Reaktionen zum Schulz-Verzicht Wagenknecht: „Der SPD wird dieser Schritt nicht viel helfen“

Martin Schulz verzichtet nach dem SPD-Vorsitz nun auch auf das angestrebte Amt des Außenministers. Die Reaktionen im Überblick.

Sahra Wagenknecht, Fraktionsvorsitzende der Linken im Deutschen BundestagWagenknecht sieht im Rückzug von Martin Schulz keine große Hilfe für die SPD. „Es wäre besser gewesen, Schulz hätte diese richtige Entscheidung souverän selbst getroffen und nicht erst unter Druck. Der SPD wird dieser Schritt aber auch nicht viel helfen.“ Schulz hatte am Mittwoch seinen Rückzug von der SPD-Spitze erklärt, aber angekündigt, Außenminister werden zu wollen. Am Freitag kündigte er an, darauf doch verzichten zu wollen. Dem Vernehmen nach folgte dieser Schritt auf Druck innerhalb der SPD. Wagenknecht sagte, viel problematischer als die Personalie Schulz sei der ausgehandelte Koalitionsvertrag. Dessen Umsetzung werde das Leben von Arbeitnehmern, Rentnern oder Pflegebedürftigen in Deutschland nicht verbessern und an der wachsenden Einkommens- und Vermögensungleichheit nicht das Geringste ändern. „Sozialdemokratische Politik sieht anders aus.“ Quelle: dpa
Barbara Hendricks, Bundesumweltministerin der SPDNicht nur Schulz trage die Verantwortung für das schlechte Wahlergebnis und den nachfolgenden Zickzack-Kurs. Die SPD müsse das letzte Jahr „genau und ehrlich aufarbeiten: den Wahlkampf, die Aufstellung innerhalb der Partei und auch die Art und Weise des Umgangs miteinander“. Es wäre falsch, das Ergebnis der Bundestagswahl und den Schlingerkurs der SPD nach dem Abbruch der Jamaika-Verhandlungen „nur einer Person in die Schuhe zu schieben.“ Quelle: dpa
Andrea Nahles, SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag und designierte ParteivorsitzendeNahles zollt Martin Schulz für den angekündigten Verzicht auf ein Regierungsamt
Katrin Göring-Eckardt, Bündnis 90/Die Grünen „Menschlich kann einem das für alle Beteiligten nur leidtun“, sagte sie. „Das ist eine besondere Art der Selbstgeißelung. Offensichtlich versucht die Sozialdemokratie mit einem Akt der Verzweiflung, die Reißleine zu ziehen und opfert dafür auch den anständigen Umgang untereinander. Man kann nur hoffen, dass die Selbstbeschäftigung von SPD und CDU/CSU bald beendet ist.“ Das Land brauche eine stabile Regierung. „Dass Union und SPD in der Lage sind, für Stabilität und Vertrauen in die Politik zu sorgen, beweisen sie in diesen Tagen jedenfalls nicht.“ Quelle: dpa
Marco Buschmann, Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion„Die neue Große Koalition demontiert sich, noch bevor sie im Amt ist. Union und SPD geht es offenbar nur noch um Posten und nicht um unser Land. Das ist eine Zumutung für Deutschland.“ Quelle: dpa
Michael Groschek, Landesvorsitzender der NRW SPDDer Verzicht von Martin Schulz auf ein Regierungsamt ist nach Ansicht des mitgliederstärksten SPD-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen ein
Johannes Kahrs, Sprecher der konservativen Seeheimer Kreises in der SPD„Sigmar Gabriel ist ein sehr guter Außenminister. Sigmar Gabriel sollte Außenminister bleiben. Alles andere würde ich jetzt nicht mehr verstehen“, schrieb Kahrs am Freitag bei Twitter. Schulz hatte nach Druck aus den eigenen Reihen auf den Außenamts-Posten verzichtet. Gabriel, der nicht mehr für ein Regierungsamt gehandelt wurde, hatte der Parteiführung zuvor schwere Vorwürfe gemacht. Reaktionen folgten prompt. Der SPD-Fraktionsvize Sören Bartol rüffelt seinen Parteikollegen für dessen Rückendeckung für Sigmar Gabriel: „Lieber Johannes. Wir haben klar gesagt, dass wir NACH dem Mitgliedervotum über Personen reden“, schreibt Bartol auf Twitter. Die ehemalige Juso-Vorsitzende und SPD-Vorstandsmitglied Johanna Uekermann twittert: „Sagt Bescheid, wenn dieser Männerzirkus vorbei ist. Ich hab's satt.“ Quelle: dpa
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