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Solarstrom-Förderung Besser und billiger ist möglich

Warum weder Wirtschaftsminister Rösler noch Umweltminister Röttgen bei ihrem Streit um Solarstrom und Co. Privatverbraucher und Unternehmen im Blick haben.

Wirtschaftsminister Rösler und Umweltminister Röttgen streiten sich über erneuerbare Energien, wie Solarstrom. Quelle: dpa

Nehmen wir mal an, die beiden Streithanseln, Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU), können sich auf zwei Dinge einigen. Zum einen darauf, dass bis 2020 rund 35 Prozent des Stroms im Land aus erneuerbaren Energien stammen soll. Das ist ein Stück Planwirtschaft, die schwarz-gelbe Regierung gab es mit ihrem Ausstieg aus der Atomkraft bis 2022 aber so vor.

Zum anderen können sich beide vielleicht verständigen, dass nicht Politiker, sondern Energieunternehmer den radikalen Umbau und Investitionen von mutmaßlich 250 Milliarden Euro in Wind- und Solaranlagen, in Gaskraftwerke und neue Netze vollbringen.

Die größten Solarhersteller der Welt
Die größten Solarhersteller der WeltPhoton Consulting, eine Forschungs- und Beraterfirma, die sich auf den Solarmarkt spezialisiert hat, hat sich die Hersteller von Solarmodulen einmal genauer angesehen. Aufgrund der Vorjahreszahlen erstellten die Solarexperten eine Prognose, wer 2011 die Top Ten Hersteller sein werden. Die Prognose basiert auf den Produktionskapazitäten - allerdings gaben bereits einige Hersteller an, ihre Kapazitäten doch nicht wie geplant weiter auszubauen. Quelle: dapd
Platz zehn der größten Modulhersteller im Jahr 2011 ist laut Photon-Prognose das japanische Unternehmen Kyocera. Im vergangenen Jahr stand es gleichauf mit dem deutschen Hersteller Solar World. Beide hatten eine Modulkapazität von 800 Megawatt. Zum Vergleich: Ein durchschnittliches Atomkraftwerk produziert um die 1200 Megawatt.
Wie auch im letzten Jahr wird das 2005 in China gegründete Unternehmen LDK Solar auf Platz neun der Liste stehen. 2010 waren die Chinesen in der Lage, 910 Megawatt zu fertigen. Der Umsatz lag bei rund 1,2 Milliarden Euro. Quelle: dpa
Einen Rang eingebüßt hat der ebenfalls chinesische Modulhersteller Hareon Solar. 2010 reichte eine Produktkapazität von 1.025 Megawatt noch für Rang sieben in der Liste, 2011 wird es damit wohl nur Platz acht. Auf den siebten Platz rückt das japanische Unternehmen Sharp, obwohl die Produktionskapazitäten im vergangenen Jahr noch geringfügig niedriger waren als die der chinesischen Konkurrenz. Der Elektronikriese Sharp wurde 1912 von Tokuji Hayakawa gegründet und hat bereits in den 1960er Jahren begonnen, auch intensiv die Herstellung von Solarzellen zu erforschen.
Auch der sechste Platz des Rankings ist in asiatischer Hand. Dort steht unverändert Jinko Solar aus Hongkong mit einer geschätzten Kapazität von 1.100 Megawatt. Auf Platz fünf steht ebenfalls ein chinesisches Unternehmen: Hanwha SolarOne aus Qidong ist das Ergebnis einer strategischen Partnerschaft des südkoreanischen Konglomerats Hanwha und des chinesischen Unternehmens Solarfun Power Holdings. Obwohl das Unternehmen Hanwha SolarOne erst 2010 entstanden ist, startete es direkt mit einer Fertigungskapazität von 1.350 Megawatt. Quelle: dapd
2010 belegte Canadian Solar aus Kitchener in Ontario Platz fünf im Ranking, laut Photon-Prognose erreicht es in diesem Jahr Platz vier. Das Unternehmen wurde 2001 von Dr. Shawn Qu gegründet und produziert seitdem Standard- und Spezialmodule in China. Quelle: dpa
Unverändert auf Platz drei dagegen steht Yingli, ein chinesischer Hersteller mit einer geschätzten Maximalleistung von 1.650 Megawatt pro Jahr. Yingli wurde auch durch das Sponsoring bei der Fußball-Weltmeisterschaft einem breiten Publikum bekannt. Quelle: dapd

Dann wäre Röslers Aufgabe, Unternehmen und Privatverbraucher vor zu hohen Stromkosten zu schützen. Röttgens Pflicht wäre, auf dem Weg in die Öko-Republik rasch voranzukommen und also Fördergeld effizient und sparsam einzusetzen.

Röttgen verteidigt EEG

So weit, so schwer. Noch sind die Kommentare aus beiden Lagern nicht besonders viel versprechend. Umweltminister Röttgen verteidigt das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das seit dem Jahr 2000 zum Beispiel Hausbesitzern mit Solaranlage auf dem Dach oder Solarpark-Betreibern über 20 Jahre für jede produzierte Einheit Strom eine feste und reichliche Einspeisevergütung garantiert.

Bezahlt wird das von Stromverbrauchern, die zurzeit 3,59 Cent je Kilowattstunde extra abgeben. Vor allem die ziemlich hohen Anreize für die Photovoltaik haben im sonnenarmen Deutschland einen Boom ausgelöst. Das treibt die EEG-Umlage in die Höhe.

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