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Rennstrecken-Desaster "Datenraum-Panne gefährdet Nürburgring-Verkaufsprozess"

Exklusiv
Seite 2/3

Unseriöse Anbieter aussortieren

Die größten Investitionsruinen Deutschlands
Flughafen ZweibrückenNach dem insolventen Nürburgring steht ein weiteres Projekt mit Steuergeld in Rheinland-Pfalz vor dem finanziellen Crash: Der Flughafen Zweibrücken in der Pfalz wird nach Ansicht von Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD) Insolvenz anmelden müssen. Er rechne damit, dass die EU-Kommission die Rückzahlung von bis zu 56 Millionen Euro staatlicher Beihilfen fordern werde, sagte Lewentz. Der Flughafen Zweibrücken - wie der verschuldete Airport Frankfurt-Hahn ein früheres Militärgelände - hatte 2012 ein Minus von 4,6 Millionen Euro eingefahren, das er im vergangenen Jahr nach Ministeriumsangaben auf knapp 3 Millionen Euro drückte. Der Flughafen befindet sich zur Hälfte in Hand des Landes und zur Hälfte in kommunaler Hand. Er liegt nur rund 30 Kilometer vom Flughafen Saarbrücken entfernt. Die neuen Flugleitlinien der EU-Kommission verbieten Subventionen für zwei Airports, die weniger als 100 Kilometer auseinanderliegen. Quelle: dpa/dpaweb
Eine Maschine der Lufthansa überquert die Landebahn des Flughafens Leipzig/Halle Quelle: Uwe Schoßig
Freizeitpark am Nürburgring Quelle: dpa
Ein Transrapid TR 09 steht auf der Teststrecke im Emsland Quelle: dpa
Menschen verspeisen Kaffee und Kuchen im Reaktorhauptgebaeude des Kernkraftwerkes Kalkar Quelle: AP
Aussenansicht der Halle des Tropical Islands Resorts Quelle: dpa/dpaweb
Passanten vor dem Dortmunder U-Turm Quelle: PR

Herr Krohn, Sie haben zahlreiche Länder und Kommunen bei Verkäufen betreut.  Kommen solche Luftnummern-Gebote wie das von La Tene Capital am Nürburgring häufiger vor?

Wolfram Krohn: Nein, bei Projekten dieser Größenordnung ist das ist die absolute Ausnahme. Hasardeure gibt es zwar immer wieder. Wenn man einen Verkaufsprozess ordentlich aufsetzt, sollten unseriöse Anbieter aber schon in der ersten Runde identifiziert und aussortiert werden - und es damit gar nicht erst den Datenraum schaffen. Ich habe das Angebot von La Tene zwar nicht vorliegen und kann es daher selbst nicht beurteilen, aber nach allem, was in den Medien darüber berichtet wurde, habe ich mich doch sehr gewundert.

Das Nürburgring-Desaster

Wie setzt man solch einen Verkaufsprozess denn ordentlich auf?

Da braucht es gar nicht so viel. Als Verkäufer will ich natürlich wissen, mit wem ich es zu tun habe, deswegen fordere ich zu relevanten Punkten eine Selbstauskunft von den Bietern, verlange je nach Lage des Falles entsprechende Nachweise und verifiziere die Angaben. Was die finanzielle Leistungsfähigkeit betrifft, verlange ich im Regelfall geeignete Bonitäts- oder Finanzierungsnachweise und überprüfe diese. Das reicht eigentlich auch schon.

Am Nürburgring hat das offensichtlich nicht geklappt. Ein unverbindliches Angebot des ADAC von rund 30-40 Millionen Euro wurde als nicht konkurrenzfähig abgelehnt. La Tene hat zwar mit 275 viel mehr geboten, aber das Geld offenkundig gar nicht parat. Trotzdem durfte La Tene in den Datenraum, der ADAC nicht. Was lief hier schief?

Nach allem, was bisher bekannt geworden ist, erscheint es verwunderlich, wie bei der Auswahl aus den unverbindlichen Angeboten mit den Bewertungskriterien umgegangen wurde. Das Prüfprogramm wurde offensichtlich gar nicht richtig abgearbeitet. Die Kaufinteressenten haben ein Informationsschreiben erhalten, in dem Auswahlkriterien genannt sind. Die Bieter haben auch ein Recht, die Kriterien zu erfahren, da das Verfahren transparent sein muss. In diesem Schreiben wird als ein Kriterium die „Finanzierungssicherheit“ genannt. Umgesetzt wurde das allerdings allem Anschein nach nicht.

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