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SPD-Parteitag "Ich will Kanzler werden"

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Sigmar Gabriel gibt sich kämpferisch

Die teuersten Vorträge von Peer Steinbrück
Die Deutsche Bank scheint zu den liebsten Auftraggebern von Peer Steinbück zu gehören. Unter mehreren Auftritten in der von ihm veröffentlichten Liste gehört beispielsweise ein Vortrag anlässlich einer Veranstaltung des Private Wealth Managements in Zusammenhang mit der Saisoneröffnung der Berliner Philharmoniker im August 2011 in Berlin. 15.000 Euro bekam der SPD-Politiker hierfür. Quelle: dpa
Die Bankentürme Frankfurts: Zum „Citi Research Day“ hielt Peer Steinbrück hier im Januar 2011 einen Vortrag, den er sich mit 15.000 Euro vergüten ließ. Die Rechnung ging an Citigroup Global Markets Deutschland. Quelle: dpa
Anlässlich ihres „Restructuring“-Treffens holten sich die Wirtschaftsprüfer von KPMG die rednerische Unterstützung von Steinbrück. Inklusive „Nebenkosten“ schlägt dieser Vortrag mit gut 15.700 Euro zu Buche. Quelle: AP
Auch eine der größten Banken Frankreichs holte sich den designierten SPD-Kanzlerkandidaten ins Haus: Für die BNP Paribas hielt Steinbrück im Februar 2010 einen Vortrag auf einer Fachkonferenz auf dem Petersberg – diesmal ohne Umwege über eine Redner-Agentur. Quelle: dpa
Zur Investorenkonferenz der Deutschen Bank in Wien sprach Steinbrück im Dezember 2009. Für seinen Vortrag, vermittelt über die Agentur Celebrity Speakers in Großbritannien, bekam er 15.000 Euro. Quelle: dpa
Auch Privatbanken nehmen die Dienste von Peer Steinbrück gern in Anspruch – so wie beispielsweise Sal. Oppenheim in Köln, eine Tochter der Deutschen Bank. Hier hielt Steinbrück im April 2012 für 15.000 Euro einen Vortrag im Rahmen einer Investmentkonferenz. Quelle: dpa
Ebenfalls über Celebrity Speakers kam Peer Steinbrück zu einem Vortrag für das 10. Investorenforum von JP Morgan in Frankfurt. Zu den gewohnten 15.000 Euro Honorar kamen knapp 400 Euro an Nebenkosten. Quelle: Reuters

SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte zuvor seine Partei zu Kampfgeist im Bundestagswahlkampf aufgerufen und dem Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück demonstrativ den Rücken gestärkt. „Die SPD steht geschlossen hinter Dir. Du bist einer von uns, Du kannst dich auf uns verlassen“, sagte er am Sonntag zum Auftakt des Parteitags in Augsburg. Seine Partei werde die Menschen und das Gemeinwohl ins Zentrum der bevorstehenden Auseinandersetzung stellen. „Dieses Wir wird den Ausgang dieser Bundestagswahl entscheiden. Lasst uns dafür kämpfen.“ Die schlechten Umfragewerte bewertete der SPD-Chef gelassen. „Der Wahlkampf ist erst vorbei, wenn die Wahllokale schließen“, betonte er und erinnerte an die Landtagswahl in Niedersachsen, bei der die SPD erst auf der Zielgeraden gewonnen hatte. „Zentral sind nicht die Umfragen, zentral ist die Haltung, die wir im Wahlkampf einnehmen.“ Gabriel betonte, die SPD gehe so geschlossen in den Wahlkampf wie schon lange nicht mehr. Er bekräftigte das Wahlziel, gemeinsam mit den Grünen die schwarz-gelbe Regierung abzulösen. „SPD und Grüne wollen zusammen mehr Demokratie wagen und unser Land nicht länger den Finanzmärkten und Banken überlassen.“ Das Bündnis von Union und FDP sei „die Koalition von gestern“.
Die SPD will in Augsburg ihr Wahlprogramm beschließen. Die 600 Delegierten sollen über Pläne abstimmen, die einen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde und einen Spitzensteuersatz von 49 Prozent sowie eine Solidarrente von 850 Euro monatlich vorsehen. Zudem will die SPD eine Mietenbremse und ein Milliardenprogramm für Bildung. Im Wahlkampf will die Partei auf die direkte Ansprache der Wähler setzen und plant bis zu fünf Millionen Hausbesuche.

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Der Parteitag findet wenige Wochen vor dem 150. Gründungsjubiläum der SPD statt, das am 23. Mai in Leipzig groß gefeiert werden soll. Die Umfragewerte bieten den Sozialdemokraten dagegen derzeit keinen Anlass zum Feiern. Sie liegen in Umfragen nur zwischen 23 und 27 Prozent. Der Rückhalt für Steinbrück schwindet auch in den eigenen Reihen. Einer Emnid-Umfrage für die „Bild am Sonntag“ zufolge glauben 48 Prozent der SPD-Anhänger, dass die Partei mit einem anderen Kandidaten besser dastünde. 28 Prozent sprechen Steinbrück sogar die Kanzlerfähigkeit ab.

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