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Selbstmordattentat Verletzte deutsche Blauhelmsoldaten aus Mali zurück in Deutschland

Die verletzten Blauhelm-Soldaten sind wieder zurück in Deutschland und werden nun medizinisch behandelt. Doch die politische Aufarbeitung geht jetzt erst los.

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Die verletzten Soldaten werden am Stuttgarter Flughafen aus einem Airbus A310 der Bundeswehr transportiert. Quelle: dpa

Die zwölf bei einem Selbstmordattentat im westafrikanischen Mali verletzten Bundeswehrsoldaten sind zurück in Deutschland. Das zweite Flugzeug mit den restlichen verwundeten Soldaten an Bord landete in der Nacht zu Sonntag in Stuttgart.

Sie sollten anschließend ins Bundeswehrkrankenhaus nach Ulm gebracht werden. In Köln war am Samstagnachmittag bereits eine Maschine der Bundeswehr gelandet. In ihr befanden sich die drei am schwersten verletzten deutschen Blauhelmsoldaten und jene, die liegend transportiert werden mussten.

Sie wurden nach Koblenz ins Bundeswehr-Zentralkrankenhaus gebracht. Ihr Zustand war laut Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) stabil. Ein Selbstmordattentäter hatte am Freitagmorgen nordöstlich der Stadt Gao eine stehende Patrouille mit einer Autobombe angegriffen.

Es wurden 13 UN-Soldaten verletzt, zwölf Deutsche und ein Belgier. Drei deutsche Soldaten wurden schwer verletzt. Die Soldaten sicherten nach UN-Angaben den Konvoi eines malischen Bataillons. Vorangegangen sei am Vortag die Explosion eines Sprengsatzes, bei der es aber nur Sachschaden an einem Fahrzeug gegeben habe.

Derzeit sind rund 900 deutsche Soldaten an der UN-Mission Minusma beteiligt. Die Obergrenze liegt bei 1100 Männern und Frauen aus Deutschland. Der Einsatz soll den Friedensprozess in Mali unterstützen. In dem Land sind islamistische Terrorgruppen aktiv.

Probleme mit organisierter Kriminalität

2013 schlug ein massiver französischer Militäreinsatz ihren Vormarsch auf die Hauptstadt Bamako zurück. Auch organisierte Kriminalität und grenzübergreifender Schmuggel sind ein Problem in der Region, über die Migrationsrouten nach Nordafrika und weiter Richtung Europa laufen.

Die FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann forderte von Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer umgehend Auskunft über den Angriff. „Was weiß man über die Täter, über deren Herkunft, über deren möglicherweise Beziehungen zur Regierung bzw. zur Armee? Was bedeutet dieser Terroranschlag für den Auftrag und die Mandatsausübung“, fragte sie.



Der Parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion, Jan Korte, beantragte Sondersitzungen von Auswärtigem Ausschuss und Verteidigungsausschuss für die kommende Woche. Der Obmann der Linken im Verteidigungsausschuss, Alexander Neu monierte: „Es ist nicht das erste Mal, dass die Bundesregierung, insbesondere die Verteidigungsministerin, nicht die zuständigen Fachabgeordneten informiert, sondern an diesen vorbei die Medien.“

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