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Satiriker Sonneborn "Die Partei" darf zur Bundestagswahl antreten

Die Freude ist groß bei Satire-Star Martin Sonneborn: Der Bundeswahlausschuss hat seine satirische Gruppierung "Die Partei" zur Bundestagswahl am 22. September zugelassen.

Der Bundesvorsitzende Martin Sonneborn der von Satirikern gegründeten Partei

"Wir sind durch und dabei: Bundestagswahl 2013!" schreibt Martin Sonneborn am Freitagvormittag auf seiner Facebook-Seite. Seine satirische Gruppierung "Die Partei" darf an der Bundestagswahl teilnehmen. In Berlin hatte der Bundeswahlausschuss am Morgen abschließend entschieden, welche Parteien am 22. September um den Einzug in den Bundestag kämpfen dürfen. In seiner zweiten Sitzung musste der Ausschuss noch über die Anträge von 19 Splitterparteien entscheiden - darunter die Grauen Panther und eben Sonneborns "Die Partei".

2009 hatte Sonneborn schon einmal versucht, bei der Bundestagswahl mitzumischen - unter dem Motto: "Kanzlerin ja, aber schöner" wollte "Die Partei" mit einer hübschen jungen Kanzlerkandidatin antreten, scheiterte aber. Auch ein Eilantrag vor dem Bundesverfassungsgericht konnte dem ehemaligen Chefredakteur des Satire-Magazins "Titanic" nicht mehr in den Sattel helfen.

Im Wahlprogramm "Inhalte überwinden!" fordert die Partei etwa als Verballhornung der Frauenquote die Einführung einer "Faulenquote", durch die "17 Prozent der Führungspositionen in der deutschen Wirtschaft mit qualifizierten Faulen, Drückebergern und Müßiggängern" besetzt werden sollen. Auch eine Abschaltung der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF wird vorgeschlagen - ganz nach dem Vorbild Griechenlands, wo Antonis Samaras von jetzt auf gleich den staatlichen Rundfunk einfach abschalten ließ.

Welche Politiker die Deutschen (nicht) lieben
Angela Merkel: 65 ProzentKanzlerin Merkel baut ihren Vorsprung in der Wählergunst im ARD-Wahltrend nochmal um fünf Prozent zum Vormonat aus. Damit ist sie nicht nur die Politikerin, mit deren Arbeit die Deutschen am zufriedensten sind. Sondern sie führt als CDU-Vorsitzende auch die Partei an, die – laut aktueller Sonntagsfrage – eine unveränderte Mehrheit von 41 Prozent der Deutschen wählen würden. Bei einer Stichwahl zwischen den Kanzlerkandidaten Steinbrück und Merkel, würden 55 Prozent der Deutschen für Merkel stimmen. Im Profilvergleich mit ihrem SPD-Herausforderer schneidet sie nur beim Einsatz für soziale Gerechtigkeit schlechter ab. Quelle: dapd
Thomas de Maizière: 63 ProzentVerteidigungsminister de Maizière folgt der Kanzlerin auf den Fersen: Auch der CDU-Politiker konnte zum Vormonat nochmal fünf Prozent gutmachen. De Maizière kommt in seinem Amt als Verteidigungsminister wohl deshalb so gut an, weil er den Umbau der Bundeswehr in eine Freiwilligenarmee zügig vorantreibt. Außerdem macht er auf das Schicksal traumatisierter Soldaten aufmerksam und erklärt den pazifistischen Deutschen, warum mancher Bundeswehreinsatz doch nötig sein könnte. Quelle: dapd
Wolfgang Schäuble: 59 ProzentAuch auf dem dritten Platz der Zufriedenheitsrangliste steht ein CDU-Politiker aus dem merkelschen Ministerkabinett: Finanzminister Schäuble hat nochmal zwei Prozent mehr Zustimmung bekommen als im Dezember. Und das obwohl er als einer der prominenten Manager der Euro-Krise nicht gerade auf Beliebtheit abonniert ist: Glauben doch 70 Prozent der Deutschen, dass uns das schlimmste in der europäischen Schuldenkrise noch bevorsteht. 54 Prozent der Wähler machen sich Sorgen um ihre Ersparnisse. Quelle: REUTERS
Hannelore Kraft: 58 ProzentDer populärste Sozialdemokrat ist weder Parteiführer Gabriel noch die „Stones“, sondern die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen: Hannelore Kraft hat zum Vormonat nochmal zwei Prozent auf der Zufriedenheitsskala zugelegt. Ihre Beliebtheit gründet sich wohl vor allem darauf, dass sie nicht kühl und abgehoben und ihre Auftritte inszeniert wirken, wie bei vielen anderen Spitzenpolitikern. Sie wirkt immer noch wie die gute Freundin von nebenan – und diese Bodenständigkeit kommt an. Quelle: REUTERS
Frank-Walter Steinmeier: 51 ProzentVor noch nicht allzu langer Zeit hatte die SPD noch drei potentielle Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl im Herbst: die „Stones“, Steinbrück und Steinmeier, und den dritten im Bunde, Parteiführer Gabriel. Zum Spitzenkandidat kürte die SPD – irgendwie über Nacht – Peer Steinbrück, der inzwischen in den Beliebtheitsumfragen abstürzt. Dagegen sind die Deutschen in der aktuellen Umfrage mit Frank-Walter Steinmeier aus dem ehemaligen SPD-Triumvirat am zufriedensten, auch wenn er seit den letzten Umfragen um 5 Prozent absackte. Quelle: dapd
Jürgen Trittin: 45 ProzentDer beliebteste Grünen-Politiker im Deutschlandtrend ist Bundesfraktionsvorsitzender Jürgen Trittin mit unverändert 45 Prozent Zustimmung. Bei der aktuellen Sonntagsfrage würden 14 Prozent der Deutschen die Grünen in den Bundestag wählen, zwei Prozent mehr als noch in der Vorwoche. Quelle: dpa
Ursula von der Leyen: 44 ProzentDie Zufriedenheit mit Arbeitsministerin von der Leyen liegt unverändert bei 44 Prozent. Sie selbst geht mit dem Thema Popularität ganz pragmatisch um: “Beliebt wollte ich zu Schulzeiten sein, das sind Poesiealbumkategorien. Als Ministerin ist das für mich kein Kriterium mehr. Die Themen, die ich behandele, polarisieren, weil sie jeden angehen.” Quelle: dpa

In Lübeck konnte "Die Partei" im Juni bereits einen Erfolg feiern: Knapp vier Wochen nach der Kommunalwahl zog sie in Person des Abgeordneten Bastian Langbehn in die Lübecker Bürgerschaft ein. Er hatte bei der Wahl 831 Stimmen erhalten und damit das bundesweit erste Mandat für "Die Partei" gewonnen.

Am Donnerstag hatte der elfköpfige Ausschuss bereits die Zulassung für insgesamt 26 Parteien erteilt: Grünes Licht erhielten neben etablierten Parteien wie der CDU und der SPD unter anderem auch die Piratenpartei und die eurokritische Alternative für Deutschland (AfD).

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