SPD Gabriel will nicht um jeden Preis Außenminister bleiben

Nur einen Tag nachdem Martin Schulz offiziell vom Parteivorsitz zurückgetreten war, hat noch Außenminister Sigmar Gabriel doch kein so großes Interesse mehr am Außenamt.

GroKo: Gabriel will nicht um jeden Preis Außenminister bleiben Quelle: AP

Erst will Sigmar Gabriel unbedingt Außenminister bleiben, jetzt will er nach eigenen Angaben doch nicht um jeden Preis im Amt bleiben. Jeder Parteivorstand habe das Recht, Ministerposten neu zu besetzen, sagt der SPD-Politiker der Wochenzeitung Die Zeit. „Da gibt es nichts zu kritisieren und schon gar nicht zu grollen oder zu jammern, sondern zum Abschied leise Servus zu sagen.“

Bei Martin Schulz habe er sich für seine „Mann-mit-Haaren-im-Gesicht-Bemerkung“ zunächst per SMS und anschließend persönlich entschuldigt. „Wir verstehen beide, wo unsere gegenseitigen Verletzungen liegen und dass alles menschlich ist, wir sind schließlich keine Polit-Maschinen.

Am Dienstag war Martin Schulz mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als Parteichef zurückgetreten. Der Parteivorstand übergab das Amt noch am selben Abend kommissarisch an den ersten Bürgermeister Hamburgs und Parteivize, Olaf Scholz. Am 22. April soll dann Andrea Nahles als neue SPD-Chefin von einem Sonderparteitag gewählt werden.

Die designierte Vorsitzende betonte bereits, dass sie die Partei nicht ausschließlich nach links rücken wolle. Arbeit, Wirtschaft und Weltoffenheit müssten zentrale Begriffe der SPD sein, sagt sie der Zeit. Bei manchen Themen müsse die SPD linker werden, etwa wenn es um den digitalen Kapitalismus gehe. Bei anderen Themen sei das anders. Lange habe in der SPD zum Beispiel die Vorstellung geherrscht, für soziale Sicherheit zuständig zu sein, während sich die CDU für die innere Sicherheit interessiere. Sicherheit müsse aber umfassender verstanden werden. „Wir müssen uns selbst auf Herz und Nieren prüfen, ob unsere Selbstverortung noch stimmt und für die Zukunft“.
Mit den jüngsten Entwicklungen hofft der Parteivorstand der SPD, die andauernden Personalunruhen in der Partei zu beenden.

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