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Russland-Krise „Wirtschaftsbeziehungen sind stark belastet”

Der Export deutscher Firmen nach Russland soll in diesem Jahr um rund 17 Prozent sinken, prognostiziert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag. Die Wirtschaftsvertreter fordern klare, zeitlich begrenzte Sanktionen.

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Der stellvertretende Geschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages sieht die Beziehungen zwischen deutschen und russischen Firmen gefährdet. Quelle: dpa

Düsseldorf Die Ausfuhren der deutschen Wirtschaft nach Russland dürften in diesem Jahr deutlich zurückgehen. Damit rechnet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der sich dabei auf Rückmeldungen deutscher Unternehmen in Moskau und St. Petersburg stützt. Der DIHK rechnet damit, dass die Exporte der deutschen Wirtschaft nach Russland 2014 um mindestens 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sinken werden – das entspricht einem Handelsvolumen von sechs Milliarden Euro. Das berichtet das Handelsblatt in seiner Dienstagausgabe

Deutsche Wirtschaftsvertreter in Russland sind offenbar tief besorgt. „Die deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen sind aktuell stark belastet“, sagte der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Volker Treier. Viele deutsche Firmen in Russland sorgen sich, dass die russischen Firmen die Kundenbeziehung beendeten. „Zum Teil ist das bereits schon geschehen“, so Treier. „Die russischen Kunden befürchten offenbar, dass die deutschen Firmen wegen der drohenden Wirtschaftssanktionen ihren Liefer- und Wartungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können.“ Verbreitet sei diese Sorge vor allem im Maschinenbau.

Treier meint zwar, es sei das „Primat der Politik“, politischen Druck auf Russland auszuüben. Wichtig für die Unternehmen sei aber, „dass die Sanktionen einen klaren zeitlichen Rahmen haben und klar definiert ist, was verlangt wird, um sie zu beenden“. Das stelle sicher, dass die Partnerschaft nicht langfristig belastet werde.

Die steile Wirtschaftsabschwung in Russland fällt ausgerechnet in eine Zeit, in der die Brics-Staaten (Brasilien, Russland, China, Indien und Südafrika) insgesamt deutlich an Tempo verlieren. Das ergibt eine DIHK-Umfrage in der ersten Julihälfte.

Die Ergebnisse aus den Brics-Ländern liegen dem Handelsblatt exklusiv vor – und deuten auf eine deutliche konjunkturelle Abkühlung hin. Für Brasilien, Indien und Südafrika hat der DIHK seine Prognose für das Wirtschaftswachstum im Jahr 2014 und seine Schätzungen für das Exportwachstum reduziert.

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