden, während die Atomgegner und Blümchenschützer zwangsläufig zur Ökopartei strömten. Jenseits der Internet-Begeisterung ist auch die Masse der Piraten technikskeptisch bis -feindlich. Ihr Sprung zu den Freibeutern lässt die Grünen noch älter aussehen, als es ein Christian Ströbele, die Ex-Galionsfigur Joschka Fischer und die ewige Claudia Roth ohnehin schon erscheinen lassen. Die Ökos drohen damit immer mehr zum Generationenprojekt zu werden. Dass die Piraten freilich die „neuen Grünen“ seien, wie es die CSU sich selbst ermutigend einreden will, das ist noch längst nicht ausgemacht. Und es wäre für die Schwarzen auch keine gute Nachricht. Denn die immer weitere Zersplitterung des Parteiensystems verringert zwar die Chancen von Rot-Grün und der SPD auf eine Vormachtstellung, macht aber das Regieren in Deutschland nicht einfacher.

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