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Razzia in Asylunterkünften Polizei nimmt neun Verdächtige fest

Neun Verdächtige hat die Polizei nach einer Razzia in Recklinghäuser Asylunterkünften festgenommen. Bei drei Personen vermuten die Beamten einen illegalen Aufenthalt. Sechs werden des Diebstahls verdächtigt.

LKA-Direktor Uwe Jacob äußert sich zu den Erkenntnissen über den in Paris erschossenen Attentäter aus Recklinghausen. Quelle: dpa

Die Polizei hat auf der Suche nach kriminellen Flüchtlingen am Freitag neun Verdächtige in Recklinghäuser Asylunterkünften festgenommen. In drei Fällen werde illegaler Aufenthalt vermutet, teilte die Polizei mit.

Sechs Personen würden wegen Diebstahls verdächtigt. Es seien Diebesgut, Einbruchswerkzeuge und offenbar auch Drogen sichergestellt worden. Die Razzia fand in zwei Unterkünften parallel zu Durchsuchungen des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen (LKA) statt.

Das LKA hatte Zimmer im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen einen in Paris erschossenen mutmaßlichen Islamisten durchsucht, der in der Asylbewerberunterkunft untergebracht war. Der mutmaßliche Islamist war den Ermittlern zufolge ein Einzeltäter. Hinweise auf ein islamistisches Netzwerk hätten sich nicht bestätigt, sagte der Chef des Landeskriminalamtes NRW, Uwe Jacob.

Der Mann war am 7. Januar, dem ersten Jahrestag des Anschlags auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“, in Paris auf zwei Polizisten zugelaufen. Er hatte „Allah ist groß“ gerufen und ein Schlachterbeil gezogen. Die Beamten erschossen ihn.

Er hatte seit 2014 als Asylbewerber im nordrhein-westfälischen Recklinghausen gelebt. In dem Heim gab es am Freitag eine Razzia. Auch die Wohnungen von Leuten, zu denen er Kontakt hatte, seien durchsucht worden.

Der Angreifer war Jacob zufolge ein 24 Jahre alter Tunesier. Er sei bereits 2011 nach Rumänien eingereist und nach Tunesien abgeschoben worden. Dann habe er in sieben europäischen Ländern Asylanträge gestellt, 20 verschiedene Identitäten vorgetäuscht und sei straffällig geworden. In NRW verbüßte er eine einmonatige Freiheitsstrafe.

Jacob kritisierte die europäische Asyl-Datenbank Eurodac. Sie gehöre auf den Prüfstand. Der Polizei müssten außerdem alle verfügbaren Daten zur Verfügung gestellt werden, um umherreisende Straftäter erkennen zu können, sagte der LKA-Chef.

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