Städteranking 2015 München ist Deutschlands attraktivste Stadt

Horrende Mieten, S-Bahn-Chaos und kaum Kita-Plätze – trotzdem ist München erneut Deutschlands attraktivste Stadt. Was die bayrische Metropole von anderen Großstädten unterscheidet.

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Wenn Münchner ihr Haushaltsbuch aufschlagen, fällt ihnen ein Ausgabenpunkt sofort ins Auge: Die Wohnkosten. Durchschnittlich 27,1 Prozent ihres Einkommens haben die Bürger der bayrischen Landeshauptstadt im zweiten Quartal 2015 monatlich dafür ausgegeben. Nur in einer deutschen Stadt, in Freiburg, wurde noch mehr fällig.

Trotzdem kann sich München vor neuen Einwohnern kaum retten. 2,1 Gesuche kommen auf eine Mietwohnung, Spitzenwert. Wer dagegen gleich in die eigenen vier Wände investieren will, muss tief in die Tasche greifen: 4619 Euro kostete im zweiten Quartal 2015 der Quadratmeter, ebenfalls Spitzenwert. Münchner Makler erleben goldene Zeiten.

Doch die Stadt ist ihre Immobilienpreise wert. München ist wie im Vorjahr mit deutlichem Abstand Deutschlands attraktivste Stadt. Dahinter komplettieren Ingolstadt und Erlangen das bayrische Spitzen-Trio. Das ergibt das exklusive Städteranking von WirtschaftsWoche, Immobilienscout24 und IW Consult. Der Vergleich der 69 größten deutschen Städte umfasst 53 Einzelindikatoren – untergliedert in die Kategorien Arbeitsmarkt, Wirtschaftsstruktur, Immobilienmarkt und Lebensqualität.

Stichwort Lebensqualität: Neugeborene erwartet in der Landeshauptstadt ein langes Leben. 82,3 Jahre sollen im Durchschnitt Kinder werden, die zwischen 2010 und 2012 geboren wurden – Rang zwei hinter Heidelberg. Dazu ziehen Englischer Garten, Residenz und Frauenkirche viele Touristen an. Auf einen Münchner kamen 2013 9,2 Gästeübernachtungen. Nur Frankfurt am Main schafft noch mehr.

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Auch die Wirtschaftsstruktur stimmt. Fünf Dax-Unternehmen (Allianz, BMW, Siemens, Linde und Münchner Rück) haben ihren Sitz in der Landeshauptstadt. Und die locken „High Potentials“: 2013 hatte jeder vierte Münchner Beschäftigte einen akademischen Abschluss (Rang 3). Da überrascht es kaum, dass die Erwerbstätigen in der bayrischen Metropole zu den produktivsten Arbeitern der Republik gehören. Das Bruttoinlandsprodukt je Beschäftigtem lag 2012 bei 82.728 Euro, Rang sechs im Städte-Vergleich.          

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Die attraktivste Stadt Deutschlands hat aber freilich noch Luft nach oben. Etwa bei der Kinderbetreuung. Für jedes zehnte Kind zwischen drei und fünf Jahren gab es 2014 keinen Kitaplatz. Nur neun Städte hatten eine noch schlechtere Versorgung. Und auch bei der Schulbildung hinkt München hinterher: Lediglich jeder dritte Schulabgänger hatte 2013 sein Abitur gemacht, Rang 62.

Das kann für den Wissenschaftsstandort München (Max-Planck-Gesellschaft, Fraunhofer-Gesellschaft) bald zum Problem werden. Schon 2014 verdienten 38,1 Prozent der Münchner Beschäftigten ihr Geld mit wissensintensiven Dienstleistungen. Immerhin Platz drei hinter Heidelberg und Bonn, im Städte-Durchschnitt waren es nur 24,1 Prozent.

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