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Saarland Ende der Jamaika-Koalition hilft altem Schröder-Kumpel

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Latente Sympathie

 

Werner Müller Quelle: dpa

Während die Front gegen Werner Müller, der nach wie vor an dem Amt interessiert ist, mit dem Machtwechsel in NRW von Rüttgers zur Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) bröckelte, blieb das Saarland bisher strikt auf der Linie, die Stiftung als rein sachlich orientiertes Finanzierungsinstrument der sogenannten „Ewigkeitskosten“, das jahrzehntelange Abpumpen der stillgelegten Zechenschächte unter Saarland und Ruhrgebiet in Milliardenhöhe zu führen. Das war nicht nur unter dem früheren CDU-Ministerpräsidenten im Saarland so, auch seine CDU-Nachfolgerin Kramp-Karrenbauer war dieser Ansicht – und konnte es mit ihrem Koalitionspartner FDP im Bunde auch gar nicht anders sein.

Die SPD im Düsseldorfer Landtag hat aber schon signalisiert, was sie im Gegensatz dazu als Stiftungsauftrag sieht: Eine Plattform für Industriepolitik, für Ausbildungsinitiativen, für den Strukturwandel im Ruhrgebiet und damit als wirtschaftspolitische Gegenregierung zu allem, was nach Schwarzgelb aussieht.

Großes rhetorisches Talent

So stand gegen diesen Kurs und damit auch gegen die Personalentscheidung für Werner Müller bisher auch die saarländische CDU-Ministerpräsidentin. Die FDP an ihrer Seite war bisher strikt gegen alles, was nach Müllerscher Industriepolitik in Essen aussieht. Das Saarland war auch einmal Bergbauland, die große saarländische Zeche Ensdorf, die auch zum RAG-Verbund gehört, macht in diesem Mai dicht. Damit endet eine 250 Jahre lange Bergbautradition im Saarland – nicht aber die latente Sympathie für Müller in der saarländischen SPD.

Die könnte der CDU-Ministerpräsidentin nun in Absprache mit der NRW-Landesmutter Kraft (SPD) unter anderem mit auf den Weg geben, dass sie im Kuratorium der RAG-Stiftung zusammen mit Kraft für den ehemaligen Schröder-Wirtschaftsminister  stimmt. Dann kehrt ein Mann mit großem rhetorischem Talent auf die politische Bühne zurück. Er könnte mit seinem Rednertalent, das er unter Schröder mehr als einmal bewiesen hat, einen Berliner Wirtschaftsminister Philipp Rösler von Essen aus richtig Konkurrenz machen.

Müllers erstes Projekt könnte ein Pumpspeicherkraftwerk unter Tage sein, dort gibt es eine Menge bisher nutzloses Grubenwasser. Mit dem Bau dieses sensationellen Kraftwerks könnte Müller dann richtig Gas geben: Seht her, die Energiewende nach dem Atomausstieg mache ich, während in Berlin nur darüber geredet wird! Es wäre zumindest die schlagzeilenträchtigste Unter-Tage-Investition seit langem.

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