WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

s.Oliver, KiK, Thalia Einzelhandelsketten protestieren vor Kanzleramt für Hilfen und Öffnungen

Mit einem Motivwagen des Künstlers Jacques Tilly protestierten mehrere Einzelhandelsketten vor dem Kanzleramt für staatliche Hilfen und Lockerungen. Quelle: dpa

„Es droht ein Fiasko“: Einzelhandelsketten wie s.Oliver, KiK und die Buchhandelskette Thalia fordern staatliche Hilfen und Lockerungen. Ansonsten hätten größere Handelsunternehmen keine Chance.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:

Mehrere Einzelhandelsketten haben in Berlin für staatliche Hilfen und Lockerungen für den Handel demonstriert. „Es droht ein Fiasko“, teilte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, am Mittwoch mit. „Die Obergrenzen bei den Hilfen müssen endlich weg. Ansonsten haben größere Handelsunternehmen, die die Fußgängerzonen bundesweit mit ihren vielen Filialen beleben, keine Chance.“ Laut einer Umfrage des HDEs könnten durch die Coronakrise etwa 120.000 Geschäfte in den deutschen Innenstädten verschwinden. An der Protestaktion vor dem Kanzleramt, unter anderem mit einem Motivwagen des Künstlers Jacques Tilly, beteiligten sich große Einzelhändler wie s.Oliver, KiK oder die Buchhandelskette Thalia.

„Wir brauchen jetzt einen Marshall-Plan für den Einzelhandel, Gastronomie und Hotels, in dem zum einen wirtschaftliche Verluste kompensiert und zum anderen für die Zukunft in die Wiederbelebung der Innenstädte investiert wird“, sagte Michael Busch, Geschäftsführer des Buchhändlers Thalia, dem Business Insider. Durch die Schließungen profitierten vor allem Plattformen wie Amazon. „Die europäischen und nationalen Champions, die in der Lage wären, mit Amazon und Co. auf Augenhöhe zu konkurrieren, lässt man in der Krise verrecken“, so Busch.

Die Initiative forderte eine Perspektive für die vollständige bundesweite Öffnung von Geschäften sowie ein Ende der Testpflicht für den Einkauf bei Sieben-Tage-Inzidenzen von unter 100. Der Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100 000 Einwohner sich innerhalb einer Woche mit dem Coronavirus infizieren. Laut dem Robert Koch-Institut lag der Wert im bundesweiten Durchschnitt am Mittwoch bei 72,8 - Tendenz sinkend.

Mehr zum Thema: Tengelmann-Chef Christian Haub kritisiert die Coronapolitik der Bundesregierung, erwartet eine Rabattschlacht im Modehandel und will die Gruppe, zu der Kik und Obi gehören, weiter umbauen.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%