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Rückblick Die wichtigsten Ereignisse im Wirtschaftsjahr 2020

Ein geschlossener Eingang einer Karstadt-Filiale in Düsseldorf. Quelle: dpa

Corona-Ausbruch, Staatshilfe für Tui und Lufthansa, Trubel um Galeria Karstadt Kaufhof, Berliner Flughafen: Wir blicken auf die wichtigsten Ereignisse des Wirtschaftsjahres 2020 zurück. Erinnern Sie sich noch an alle?

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6. Januar: Sony präsentiert sich überraschend als Autobauer. Der japanische Elektronik-Konzern zeigt auf der Technik-Messe CES den Prototypen eines Elektro-Autos. Zu Produktionsplänen schweigt sich Sony aus, im Jahresverlauf starten Straßentests.

24. Januar: Fast vier Monate nach der Insolvenz von Thomas Cook scheint der Ferienflieger Condor mit der Übernahme durch die polnische Airline LOT gerettet. Doch die Coronakrise sorgt für eine monatelange Zitterpartie: LOT gerät selbst in Bedrängnis und lässt den Deal im April platzen, Condor muss unter einen Schutzschirm schlüpfen. Erst im Oktober beschließen die Gläubiger einen Neustart.

18. März: Der deutsche Leitindex Dax erreicht den Boden in der Corona-Krise bei 8441,71 Punkten. Es war ein steiler Absturz binnen vier Wochen nach der Rekordjagd bei 13.800 Punkten Mitte Februar. Zum Dezember klettert der DAX wieder über die Marke von 13.300 Punkten.

18. März: Die Europäische Zentralbank stemmt sich mit einem 750 Milliarden Euro schweren Anleihen-Notfallprogramm gegen die Corona-Rezession. Das Geld soll Regierungen, Firmen, Banken und auch Familien zugutekommen. Im Juni wird das Anleihen-Programm um 600 Milliarden Euro ausgeweitet.

27. März: Wegen der Coronapandemie gibt es in den USA das größte Konjunkturpaket der Geschichte mit einem Umfang von 2 Billionen Dollar. Unter anderem bekommen alle, die weniger als 75.000 Dollar im Jahr verdienen, Schecks über 1200 Dollar. Milliarden gehen an Krankenhäuser und örtliche Regierungen. Monatelange Verhandlungen über ein zweites Paket bleiben vor der Präsidentenwahl ohne Ergebnis.

01. April: Nach starken Umsatzeinbrüchen sucht der letzte große deutsche Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof Rettung in einem sogenannten Schutzschirmverfahren. Sechs Monate später folgt der Neustart. Doch die Sanierungspläne sehen die Schließung von mehr als 40 Filialen vor, was rund 4000 Mitarbeiter den Job kosten soll.

08 April: Wegen des Corona-Stillstands vereinbart der Reiseriese Tui mit der staatlichen Förderbank KfW einen Kredit in Höhe von 1,8 Milliarden Euro. Später kommen über eine weitere Kreditlinie und eine Wandelanleihe noch 1,2 Milliarden Euro dazu. Im November ist von neuen Staatshilfen die Rede.

21. April: SAP schafft nach nur sechs Monaten die ursprünglich gefeierte Doppelspitze wieder ab. Christian Klein soll den Softwarekonzern ohne die bisherige Co-Chefin Jennifer Morgan führen. Die Coronakrise verlange eine klare Führungsstruktur, heißt es.

11. Mai: Wella bekommt einen neuen Besitzer. Der Kosmetikkonzern Coty der Milliardärsfamilie Reimann verkauft die Mehrheit an dem Darmstädter Haarpflege-Spezialisten an den Finanzinvestor KKR.

19. Juni: Der Zahlungsabwickler Wirecard gibt zu, dass Vermögenswerte von mehr als 1,9 Milliarden Euro vermutlich nicht existieren. Am 25. Juni stellt das Dax-Unternehmen einen Insolvenzantrag. Es ist ein beispielloser Bilanzskandal für Deutschland. Mögliche Versäumnisse von Behörden soll ein Untersuchungsausschuss aufklären.

25. Juni: Die Lufthansa kann mit massiver Staatshilfe weiterfliegen. Die Aktionäre stimmen einer 20-prozentigen Kapitalbeteiligung des Bundes zu. Sie schaffen damit die Voraussetzung für das neun Milliarden Euro schwere Hilfspaket gegen die Turbulenzen der Corona-Krise. Allein im 2. Quartal machte Lufthansa einen Verlust von 1,5 Milliarden Euro.

03. Juli: Bundestag und Bundesrat stimmen dem schrittweisen Ausstieg aus der Kohle bis 2038 zu. Betroffene Bundesländer sollen Strukturhilfen von 40 Milliarden Euro erhalten. Die Betreiber von Kohlekraftwerken werden entschädigt.

21. Juli: Im Kampf gegen die Corona-Wirtschaftskrise beschließt ein Sondergipfel der 27 EU-Staaten in Brüssel ein Hilfspaket und einen Finanzplan von 1,8 Billionen Euro. Einige „sparsame“ Länder setzen durch, das ein großer Anteil der Hilfen zurückgezahlt werden muss.

23. Juli: Ritter Sport verteidigt seinen Markenschutz gegen Milka und bleibt die einzige allseits bekannte quadratische Schokolade in deutschen Supermarktregalen. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe beendet den „Schokoladen-Krieg“ nach zehn Jahren.

30. Juli: Die verheerenden Wirtschaftsfolgen der Coronakrise werden beziffert: In Deutschland geben die Statistiker für das 2. Quartal einen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts um 10,1 Prozent bekannt, in den USA war es aufs Jahr hochgerechnet ein Minus von 32,9 Prozent.

04. August: Die Coronakrise treibt Gold auf Rekordpreise. Eine Unze Feingold (31,1 Gramm) erreicht ihren Höhepunkt bei 2070,05 Dollar.

13. September: Der Chip-Designer Arm, eine Schlüssel-Firma für die gesamte Smartphone-Branche, soll in die Hand des Grafikkarten-Spezialisten Nvidia kommen. Der bisherige Eigentümer Softbank, trennt sich von der britischen Firma in einem rund 40 Milliarden Dollar schweren Deal.

30. September: Disney greift in der Coronakrise zu Massenentlassungen: Vor allem in den Vergnügungsparks müssen 28.000 Beschäftigte gehen. Später werden die Entlassungen auf 32.000 Mitarbeiter ausgeweitet.

21. Oktober: Ein sagenhaft teures Medien-Experiment scheitert: Der Dienst Quibi versprach, Hollywood mit kurzen Videos in die Smartphone-Ära zu bringen. Doch nach in wenigen Monaten verbrannten 1,4 Milliarden Dollar folgt das Aus, weil die Nutzer nicht darauf anspringen.

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31. Oktober: Der Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) geht nach 14 Jahren Bauzeit offiziell in Betrieb. Pfusch bei Ausführung und Planungen sorgten für massive Verzögerungen, die Kosten sind mit sechs Milliarden Euro drei Mal höher als geplant. Am 8. Oktober wird der Stadtflughafen Tegel wird nach mehr als 70 Jahren geschlossen.

18. November: Boeings Unglücksjet 737 Max darf nach fast 20 Monaten Flugverbot unter Auflagen wieder starten. Die Maschinen bekommen unter anderem neue Steuerungssoftware. Fehler in dem Programm wurden für zwei Abstürze mit insgesamt 346 Toten verantwortlich gemacht. Das weit verbreitete Modell wurde im März 2019 aus dem Verkehr gezogen.

24. November: Börsen-Rekord in den USA: Der Index Dow Jones knackt erstmals die Marke von 30.000 Punkten. Er war schon im Februar nahe dran, fiel in der Coronakrise aber binnen weniger Wochen um rund 40 Prozent, bevor eine Erholung einsetzte. Die Aussicht auf Corona-Impfstoffe und neue Konjunkturhilfen sorgte nun für den Höchststand.

07. Dezember: Es ist das Ende einer Ära: Der Ikea-Katalog wird eingestellt. Das Kundenverhalten und der Medienkonsum hätten sich gewandelt, erklärte der Möbelriese das Ende der Hefte nach 70 Jahren.

09. Dezember: Die US-Regierung und mehr als 40 Bundesstaaten wollen Facebook zerschlagen. In Klagen werfen sie dem Online-Netzwerk unfairen Wettbewerb vor und wollen die Abspaltung von Instagram und WhatsApp erreichen. Experten sehen keine großen Erfolgsaussichten.

10. Dezember: Obwohl die Reisebranche hart von der Corona-Krise getroffen wurde, sorgen Anleger dafür, dass sich der Aktienkurs von Airbnb beim Börsengang mehr als verdoppelt. Mit rund 145 Dollar ist der Apartment-Vermittler etwa 100 Milliarden Dollar wert. Vor Weihnachten geht der Kurs sogar bis auf 170 Dollar hoch.

27. Dezember: Nach monatelangem Ringen gibt es in den USA schließlich ein zweites Konjunkturpaket, diesmal mit einem Volumen von rund 900 Milliarden Dollar. Der scheidende Präsident Trump setzt es nach anfänglichem Widerstand doch noch mit seiner Unterschrift in Kraft.

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