Sanktionen Hartz-IV-Empfänger werden weniger abgestraft

Ein versäumter Beratungstermin, eine abgelehnte Lehrstelle: Zur Strafe können Jobcenter Hartz IV kürzen. Jahrelang stieg die Zahl der Sanktionen auf Rekordniveaus. Jetzt scheint der Trend gebremst.

Wo am meisten Hartz IV gezahlt wird
AugsburgArbeitslosengeld II: 331 Euro Unterkunft, Heizung: 332 Euro Insgesamt: 809 Euro Quelle: dpa
BerlinArbeitslosengeld II: 343 Euro Unterkunft, Heizung: 376 Euro Insgesamt: 867 Euro Quelle: dpa
BraunschweigArbeitslosengeld II: 320 Euro Unterkunft, Heizung: 349 Euro Insgesamt: 808 Euro Quelle: dpa
BremenArbeitslosengeld II: 351 Euro Unterkunft, Heizung: 376 Euro Insgesamt: 875 Euro Quelle: dpa
ChemnitzArbeitslosengeld II: 321 Euro Unterkunft, Heizung: 285 Euro Insgesamt: 747 Euro Quelle: dpa-tmn
DüsseldorfArbeitslosengeld II: 367 Euro Unterkunft, Heizung: 402 Euro Insgesamt: 917 Euro Quelle: obs
DortmundArbeitslosengeld II: 365 Euro Unterkunft, Heizung: 377 Euro Insgesamt: 894 Euro Quelle: dpa

Erstmals seit vier Jahren ist die Zahl der Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger rückläufig. Im ersten Quartal 2013 bestraften die Jobcenter insgesamt 233.835 Mal Bezieher von Grundsicherung mit der Kürzung von Hartz-IV-Leistungen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte. Dies seien knapp 32.000 oder zwölf Prozent weniger Sanktionen als in den ersten drei Monaten 2012. Ihre Zahl ging damit erstmals seit vier Jahren zurück, nachdem sie in den Vorjahren teils deutlich gestiegen war.

Eine BA-Sprecherin führte die aktuelle Entwicklung auf die verbesserte Beratung zurück. Den Vermittlern gelinge es jetzt häufiger, Jobsucher etwa vom Sinn einer Eingliederungsvereinbarung zu überzeugen. Auch sei auffällig, dass weniger Hartz-IV-Arbeitslose wegen versäumter Beratungstermine bestraft worden seien. „Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass wir vor allem jungen Leuten hinterhertelefonieren und noch mal darauf aufmerksam machen, dass sie am nächsten Tag bei ihrem Jobcenter einen Termin haben.“ Die Zahl der Sanktionen wegen Meldeversäumnissen sank um mehr als 15.000 auf 163.842.

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Eine Kürzung der Hartz-Leistung um zehn Prozent wird nach BA-Angaben ausgesprochen, wenn Betroffene unentschuldigt einen Gesprächstermin mit ihrem Jobcenter-Vermittler versäumen. Eine Kürzung um 30 Prozent gibt es, wenn Grundsicherungsempfänger sich weigern, eine angebotene Stelle anzunehmen, Jugendliche eine Lehrstelle ablehnen oder Fortbildungen grundlos abbrechen. Im Wiederholungsfall droht eine Kürzung um 60 Prozent. Verweigert ein Erwerbsloser abermals eine Arbeit, kann Hartz IV vorübergehend komplett gestrichen werden. Im Schnitt haben die Jobcenter im ersten Quartal die Hartz-IV-Leistungen pro Monat um 109,84 Euro gekürzt.

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