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Simone Peter "Mit Mega-Mastanlagen muss Schluss sein"

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"Wir können es uns nicht leisten, auf Dauer ungesund zu essen"

Wie soll das aussehen?

Verbraucher brauchen mehr Durchblick im Label-Dschungel, damit sie bewusst entscheiden können. Einiges muss aber vorher die Politik regeln. Die Verantwortung kann sie nicht allein den Verbrauchern am Supermarkregal auflasten. Dazu gehören Gesetze, etwa ein Anbauverbot für Genmais oder strenge Standards für den Einsatz von Pestiziden und Medikamenten. Wir wollen, dass Wurst, die mit Chemie und Antibiotika durchsetzt ist, gar nicht auf den Markt kommt.

Aldi führt Vegetarier-Siegel ein
Der Discounter Aldi Süd führt das vom Deutschen Vegetarierbund vergebene V-Label zur Kennzeichnung fleischloser Produkte ein. In einem ersten Schritt würden Produkte vom vegetarischen Würstchen über fleischlosen Aufschnitt bis zum gelatinefreien Fruchtgummi mit dem Label angeboten. Weitere Produkte würden in den kommenden Monaten folgen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Das V-Label solle Vegetariern und Veganern den Einkauf erleichtern, hieß es. Die Produkte würden dabei entsprechend ihrer Zutaten in vier Gruppen eingeteilt: vegetarisch, ohne Milch, ohne Ei und vegan, also ohne jegliche tierische Zutaten. Aldi ist nicht der einzige Discounter, der die Vegetarier als Kundengruppe entdeckt. Konkurrent Penny testet seit Mitte April mit der Marke „Vegafit“ erstmals Produkte für Vegetarier. Und auch andere Branchen sind auf den Label-Zug aufgesprungen... Quelle: obs
Im April 2014 hatte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) angekündigt, in den kommenden Wochen einen Runden Tisch der deutschen Textilwirtschaft einzuberufen: "Wir bereiten gerade ein Textilsiegel vor, das für nachhaltig produzierte Kleidung stehen und noch in diesem Jahr eingeführt werden soll", sagte er der „Welt am Sonntag“. Deutschland wolle damit in Europa Vorreiter sein. Seine Kollegen in Frankreich und den Niederlanden hätten schon signalisiert, dass sie mitmachen wollten. Der Minister verlangt eine Selbstverpflichtung der Branche: „Wir brauchen soziale Standards, was Arbeitsschutz und Mindestlöhne betrifft. Aber auch ökologische Standards, etwa für Gerbereien, die mit aggressiven Chemikalien arbeiten.“ Er erwarte von der Textilbranche, dass sie für die gesamte Produktionskette vom Baumwollfeld bis zum Bügel die vereinbarten Standards garantiere. „Wenn das nicht auf freiwilliger Basis funktioniert, werden wir einen gesetzlichen Rahmen vorgeben“, sagte er. Allerdings halten nicht alle Siegel, was sie versprechen. Wofür die verschiedenen Biosiegel stehen. Quelle: dpa
EU-Bio-Siegel und Deutsches Bio-SiegelMehr als 60.000 Produkte sind mit dem deutschen Biosiegel gekennzeichnet. Damit ist es nicht nur weit verbreitet, sondern auch sehr bekannt. Etwa 90 Prozent der Verbraucher kennen das Siegel, das 2001 eingeführt wurde. Für dieses sowie das EU-Bio-Siegel gelten die gleichen Richtlinien. Die EU-Richtlinien sind "Kann-Vorgaben", an die sich in der Regel allerdings auch gehalten wird. So dürfen nur fünf Prozent der Zutaten in den ausgezeichneten Produkten aus konventionellem Anbau stammen. Gentechnisch veränderte Organismen sind verboten, allerdings dürfen Zusatzstoffe, die entsprechend hergestellt wurden, weiter verwendet werden. Pestizide sind verboten, chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger allerdings erlaubt. Das Tierfutter in Mast- und Milchbetrieben sollte ökologisch erzeugt sein, allerdings dürfen die Betriebe Futtermittelzukaufen - sofern sie es dokumentieren. Die Tiere müssen so oft wie möglich Auslauf im Freien haben. Außerdem werden die Landwirte aufgefordert, kranke Tiere "bevorzugt" mit pflanzlichen oder homöopathischen Arzneimitteln zu behandeln. Eine nachhaltige Erzeugung - wie etwa darauf zu achten möglichst wenig Wasser zu verbrauchen - wird mit dem Siegel nicht kontrolliert. Die Überwachung des Systems funktioniert weitestgehend. Produkte mit dem Bio-Siegel entsprechen einem Bio-Mindeststandard. Quelle: Presse
AlnaturaDie Eigenmarke vertreibt Produkte aus kontrolliert ökologischem Anbau im Einzelhandel sowie eigenen Bio-Supermärkten. Das Label baut ebenfalls auf der EU-Öko-Verordnung auf, geht allerdings zum Teil sogar noch darüber hinaus. So müssen zum Beispiel alle Zutaten aus ökologischem Anbau stammen. Außerdem lässt Alnatura seine Produkte zusätzlich auf Rückstände von Pestiziden und Schwermetallen untersuchen. Zusätzlich hat das Unternehmen eine Milchpreis-Initiative gestartet. Damit garantiert Alnatura seinen Bio-Landwirten einen festen Milchpreis von fast zehn Cent mehr pro Liter als konventionelle Milchbauern bekommen. Quelle: Presse
Bioland1971 gegründet, ist Bioland mit mehr als 5400 Bauern der größte Anbauverband Deutschlands. Das Konzept basiert auf organisch-biologischer Landwirtschaft ohne Kunstdünger und Pestizide. Biosaatgut und die naturheilkundliche Behandlung von kranken Tieren sind vorgeschrieben. Insgesamt sind die Verbandsrichtlinien deutlich strenger als die der EU, da diese nicht auf weichen "Kann-Regelungen" beruhen. So dürfen die Bioland-Betriebe beispielsweise nicht parallel konventionellen Anbau betreiben. Außerdem schreibt der Verband für jede Tierart spezifische Haltungsbedingungen mit einer garantierten Auslaufzeit im Freien vor. Quelle: Presse
DemeterDie Demeter-Landwirte beziehen sich auf das von Rudolf Steiner entwickelte „biologisch-dynamische Prinzip“ und sehen ihren Hof als ganzheitlichen Organismus. Nur streng kontrollierte Vertragspartner dürfen ihre Produkte mit dem Siegel kennzeichnen. Verzichtet wird auf synthetische Dünger, chemischen Pflanzenschutz und künstliche Zusatzstoffe in der Weiterverarbeitung. Demeter-Betriebe müssen komplett auf biologisch-dynamische Wirtschaftsweise umgestellt sein. Quelle: Presse
NaturlandMit mehr als 55 000 Bauern ist Naturland global ausgerichtet. In Deutschland sind 2200 Bauern Mitglied. Der Verband vergibt sein Siegel auch für Ökoaquakulturen, Textilien, Imkerprodukte und Brauerzeugnisse. Die Kontrollen werden durch externe, staatlich zugelassene Stellen durchgeführt wie das Institut für Marktökologie (Imo) mit Sitz in der Schweiz und Niederlassungen in mehr als 70 Ländern. Quelle: Presse

Wie soll Tierschutz im Stall stattfinden?

Riesige Ställe dürfen nicht mehr genehmigt werden. Und wir brauchen viel strengere Regeln für den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung. Inzwischen ist es so, dass Tierärzte Reserve-Antibiotika einsetzen, weil die herkömmlichen schon nicht mehr wirken. Ärzte sind alarmiert, weil die Menschen, die das Fleisch essen, ebenfalls resistent gegen eine Behandlung mit Antibiotika werden. Rückstände finden sich auch im Trinkwasser wieder.

Wollen die Grünen Antibiotika in der Tiermast verbieten?

Nein, aber ihr Einsatz sollte auf kranke Tiere beschränkt werden. Verboten werden muss die Behandlung mit Reserve-Antibiotika. Sonst gibt es auch für Menschen bald keine Behandlung mehr bei schweren Krankheiten.

Dürfen dann nur noch 200 Tiere in einen Stall, um Krankheiten klein zu halten?

Wir wollen weg von der Massentierhaltung. Die Menschen vor Ort akzeptieren das nicht mehr. Gülle ist auch ein Riesenproblem für die Böden und das Grundwasser. Wir brauchen Grenzwerte für Rückstände aus der Tiermast, und wir wollen kleinere Ställe. Es muss Schluss sein mit Mega-Mastanlagen und dem Transport von Tieren quer über den Kontinent.

Diese Lebensmittel sind Bazillen-Killer
Die kanadische Bevölkerung setzt Ahornsirup schon seit jeher gegen Infektionen ein. Quelle: Creative Commons Zero (CC0)
Pilze enthalten Stoffe, die Bakterien bekämpfen können. Quelle: Fotolia
Kohl ist in der Naturheilkunde für seine antibakteriellen und antientzündlichen Eigenschaften bekannt Quelle: AP
Honig enthält natürliche Stoffe, von denen man annimmt, dass sie gegen Bakterien wirken. Quelle: dpa
Viele Küchenkräuter entfalten antibakterielle Wirkung Quelle: Fotolia
 Gewürze können Bakterien abtöten oder in ihrem Wachstum hemmen Quelle: AP
Knoblauch wurde im Zweiten Weltkrieg auch "russisches Penicillin" genannt Quelle: REUTERS

Das dürfte Lebensmittel aber für den Einzelnen teurer machen.

Das mag auf dem Preisschild so aussehen. Es stimmt aber nicht, wenn man die Folgekosten für Umwelt und Gesundheit einbezieht und die Milliarden an Steuergeld, die heute in eine falsche Agrarpolitik fließen. Wir können es uns nicht leisten, auf Dauer ungesund zu essen. Uns geht es um gute und bezahlbare Lebensmittel für alle.

Finden Sie in der Union neue Verbündete? Der Bundesgesundheitsminister kritisiert den Einsatz von Antibiotika, andere wollen die Kreatur schützen und Massentierhaltung eindämmen.

Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Am Ende setzen CDU und CSU doch immer auf Massenproduktion und unverbindliche Selbstverpflichtungen zum Tierschutz.

In Arbeit
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Auf was achten Sie beim Einkaufen?

Im Saarland kaufe ich gerne in Hofläden ein. Hier in Berlin gibt es eine sehr gute Biobäckerei vor meiner Haustüre. Unter der Woche komme ich kaum zum Einkaufen und Kochen. Ich kaufe Fleisch in der Regel nur aus Bioproduktion. Dann esse ich lieber weniger davon. Ich habe zu viele Filme über Massentierhaltung gesehen. Wenn ich abends kurz vor Ladenschluss was brauche, gehe ich auch mal in den Supermarkt.

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