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Rennstrecken-Desaster "Datenraum-Panne gefährdet Nürburgring-Verkaufsprozess"

Exklusiv
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Der Willkür Tür und Tor geöffnet

Problembauten am Nürburgring
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Der Sprecher der Insolvenzverwalter sagt, die Bieter hätten im damaligen Verfahrensstadium nur glaubhaft darlegen müssen, den Verkauf finanziell stemmen zu können. Harte Bonitätsnachweise seien erst jetzt mit dem verbindlichen Angebot vorzulegen. Reicht das nicht?

Ich halte das für vorgeschoben. Die Ungereimtheiten um La Tene werden ja den Berichten zufolge schon bei Google-Recherchen deutlich. Da stellt sich die Frage, wie die Verkäufer denn die Glaubhaftigkeit der Angebote und die Belastbarkeit der Finanzierungskonzepte geprüft haben. Zwar steht es auch einem öffentlichen Verkäufer prinzipiell frei, harte Finanzierungsnachweise erst in einer späteren Phase, beispielsweise zu den verbindlichen Angeboten zu verlangen. Am Nürburgring steht allerdings in den Informationsschreiben an die Bieter ganz eindeutig drin, dass schon mit den unverbindlichen Angeboten ein Finanzierungsmachweis vorzulegen war. Es werden ausdrücklich Bestätigungen der externen Geldgeber eingefordert. Wenn ein Verkäufer solche Verfahrensmodalitäten vorgibt, dann muss er sich auch daran halten.

Neben der Finanzierungssicherheit sind noch diverse andere Kriterien genannt, etwa die Maximierung des Gesamtverkaufspreises oder auch das Konzept für die künftige Nutzung. Wie wurden diese umgesetzt?

In diesem Informationsschreiben werden zwar eine Reihe von Kriterien aufgezählt, es ist allerdings überhaupt nicht erkennbar, wie diese Kriterien jeweils bewertet werden sollen und welches Kriterium in der Gesamtbetrachtung wie stark gewichtet ist. Da bleibt der Willkür Tür und Tor geöffnet.

Das heißt dann zusammengefasst: Erst hat man die Auswahlkriterien nicht klar genug formuliert, dann hat man sie auch noch ignoriert…

…das kann man so sehen…

In Arbeit
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…und welche Folgen hat das?

Das hängt ganz davon ab, wie aktiv die aussortierten Bieter werden. Aus meiner Sicht macht die Art und Weise der Auswahl den weiteren Verkaufsprozess angreifbar. Die Verkäufer haben Auswahlkriterien aufgestellt, sich aber offensichtlich nicht daran gehalten. Sie riskieren damit, dass aussortierte Bieter den Versuch unternehmen, den Verkaufsabschluss per einstweiliger Verfügung untersagen zu lassen und sich wieder das Verfahren zurück zu klagen. Das gefährdet letztlich den gesamten weiteren Verkaufsprozess.

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