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Staatsschulden Wachsen und inflationieren oder Bankrott gehen

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Eine Fußgängerin in Quelle: REUTERS

Unorthodoxe praktische Lösungsansätze sind heute mehr denn je notwendig. Alle Welt redet vom Wirtschaftsboom in Asien. Dieser ist aber nur möglich, weil Regierung und Notenbank  in China eine offensive Kredit- und Schuldenexpansion betreiben. Nach inoffiziellen Angaben ist China mit über 100 Prozent zum BIP verschuldet. Der Hauptgrund für den Wirtschaftsboom in China beruht auf einem jährlichen Schuldenanstieg von 25 Prozent.

In der EU dagegen wird gespart. Das Resultat: ein Teil unserer Ersparnisse wandert ins Ausland. Allein 1.800 Milliarden Euro flossen in den letzten Jahren aus den Industrieländern in die Schwellenländer. Während es den Schuldenmachern in Asien glänzend geht, weitet sich die Finanzkrise in Europa aus. Ein Staat, der zur falschen Zeit an der falschen Stelle spart und sich vor den notwendigen Ausgaben scheut, gefährdet den Wohlstand und die Konkurrenzfähigkeit.

Es gibt kein Patentrezept

In der EU wird vom Untergang des Euro gesprochen, weil einige schwache europäische Staaten zusammen eine Schuldenlast von 2.000 Milliarden Euro haben. Die meisten US-Bundesstaaten haben dieselben Finanzprobleme. Hinzu kommen dort die Löcher in den öffentlichen Pensionskassen von rund 2.000 Milliarden Dollar. Die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den verschiedenen US-Bundesstaaten sind genauso hoch wie zwischen den EU-Staaten. Trotzdem fordert niemand, wie in der EU, dass sich der US-Dollar in mehrere Währungen aufspalten sollte.

Zur Lösung der weltweiten Überschuldungskrise gibt es kein Patentrezept, aber einen praktischen Ausweg: Wachsen und inflationieren! Daran führt letztlich kein Weg vorbei. In der Vergangenheit gab es in Deutschland immer wieder Inflationsschübe zwischen fünf und mehr Prozent. In D-Mark gerechnet hat unsere Währung bis heute ca. 95 Prozent ihres Wertes seit 1948 eingebüßt. Trotzdem hat sich der reale Wohlstand erhöht, was die meisten Ökonomen unter den Tisch fallen lassen. Zur Wahrung des sozialen Friedens muss bei einer solchen Geldpolitik für Rentner und sozial Schwache allerdings ein Inflationsausgleich geschaffen werden.

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    Eine nächste große Finanzkrise können die Regierungen ohne Hilfe der Notenbanken finanziell nicht mehr bewältigen. Es wird höchste Zeit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) für mehr Liquidität sorgt. Die Welt schwimmt nicht in Liquidität, wie überall behauptet wird, sondern ertrinkt  in einem Meer von Schulden. Die dauernden weltweiten Finanzkrisen sind dafür der beste Beweis.

    Deshalb wird die EZB bzw. der europäische Rettungsfonds irgendwann gezwungen sein, nicht für 400, sondern für mindestens 1.000 Milliarden Euro europäische Staatsanleihen zu kaufen. Zur Rettung ihrer Wirtschaft praktizieren die USA und Japan dies schon seit Jahren. Die Zentralbanken dieser Länder haben inzwischen für tausende Milliarden US-Dollar Staats- und Unternehmensanleihen aufgekauft, ohne dass es dabei  zu der viel befürchteten Inflation bzw. einem Währungsverfall gekommen ist.

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