WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Städteranking 2018 Die besten Städte für Unternehmen

Eine Luftaufnahme von Wolfsburg. Quelle: imago images

Wo leben Fachkräfte, was kosten und wie produktiv arbeiten sie? Der große Städtetest der WirtschaftsWoche zeigt, wo sich die Wirtschaft am wohlsten fühlt – und womit Außenseiter Unternehmen locken könnten.

Dass Großbritannien die Europäische Union verlässt, hat den Wettstreit verstärkt: In Deutschland ringen viele Städte nun darum, Unternehmen, die das Vereinigte Königreich verlassen und einen neuen Standort suchen, von sich zu überzeugen.

Wo Frankfurt die internationalen Banken lockt, versucht Berlin, Finanz-Start-ups für sich zu gewinnen. In Bayern und Baden-Württemberg wiederum setzen die Kommunen mit starker Autoindustrie darauf, weitere Konzerne aus der Branche an sich zu binden. Überall hoffen Kämmerer auf steigende Steuereinnahmen und Bürgermeisterinnen auf zusätzliche Arbeits- sowie Ausbildungsplätze am Ort. Aber womit können Wirtschaftsförderer für die von ihnen vertretene Kommune um Unternehmen werben?

Wo Firmen die besten Voraussetzungen finden, erfolgreich Geschäfte zu treiben, zeigen die Daten des Städterankings der WirtschaftsWoche. Die Ökonomen von IW Consult Köln haben untersucht, wo Unternehmen Fachkräfte finden, was sie kosten, wie stark Städte die Steuerlast für Firmen in die Höhe treiben und wo abseits der starken Industrieregionen interessante Standorte liegen.

Deutschlands zukunftsfähigste Städte
Heidelberg Quelle: AP
Regensburg Quelle: imago images
Karlsruhe Quelle: imago images
Jena Quelle: imago images
Ingolstadt Quelle: imago images
Wolfsburg Quelle: dpa
München Quelle: dpa

Wichtig für Unternehmen sind dabei zum einen die Arbeitskräfte. Je mehr gut ausgebildete Menschen an einem Ort leben, desto wahrscheinlicher ist es, diejenigen auszumachen, die eine Firma weiterbringen. Zwar kann der Test der WirtschaftsWoche keine Aussage darüber treffen, wie motiviert die Einwohner einer Stadt sich ihrer Arbeit widmen. In welchen Kommunen die meisten sozialversicherungspflichtig beschäftigten Akademiker leben, erheben die Zahlen jedoch: Ihr Anteil ist im (erweiterten) Süden Deutschlands am höchsten.

Die meisten Akademiker arbeiten demnach in bayerischen Städten: in Erlangen (ein Drittel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten) und München (fast 33 Prozent). Auch Darmstadt (Rang vier; 30,8 Prozent) und Stuttgart (fünfter Platz; 30,2 Prozent) kommen auf ähnlich hohe Werte. In München, Darmstadt und Stuttgart hat sich diese Quote zwischen 2013 und 2017 auch am dynamischsten entwickelt.

Unter den fünf bestplatzierten Städten sticht aus Ostdeutschland einzig Jena hervor, das mit einer Akademikerquote von fast 32 Prozent auf dem dritten Platz liegt. Die Stadt prägen die dort ansässigen Hochschulen sowie viele außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie ein Institut der Fraunhofer-Gesellschaft und drei Leibniz- sowie Max-Planck-Institute. Nirgendwo sonst in Deutschland gibt es, auf die Einwohnerzahl gerechnet, so viele Institute aus den Forschungsfeldern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Doch nicht nur die bereits gut ausgebildeten Menschen in einer Region sind für Unternehmen ausschlaggebend: Sie brauchen auch Nachwuchs – und haben daher ein Interesse daran, dass möglichst wenige junge Leute die Schule ohne Abschluss verlassen.

Hier zeichnet das diesjährige Städteranking ein deutlich uneinheitlicheres Bild: Sowohl die Städte, denen das am besten gelingt, wie diejenigen, wo die meisten Schüler die Schule ohne Hauptschulabschluss verlassen, liegen in ganz unterschiedlichen Teilen Deutschlands.

Die wenigsten Schulabbrecher verzeichnen Mainz (1,2 Prozent der Schulabgänger), Heidelberg (1,6 Prozent) und Leverkusen (3,3 Prozent). In Gelsenkirchen, Halle und Ludwigshafen ist die Quote dagegen zweistellig: Hier verlassen 11,8; 11,6 beziehungsweise 11,3 Prozent der Schulabgänger die Schule ohne Hauptschulabschluss – und damit mit schlechteren Chancen, ihren Weg auf dem Arbeitsmarkt zu finden.

Dabei hat Halle seine Quote zwischen 2011 und 2016 um 2,3 Prozentpunkte verringert – die viertbeste Veränderung unter den 71 untersuchten Städten. Ähnliches (minus 2,2 Prozentpunkte) ist Lübeck gelungen. Dort versucht das Schulamt seit einigen Jahren aktiv, die Quote zu senken.

In einem ersten Schritt wurden alle Lehrer und Lehrerinnen an den Gemeinschaftsschulen informiert, wie sie sich verhalten sollten, wenn Schüler oft im Unterricht fehlen: „Das geht davon, die Schüler erst einmal anzusprechen bis hin dazu, wenn nichts wirkt, die Polizei zu informieren, die Bußgelder gegen die Eltern verhängen kann“, sagt der Lübecker Schulrat Helge Daugs.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Diesen Artikel teilen:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%