
Moskau Russland will seine Rüstungsaufträge in diesem Jahr offenbar als Reaktion auf die Wirtschaftskrise zurückfahren. Der Chef des staatlichen Rüstungskonzerns Rostec, Sergej Tschemesow, sagte in einem am Freitag veröffentlichten Interview des „Wall Street Journal“, er gehe von einem Rückgang von zehn Prozent aus. Bereits jetzt sei ein Minus spürbar.
Die Nachrichtenagentur Ria berichtete am Wochenende, die Krise zwinge die Regierung in Moskau zu Einschnitten im Wehretat. Das Verteidigungsministerium wolle seinen Haushalt in diesem Jahr um fünf Prozent kürzen. Dies wäre der größte Einschnitt seit Beginn der ersten Amtszeit von Präsident Wladimir Putin im Jahr 2000. Die Ausgaben zur Modernisierung der Streitkräfte waren unter Putin kräftig gestiegen.
Die russische Wirtschaft leidet unter dem Ölpreisverfall und den westlichen Sanktionen im Zuge des Ukraine-Konflikts. Das Finanzministerium hat deshalb Einsparungen quer durch alle Ressorts von zehn Prozent angemahnt.