Regionalkonferenz der SPD-Führung Nahles lässt Gabriels Zukunft offen

Wie geht es weiter mit Außenminister Sigmar Gabriel? Die Basiskonferenz der SPD in Hamburg gibt darüber keinerlei Aufschluss.

Nahles und Olaf Scholz haben ein angespanntes Verhältnis zu Gabriel, der in der Bevölkerung jedoch immer populärer wird. Quelle: dpa

Hamburg Die designierte SPD-Chefin Andrea Nahles lässt die Zukunft von Außenminister Sigmar Gabriel auch nach der Freilassung des „Welt“-Journalisten Deniz Yücel offen. Auf die Frage, ob sie einen Verbleib im Kabinett bei Zustandekommen einer erneuten großen Koalition unterstütze, sagte Nahles nach einer Basiskonferenz am Samstag in Hamburg nur: „Das war heute kein Thema hier, definitiv nicht“. Ohne weitere Fragen hierzu zu beantworten, übernahm bei dem Statement der kommissarische SPD-Chef Olaf Scholz das Wort und referierte über die Stimmung bei der Konferenz der SPD-Spitze mit 650 Mitgliedern. Dort wurde für eine Zustimmung zum mit CDU/CSU ausgehandelten Koalitionsvertrag beim Mitgliedervotum geworben.

Die mit Bundestagsfraktionschefin Nahles um den SPD-Vorsitz konkurrierende Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange setzt dagegen auf eine Zukunft Gabriels als Außenminister. „Sigmar Gabriel ist eine große Persönlichkeit für die SPD“, sagte sie in Hamburg. Gabriel mache als Außenminister „eine ganz hervorragende Figur“.

Am 22. April will die SPD bei einem Parteitag die Entscheidung über die Nachfolge des zurückgetretenen Martin Schulz treffen. Nahles und Scholz haben ein angespanntes Verhältnis zu Gabriel. Die SPD-Spitze will bei einer Mehrheit beim Votum über den Koalitionsvertrag erst danach die Besetzung der sechs SPD-Ministerien bekanntgeben. Als Nachfolgekandidaten gelten Justizminister Heiko Maas und Familienministerin Katarina Barley.

Am Freitag wurde Yücel nach mehr als einem Jahr in türkischer Haft freigelassen. Gabriel flog von der Münchner Sicherheitskonferenz nach Berlin, um im „Welt“-Newsroom die gute Nachricht zu feiern. Nahles hatte ihn an dem Tag via „Spiegel“ zuvor ermahnt, auf Werbekampagnen in eigener Sache zu verzichten.

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