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Riester-Rente Adenauer-Stiftung und VZBV plädieren für neue Altersvorsorge

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Riester-Verträge zur Vorsorge seien kein Erfolg, ergibt eine Studie des VZBV und der Adenauer-Stiftung. Quelle: dpa

Eine Studie von VZBV und Adenauer-Stiftung nennt die Riester-Rente einen Misserfolg und plädiert für Standard-Fonds, in den alle Arbeitnehmer einzahlen müssen.

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Knapp 20 Jahre nach ihrem Start hat sich die freiwillige Riester-Rente für die meisten Sparer nicht gelohnt und verhindert Altersarmut kaum. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) und der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), die der WirtschaftsWoche vorab vorliegt. Hermann Gröhe, Unionsfraktionsvize im Bundestag, hat die Studie initiiert. Riestern sei zu teuer und kompliziert, sagt er. „Jetzt ist nicht mehr die Zeit, um über Kleinigkeiten bei der Riester-Rente zu diskutieren“, verlangt Gröhe. „Ziel muss sein, dass alle bei der Vorsorge mitmachen.“

Ein solcher Umstieg bei der privaten Altersvorsorge soll auch Thema beim Bundesparteitag der CDU kommende Woche in Leipzig sein.

Diese Umkehr beim Alterssparen sei wichtiger als die mit der SPD vereinbarte Grundrente. „Damit bewahrt man Menschen davor, überhaupt in die Grundrente zu geraten“, sagte Ex-Gesundheitsminister Gröhe der WirtschaftsWoche. Auch Deutschlands oberster Verbraucherschützer Klaus Müller vom VZBV fordert, einen „Neustart“. Zu kompliziert, zu renditeschwach, zu teuer seien die rund 16 Millionen bestehenden Vorsorgeverträge: „Das Vertrauen in die Riester-Rente nimmt massiv ab.“

Geringverdiener sind laut der Studie beim „Riestern“ kaum vertreten, brauchten die Vorsorge aber besonders. 40 bis 50 Prozent der Arbeitnehmer mit bis zu 2.500 Euro im Monat hätten keinen entsprechenden Vertrag. Die privaten Vorsorge-Lösungen hätten zudem hohe effektive Kosten zwischen 0,7 und über drei Prozent der eingezahlten Beiträge. Die Förderung sei kompliziert.

Ein vom Staat organisierter Standardfonds für Millionen Menschen verspreche höhere Renditen, beschreibt die Studie als Alternative. Die Kosten könnten dann bei 0,2 Prozent der Beiträge gedeckelt werden. Weil langfristig angelegt werde, könne „vorrangig in Aktien“ mit höherer Rendite investiert werden – anders als heute. Arbeitgeber sollten Teile des Nettogehalts automatisch zum Sparen überweisen. Ein Ausstieg solle für Arbeitnehmer nur unter wenigen Bedingungen möglich sein. 

Zwei Beispiele für die Rendite eines Standardfonds liefert die Studie: Wer heute 45 Jahre monatlich 100 Euro etwa in eine Riester-Rente mit Kapitalgarantien einzahle, könne mit vielleicht 300 Euro rechnen. Wer künftig für die verpflichtende Extrarente spare, könne nach 45 Jahren mit monatlich 571 Euro kalkulieren. Und wer auch in der Auszahlphase zulasse, dass Geld in Aktien investiert wird, dem winke eine (schwankende)Summe von monatlich im Schnitt 675 Euro.

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