Regierungsbildung SPD-Spitze darf mit der Union sondieren

Zehn Wochen nach der Bundestagswahl hat die SPD entschieden, wie es im Drama um die Regierungsbildung weitergeht: Der Parteitag ermöglicht es der SPD-Spitze um Martin Schulz, Gespräche mit der Union zu führen.

BerlinDer SPD-Vorsitzende Martin Schulz hat seine Partei eindringlich aufgerufen, Gesprächen mit der Union über eine Regierungsbildung zuzustimmen. „Wir müssen nicht um jeden Preis regieren. Aber wir dürfen auch nicht um jeden Preis nicht regieren wollen“, sagte der 61-jährige Parteichef am Donnerstag in seiner Rede auf dem SPD-Parteitag in Berlin. Die 600 Delegierten folgten ihrem Parteichef mehrheitlich – und stimmten noch am Nachmittag für ergebnisoffene Gespräche mit CDU und CSU. Es gebe laut Schulz nach den Gesprächen nun drei mögliche Ergebnisse: Neuauflage der großen Koalition, Tolerierung einer Minderheitsregierung, Neuwahlen.

In seiner mehr als einstündigen Parteitagsrede übernahm Schulz als gescheiterter Kanzlerkandidat die Verantwortung für das mit 20,5 Prozent schlechteste Ergebnis der SPD bei einer Bundestagswahl und entschuldigte sich für seinen Anteil daran.

Er habe privat und politisch schon so manches Auf und Ab hinter sich. „Aber so ein Jahr kann man nicht einfach abschütteln. So ein Jahr steckt in den Knochen.“ Er wisse, wie enttäuscht und wütend viele Menschen seien. „Ich kann die Uhr nicht zurückdrehen, aber ich möchte als Parteivorsitzender meinen Beitrag dazu leisten, dass wir es besser machen.“

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