Plus 263.000 Arbeitslosenzahl steigt auf 3,136 Millionen

Wenn der Winter Einzug hält, nimmt die Zahl der Arbeitslosen regelmäßig zu - so auch in diesem Januar. Erstmals seit zehn Monaten sind wieder mehr als drei Millionen Menschen in Deutschland auf Jobsuche.

Fujitsu streicht 400 Jobs
Fujitsu Der japanische Elektronikkonzern Fujitsu will einem Zeitungsbericht zufolge in Deutschland 400 bis 500 Arbeitsplätze abbauen. Eine endgültige Entscheidung solle nach Verhandlungen mit den Beschäftigten fallen, berichtete die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei". Insgesamt beschäftigt der Konzern hierzulande 12.000 Menschen. Die Stellenstreichungen beträfen hauptsächlich Entwicklung und Informationstechnik. Bereits am Dienstag hatte der Konzern bekanntgegeben, in Großbritannien 1800 Jobs zu streichen. Das entspricht 18 Prozent der Belegschaft dort. Insidern zufolge könnte sich Fujitsu künftig auf IT-Dienstleistungen konzentrieren. Mit dem weltgrößten Computer-Hersteller Lenovo verhandelt das Unternehmen offenbar über einen Verkauf des PC-Geschäfts von Fujitsu. Quelle: REUTERS
Lufthansa Technik Quelle: dpa
DAK Gesundheit Quelle: dpa
EnBWDer Energieversorger baut weiter Stellen ab: Die Energie Baden-Württemberg werde sich aus dem Strom- und Gasvertrieb an Großkunden der Industrie zurückziehen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Davon seien 400 Beschäftigte betroffen, denen ein Aufhebungsvertrag oder ein alternativer Arbeitsplatz im Konzern angeboten werde. Auch im Privatkundengeschäft, der Energieerzeugung und der Verwaltung steht demnach Stellenabbau bevor, der noch nicht beziffert wurde. In den vergangenen zwei Jahren waren bereits rund 1650 Stellen weggefallen. Quelle: dpa
Intel Quelle: REUTERS
Nokia Quelle: dpa
Der IT-Konzern IBM plant in Deutschland offenbar einen massiven Stellenabbau Quelle: dpa
BoeingDer US-Flugzeugbauer will in den nächsten Monaten rund 4000 Arbeitsplätze abbauen. Betroffen sei die Sparte Verkehrsflugzeuge, sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Um Kosten zu sparen, würden auch Hunderte Stellen bei Führungskräften und Managern gestrichen. Insgesamt fallen damit bis Mitte des Jahres 2,5 Prozent der zuletzt rund 160.000 Jobs bei Boeing weg. Im Februar hatte der Chef von Boeings ziviler Flugzeugsparte, Ray Conner, bereits angekündigt, dass ein Personalabbau notwendig sei, um "Wachstum zu finanzieren und ein gesundes Geschäft zu führen". Quelle: dpa
RWERWE-Personalvorstand Uwe Tigges stellt die rund 60.000 Beschäftigten des Essener Energiekonzerns auf weiteren Stellenabbau ein. "Unsere bisherigen mittelfristigen Planungen sehen bis Ende 2018 einen Abbau um etwa 2000 Arbeitsplätze vor, unter anderem auch durch natürliche Fluktuation", sagte Tigges der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ, Samstagausgabe) laut Vorabbericht. Innerhalb der vergangenen drei Jahre hat RWE bereits rund 10.000 Arbeitsplätze verloren. "Bisher ist es uns gelungen, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Und wir tun alles dafür, dass es auch weiterhin so bleibt", sagte Tigges. Quelle: dpa
Coca-Cola Quelle: dpa
Nach der Fusion der beiden genossenschaftlichen Zentralbanken sollen 700 der 5700 Stellen gestrichen werden. Das entspricht rund 12 Prozent der Belegschaft. Quelle: dapd
SEBDie Deutschland-Tochter der schwedischen Bank SEB will zehn Prozent ihrer 700 Stellen streichen. „Wir haben entschieden, unsere Standorte in Hamburg und Düsseldorf zu schließen und unsere Kompetenzen in der Zentrale in Frankfurt zu bündeln“, sagte ein Sprecher des Instituts Anfang Februar. Umgesetzt sein sollen die Maßnahmen bis zur Mitte dieses Jahres. Betriebsbedingte Kündigungen will die SEB dabei vermeiden. Neben Frankfurt soll ein kleiner Standort in München erhalten bleiben, von wo aus die SEB Mittelstandskunden in Bayern und Baden-Württemberg bedient. Die SEB macht in Deutschland nur noch Geschäfte mit Firmenkunden und institutionellen Kunden. Das Privatkundengeschäft der deutschen Tochter hatten die Schweden 2011 an die spanische Banco Santander verkauft. Quelle: dpa
General Electric Quelle: dpa
Carlsberg entlässt 2000 Mitarbeiter Quelle: REUTERS
Royal Dutch Shell Quelle: REUTERS
Toshiba Quelle: REUTERS
Rabobank Quelle: REUTERS
Dräger Quelle: dpa

Strenge Kälte vor allem im Norden und Osten Deutschlands hat die Arbeitslosigkeit im Januar über die Marke von drei Millionen getrieben. Die Zahl der Jobsuchenden stieg im Vergleich zum Dezember um 263.000 auf 3,136 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte. Damit fiel der Anstieg schwächer aus als in den vorangegangenen Jahren. Im Vergleich zum Vorjahr waren im Januar sogar 2000 Menschen weniger auf Stellensuche. Die Arbeitslosenquote legte zum Vormonat um 0,6 Punkte auf 7,3 Prozent zu.

BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt betonte: „Die Zahl der arbeitslosen Menschen hat im Januar allein aus jahreszeitlichen Gründen deutlich zugenommen.“ Denn saisonbereinigt ging die Arbeitslosigkeit erneut zurück, und zwar um 28.000 auf 2,927 Millionen. Im Westen Deutschlands sank die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 16.000, im Osten um 12.000.

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Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahmen auf Jahressicht weiter zu. So stieg die Zahl der Erwerbstätigen nach den jüngsten Daten vom Dezember um 255.000 auf 42,06 Millionen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung legte gegenüber dem Vorjahr um 335.000 auf 29,76 Millionen zu (Novemberdaten). „Fast alle Bundesländer verzeichneten einen Beschäftigungsanstieg“, erläuterte die BA. Einen leichten Rückgang habe es nur im Saarland und in Sachsen-Anhalt gegeben. Neue Jobs entstanden vor allem in Dienstleistungsfirmen und im Gesundheits- und Sozialwesen.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften liegt nach BA-Angaben „auf einem guten Niveau und zeigt eine leichte Aufwärtstendenz“. Im Januar waren den Arbeitsagenturen 401.000 offene Stellen gemeldet, 4000 weniger als vor einem Jahr. Besonders gesucht sind derzeit Fachleute aus den Bereichen Verkauf, Mechatronik, Energie und Elektro, Metall-, Maschinen und Fahrzeugbau, Verkehr und Logistik sowie in Gesundheitsberufen.

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