SPD Seeheimer Kreis für Gabriel als Kanzlerkandidat

Die SPD will im Januar entscheiden, wer Kanzlerkandidat wird. Der im „Seeheimer Kreis“ organisierte rechte Flügel plädiert für Sigmar Gabriel als Merkel-Herausforderer. Im Gespräch sind aber auch zwei andere Politiker.

„Wir brauchen als Kanzlerkandidaten eine Kämpfernatur wie Gabriel, der die Unterschiede zwischen SPD und Union klar herausarbeitet“, sagte „Seeheimer

BerlinDer im „Seeheimer Kreis“ organisierte rechte SPD-Flügel plädiert für Parteichef Sigmar Gabriel als Herausforderer von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr. „Wir brauchen als Kanzlerkandidaten eine Kämpfernatur wie Gabriel, der die Unterschiede zwischen SPD und Union klar herausarbeitet“, sagte „Seeheimer"-Sprecher Johannes Kahrs dem „Tagesspiegel“ laut Vorabbericht vom Donnerstag. „Deshalb bin ich dafür, dass er antritt.“

Kahrs hatte sich schon im November für den SPD-Chef als Kanzlerkandidat ausgesprochen. „Gabriel hat die Qualitäten, um die SPD bei der Bundestagswahl auf deutlich über 30 Prozent zu bringen“, sagte Kahrs damals der Funke-Mediengruppe. Aktuelle Umfragen siedeln die SPD bei 20 bis 22 Prozent an. Bei der Bundestagswahl 2013 war sie auf 25,7 Prozent gekommen.

Die Sozialdemokraten wollen im Januar entscheiden, wer Kanzlerkandidat werden soll. Im Gespräch dafür sind neben Gabriel auch der bisherige Präsident des Europaparlaments Martin Schulz und Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz. Ein Beschluss des Parteivorstandes ist für die Klausurtagung am 29. und 30. Januar geplant. Für den 10. Januar ist nach Angaben aus der SPD allerdings ein Treffen der engeren Parteiführung angesetzt. In der SPD-Parteizentrale wurde dementiert, dass es bei dem früheren Treffen um die Kanzlerkandidatur gehen werde. An anderer Stelle hieß es indes, beim Treffen der engeren Parteiführung würden alle Punkte der Klausurtagung besprochen. Das beträfe dann auch die Kanzlerkandidatur.

Entscheiden muss die SPD auch noch über die Nachfolge von Außenminister Frank-Walter Steinmeier, den Union und SPD im Februar zum Bundespräsidenten wählen wollen. Auch dafür ist Schulz im Gespräch, der in die Bundespolitik wechseln will.

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