Sieger und Verlierer Wie Promi-Politiker in ihren Wahlkreisen abgeschnitten haben

In den umkämpften Wahlkreisen haben die Lokalgrößen gewonnen. Manchen Promi-Politikern hilft nur die Absicherung über die Landesliste.

Impressionen aus den Wahllokalen
Umringt von Kameraleuten und Sicherheitskräften kommt Kanzlerin Angela Merkel mit ihrem Ehemann ins Wahllokal. Sie kamen gegen 13.30 Uhr zu Fuß. Quelle: REUTERS
Kanzlerkandidat Peer Steinbrück ist frohen Mutes: Er habe gut geschlafen, sagte der SPD-Politiker. Der Wahlkampf habe ihm Spaß gemacht. Die SPD sei in der letzten Zeit in der Lage gewesen, sich deutlich zu profilieren. Das habe ihn gefreut. „Ich hoffe, dass sich das auch im Wahlergebnis widerspiegelt.“ Quelle: dpa
Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) und sein Lebenspartner Michael Mronz wählten in einem Wahllokal in Bonn. Er warb auf der Abschlusskundgebung der FDP um die Zweitstimme. Die Freidemokraten müssen um den Wiedereinzug in den Bundestag bangen. Quelle: dpa
Gregor Gysi, Spitzenkandidat und Fraktionsvorsitzender der Partei Die Linke im deutschen Bundestag wählte in Berlin-Pankow. Seine Partei muss nicht um den Wiedereinzug bangen, allerdings wird sie es wohl auch nicht in die Regierungsverantwortung schaffen: Eine Rot-Rot-Grüne-Koalition scheidet aus, weil SPD und Grüne eine Koalition mit der Linkspartei ausgeschlossen haben. Quelle: dpa
Einer der ersten an der Wahlurne war Bundespräsident Joachim Gauck, der gegen 9.30 Uhr gemeinsam mit Bundeswahlleiter Roderich Egeler und seiner Lebensgefährtin Daniela Schad seine Stimme abgab. Quelle: dpa
Tradition wird groß geschrieben: In niedersorbisch-wendischer Festtagstracht gibt diese Frau im Wahllokal im Spreewalddorf Leipe (Brandenburg) ihre Stimme für die Bundestagswahl 2013 ab. Quelle: dpa
Diese Trachten kommen traditionell aus dem Schwarzwald - und dort trägt man sie sicher nicht nur am Wahltag. Quelle: REUTERS
Die Wahlurnen bleiben bis 18 Uhr geschlossen. Damit es zu keiner Wahlfälschung kommt, mussten die Wahlhelfer morgens prüfen, ob sich auch wirklich kein Papier, oder gar Wahlscheine in der Urne befanden. Quelle: REUTERS
Überall sind an diesem Sonntag Wahllokale, in Kindergärten oder Gemeindehäusern, aber auch in diesem Vereinsheim. Das allerdings aus Mangel an Alternativen. Quelle: dpa
Rund 630.000 Wahlhelfer sind bei der Bundestagswahl im Einsatz. Der Wahlvorstand organisiert und überwacht die ordnungsgemäße Durchführung der Wahl und erklärt bei Bedarf den Bürgerinnen und Bürgern die Wahlformalitäten. Er zählt nach Schließung des Wahllokals die Stimmen aus und meldet das Ergebnis an die Kommune, die dies an die Kreiswahlleitung weiterleitet. Quelle: dpa

Angela hat es geschafft, Peer nicht. Bundeskanzlerin Merkel holte in ihrem Wahlkreis rund um die Insel Rügen 56,2 Prozent der Erststimmen, ihr Herausforderer Steinbrück von der SPD musste in seinem NRW-Wahlkreis Mettmann eine krachende Niederlage einstecken. Er schaffte es nicht gegen die bundesweit eher unbekannte CDU-Abgeordnete Michaela Noll, die 49,5 Prozent holte, Peer Steinbrück schaffte nur 34,6 Prozent.

Wäre Deutschland ein aus Wahlkreisen gewebter Teppich, sähe er nun schwarz (Union) aus, mit einzelnen roten Graffiti (SPD) in der Mitte und nach oben hin. Ein bunter Kleckser rechts beschreibt Berlin. Lila  zeigen sich dort vier Wahlkreise, die die Linke gewann. Ein grüner Punkt ist Kreuzberg-Friedrichshain, wo Christian Ströbele erneut das einzige Direktmandat der Sonnenblumenpartei holte.

In einigen Städten war es denkbar knapp, anderswo fielen vor allem Grüne-Kandidaten zurück, die sich zuvor Hoffnungen gemacht hatten, Wahlkreise direkt zu gewinnen. Die große Mehrzahl der Stimmkreise fiel an die Union, doch manchmal schafften es SPDler, die Wählerinnen und Wähler für sich einzunehmen.

In Essen gewann der CDU-Kandidat in einem Wimpernschlag-Finale. Der hartumkämpfte Kreis Essen III geht an Matthias Hauer  - mit drei Stimmen Vorsprung. Er bekam 59 043 Stimmen, auf die SPD-Kandidatin Petra Hinz entfielen 59 040 Stimmen. Beide Kandidaten kamen damit auf 39,5 Prozent der Stimmen. Vor vier Jahren hatte SPD-Frau Hinz mit knapp 4000 Stimmen Vorsprung gewonnen. Vielleicht wird nochmal nachgezählt.

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In Bonn gewann der SPD-Umweltpolitiker Ulrich Kelber, den seine Partei nicht mit einem realistischen Listenplatz abgesichert hatte. Für Kelber ging es also um alles oder nix. Es war haarscharf: Mit gerade mal 1000 Stimmen Vorsprung setzte er sich gegen seine CDU-Herausforderin Claudia Lücking-Michel durch. Vorher hatte FDP-Promi Guido Westerwelle aufgerufen, nicht ihm, sondern der CDU-Frau die Erststimme zu geben, die Liberalen baten um die Zweitstimme. Vor vier Jahren hatte Westerwelle immerhin noch knapp 20 Prozent der Direktstimmen bekommen.

In Köln sah alles zunächst nach einer Schlappe für den umtriebigen SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach aus. Der gilt in seiner Partei eher als schwer integrierbar, hatte aber in seinem Köln-Leverkusener Wahlkreis 2009 den Parlamentssitz geholt. Mit knapp 3000 Stimmen Vorsprung reichte es dann doch – Leverkusen wählte eher CDU-Kandidat Helmut Nowak, Köln eher Lauterbach.

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