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Private Krankenversicherung für alle Bahr will Wettbewerb zum Durchbruch verhelfen

Gesundheitsminister Daniel Bahr will die Private Krankenkasse allen Bundesbürgern zugänglich machen. Doch er muss nachlegen, damit seine Umsetzungsvorschläge nicht nur ein billiger Wahlkampfschlager bleiben.

Kassenpatienten sollen nach Bahrs Vorstellungen künftig auch zu Privatversicherungen wechseln können. Quelle: dpa

Mit seiner Idee, die private Krankenversicherung für jedermann zu öffnen, schmeichelt Gesundheitsminister Bahr allen, nicht nur der typischen FDP-Klientel: Ärzten, Anwälten und besser verdienenden Angestellten. Der Vorschlag ist an vielen Stellen zwar diffus, nimmt aber zum Teil die Zukunft vorweg, die sowohl in der privaten als auch gesetzlichen Krankenkassen diskutiert wird. Allerdings muss Bahr noch nachlegen, um dem Vorwurf eines billigen Wahlkampschlagers zu entgehen.

Zurück in die gesetzliche Krankenkasse
Grafik Wechsel zwischen Privaten und Gesetzlichen Krankenversicherungen
Frau am Schreibtisch Quelle: Picture-Factory - Fotolia.com
Büro Quelle: Picture-Factory - Fotolia.com
Agentur für Arbeit Quelle: dapd
Mutter mit Kind Quelle: diego cervo - Fotolia.com
Senioren auf einer Parkbank Quelle: dapd

Bahr hatte Schülern in der Rhein-Zeitung skizziert, wie er sich eine reformierte Krankenversicherung in Deutschland mit mehr Wahlfreiheit und Wettbewerb vorstellt. Die zentralen Elemente lassen sich auf folgende drei Kernpunkte verdichten: Jeder Bürger erhält eine Art medizinische Grundversorgung; darüber hinaus soll sich jeder Bürger unabhängig vom Einkommen eine privaten Krankenversicherung anschließen können; die private Krankenversicherung soll die Kunden ohne Gesundheitsprüfung nehmen müssen.

Entscheidungshilfe: Gesetzlich oder privat versichern?

Wer dahinter nur eine Zwei-, Drei- oder Vierklassenmedizin vermutet, verkennt die Sprengkraft, die in der praktischen Umsetzung dieser Kernpunkte für das jetzige System liegt. Und er übersieht, dass es längst Bestrebungen gibt, die in diese Richtung zielen und die auf die Einführung einer Krankenversicherung nach Schweizer Muster hinauslaufen: eine von allen finanzierte Grundsicherung, dazu eine freie Wahl der sonstigen medizinischen Versorgung. Vier Gründe, warum das so ist und was das in der Praxis bedeuten würde.

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