Risikovorsorge Bundesbank führt erneut keinen Gewinn an den Bund ab

Die Zinsänderungsrisiken hätten aufgrund des Pandemie-Anleihenkaufprogramms stark zugenommen. Aufgrund der Notfallmaßnahmen sei es erforderlich, die Risikovorsorge weiter aufzustocken.

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Die Auswirkungen des Ukrainekriegs auf die deutsche Wirtschaft ließen sich noch nicht verlässlich abschätzen. Quelle: dpa

Die Bundesbank schüttet in Folge der Corona-Pandemie zum zweiten Mal in Folge keinen Gewinn an den Bund aus. Wie schon im Vorjahr erwirtschaftete die deutsche Notenbank 2021 lediglich ein ausgeglichenes Ergebnis, wie die Bundesbank am Mittwoch mitteilte.

Aufgrund der geldpolitischen Notfallmaßnahmen im Zuge der Pandemie sei es erforderlich, die Risikovorsorge weiter aufzustocken. „In den Jahren 2020 und 2021 haben sich die Risiken in unserer Bilanz im Vergleich zu der Zeit vor der Pandemie insgesamt stark erhöht“, erklärte Bundesbank-Präsident Joachim Nagel.

Vor allem die Zinsänderungsrisiken hätten aufgrund des Pandemie-Anleihenkaufprogramms PEPP der Europäischen Zentralbank (EZB) stark zugenommen. Da die Käufe auch Unternehmensanleihen einschließen, seien auch die Kreditrisiken kräftig gestiegen.

„Als umsichtige Notenbank müssen wir für diese Risiken Vorsorge betreiben“, sagte Nagel. Für den Jahresabschluss 2022 sei mit einer weiteren Aufstockung der Risikovorsorge zu rechnen. Die Bundesbank erhöhte ihre Wagnisrückstellung, die solche Gefahren abdeckt, um 1,3 Milliarden Euro auf 20,2 Milliarden Euro. Die Zinserträge gingen im vergangenen Jahr auf 2,5 von zuvor 2,9 Milliarden Euro zurück.
Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die deutsche Wirtschaft ließen sich noch nicht verlässlich abschätzen, erklärte die Bundesbank. Ein weiterer Energiepreisschub werde sich aber auf die Inflation auswirken, die laut Fachleuten der Bundesbank im laufenden Jahr im Jahresdurchschnitt fünf Prozent erreichen könnte. „Für den Euroraum ist ebenfalls eine hohe Inflationsrate zu erwarten“, erklärte Nagel. Die Normalisierung der Geldpolitik müsse daher im Blick behalten werden.

Mehr: Inflation in Deutschland steigt auf 5,1 Prozent – was jetzt für einen anhaltenden Preisschub spricht

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