Sommerinterview Horst Seehofer: "Wir müssen die AfD enttarnen"

CSU-Chef Horst Seehofer hält nichts davon, die AfD in TV-Runden zu meiden. "Wir sollten uns nicht vor der AfD verstecken", sagte er. Illusionäre Versprechungen der Euro-Kritiker müsse man enttarnen.

Der CSU-Vorsitzende und Ministerpräsident von Bayern, Horst Seehofer. Quelle: dpa

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer hält im Gegensatz zu Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) nichts davon, die eurokritische AfD in Fernseh-Talkrunden zu meiden. „Man sollte sich nicht verstecken in den Talkshows, denn nur die inhaltliche Auseinandersetzung führt ja zu Informationen für die Bevölkerung“, sagte der CSU-Vorsitzende im ZDF-„Sommerinterview“, das am Sonntagabend ausgestrahlt werden soll.

Wo die AfD Illusionäres verspreche, müsse man dies enttarnen. „Und dort, wo sie Ängste der Bevölkerung aufgreift, müssen wir für die Lösungen dieser Probleme sorgen.“ Kooperationen oder Koalitionen mit der AfD lehnte Seehofer jedoch ab.

Volker Kauder hatte nach der Europawahl eine Auseinandersetzung mit der AfD in Fernseh-Runden abgelehnt. „Mit denen möchte ich nicht in Talkshows sitzen“, sagte er damals. Die Partei hatte bei der Wahl im Mai aus dem Stand heraus 7,1 Prozent der Stimmen erreicht.

"Merkel im Zenit ihres Könnens"

Ein weiteres Thema im "Sommerinterview" waren die Gerüchte um einen vorzeitigen Rückzug von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in dieser Wahlperiode. „Ich halte den Rücktritt der Kanzlerin für völlig ausgeschlossen“, sagte der CSU-Vorsitzende.

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Er sei überzeugt davon, dass Merkel als Regierungschefin weitermache. „Sie ist so stark und steht im Zenit ihres Könnens, ihrer Anerkennung, weltweit, dass es nach allen logischen Grundsätzen für mich völlig ausgeschlossen ist, dass sie ihr Amt als Bundeskanzlerin beendet“, erklärte Seehofer. „Es gibt nichts auf der Welt, mit dem sie tauschen könnte oder wollte.“

In Medienberichten waren zuletzt unter Berufung auf Partei- und Regierungskreise Spekulationen laut geworden, Merkel wolle sich in der laufenden Wahlperiode freiwillig aus ihrem Amt zurückziehen und nicht auf eine Wahlniederlage oder parteiinterne Ablösung warten. Merkel hatte dies dementiert.

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