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Regulierung Sieben Dinge, die wir noch regeln müssen

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Eine Sammlung an Quoten

Aufgrund des Nachwuchsmangels könnte eine Regelung der Fortpflanzung hilfreich sein. Quelle: Illustration: Thomas Fuchs

Glückwunsch! Sie sind der ideale Kandidat, wenn die Bundesregierung 2012 das Punktesystem für bürgerliche Einwanderer in den Adelsstand einführt. Das Motto: Einstellung statt Abstammung! Jeder Frosch kann zum Prinzen werden!

Nur ein Tipp: Wir empfehlen Ihnen untertänigst, sich von akademischen Ambitionen fernzuhalten.

Stramm gestanden

Freud nahm noch an, die Sexualtriebe würden trotz ihrer Schwererziehbarkeit „durch das Lustprinzip automatisch reguliert“. Dass letzteres im Dienst der Fortpflanzung steht, war für den sechs- fachen Familienvater selbstverständlich. Er konnte nicht ahnen, dass Männer und Frauen dereinst auf die Idee kommen würden, den evolutionären Vermehrungsauftrag in den Wind zu schlagen und auf Kinder, gar auf Sex, zu verzichten.

Wenn man einschlägigen Umfragen trauen darf, werden gerade in Akademikerhaushalten die Betten zunehmend zur verkehrsberuhigten Zone. Die Folge: Akademikerfamilien, einst die Säulen des Bürgertums, haben sich um ein Drittel dezimiert.

Weil das so nicht weitergehen kann, schlagen wir für das kommende Jubiläumsjahr Friedrichs des Großen ein preußisch-strenges Kopulationsregime vor: Dann heißt es stramm stehen und zum Vollzug schreiten, mindestens einmal die Woche, nicht unter sieben Minuten – sonst knallt’s!

Eine Quote für die Quote

Ihre weiblichen Politiker fördert die SPD jetzt nach dem Reißverschlussprinzip. Das ist weniger an- beziehungsweise auszüglich gedacht, als es klingt: Künftig sollen sich Männer und Frauen auf Wahllisten abwechseln. Um Überraschungen auszuschließen, hat sich die Partei auch eine Frauenquote (40 Prozent), eine Migrantenquote (15 Prozent) und eine unausgesprochene Gewerkschaftsfunktionärsquote (möglichst viele) verordnet.

Da die SPD sich als progressive Kraft sieht, liegt auch für uns der Schluss nahe, dass es nicht genug Vorgaben gibt. 40 Prozent aller noch unregulierten Daseinsbereiche müssen quotiert werden – vor allem in Parteien. Die FDP sollte es mit einer Intellektuellenquote versuchen, die CSU nach des Freiherrn Neuerfindung mit einem garantierten Gelträgeranteil.

Apropos Optik: Seit SPD-Spitzenfrauen sich vor Reden mit dem Glätteisen stylen, ist die Naturwelle aus der Politik verschwunden. Ein Lockenanteil wäre wünschenswert, schon wegen der krausen Gedanken.

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