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Städteranking 2018 Wo Studenten die besten Zukunftschancen haben

Städte-Ranking: Wo Studenten die besten Zukunftschancen haben Quelle: imago

Ist die Wahl auf das Studienfach erstmal getroffen, müssen Studenten die richtige Stadt aussuchen. Das aktuelle Städteranking zeigt, wo es sich dauerhaft gut leben lässt.

Wer als Student keine Lust hat, gleich nach dem Abschluss wieder die Koffer zu packen, sollte seine Unistadt strategisch wählen. Dazu gehört die jeweilige Situation auf dem Arbeitsmarkt, die Innovationskraft und auch, wie viele andere junge Menschen in der Stadt wohnen. Ein Blick in das Städteranking der WirtschaftsWoche zeigt, dass deutsche Studenten die Qual der Wahl haben.

Denn neben den klassischen Studentenstädten wie Heidelberg, Freiburg, Münster, Aachen oder Berlin bieten auch andere Metropolregionen gute Jobchancen, innovative Unternehmensgründungen, neuen Wohnraum und eine lebendige Kunst- und Kulturszene. Ein Überblick.

Stabilster Arbeitsmarkt in Süddeutschland

Wer den Übergang zwischen Studium und Beruf besonders einfach gestalten will, ist in Hessen gut aufgehoben. Denn sowohl Darmstadt als auch Frankfurt am Main punkten mit einer innovativen Start-up-Szene, guten Jobchancen und einem guten Breitbandausbau.

Die Stadt der Banken zeichnet sich zudem durch einen Gründerboom aus: Auf 10.000 Erwerbsfähige kommen 71 Unternehmensgründungen pro Jahr.

Dicht darauf folgen Mönchengladbach mit 67 Gründungen auf 10.000 Erwerbsfähige, Hamburg mit 60, Düsseldorf mit 58 und München mit 54. Doch der Blick auf die Insolvenzen zeigt auch: Die höchsten Forderungen aus Geschäftspleiten stammen ebenfalls aus Frankfurt am Main. Damit landet die Stadt hinter Gelsenkirchen, der Ruhrgebietsstadt, die im Städteranking durchgehend auf den hintersten Rängen liegt.

Doch auch wenn der Einstieg in das hippe Start-up scheitert, sind die Chancen auf eine neue Stelle in Frankfurt gut. Besonders viele Arbeitsplätze gibt es jedoch in Süddeutschland. Ingolstadt führt die Tabelle mit 74,8 Prozent sozialversicherungspflichtiger Beschäftigter. Gleich danach folgen Heilbronn, Wolfsburg, Fürth und München. Die Entwicklung des Arbeitsmarktes ist jedoch in der ganzen Republik positiv.

Die meisten Künstler leben in Berlin

Wer nicht gerade in der Industrie anheuern will, orientiert sich daher an der Quote für wissensintensive Dienstleistungen. Darunter fallen Branchen wie IT, Versicherungen und Finanzwesen, Rechtsberatung, Marktforschung und Design. Besonders stark entwickelt haben sich hier in den vergangenen fünf Jahren Wuppertal, Fürth, Ulm, Mülheim an der Ruhr und Karlsruhe. Einen Rückgang verzeichneten Herne, Krefeld, Potsdam, Leverkusen und Offenbach am Main.

Wer eher der Kunst zugeneigt ist, findet das kreativste Umfeld ganz klar in Berlin. 21 von 1000 Erwerbstätigen sind offziell als Künstler gemeldet. In Köln sind es nur noch 13 von 1000 Bürgern. Die meisten Künstler finden sich dann noch in den Metropolen des Landes Hamburg, Leipzig und München.

Wer noch dazu gerne unter seinesgleichen lebt, hat die besten Chancen in Erlangen, München, Jena, Darmstadt oder Stuttgart. Hier liegt der Anteil der Akademiker gemessen an den sozialversicherungspflichten Beschäftigten bei rund 30 Prozent. Wer auf Biosupermarkt und vegane Restaurants verzichten kann, ist in Gelsenkirchen, Bremerhaven, Salzgitter, Hamm und Bottrop gut aufgehoben. Hier haben nur knapp zehn Prozent der Bevölkerung studiert.

Junges Heidelberg

Doch wer meint, dass in den Akademikerhochburgen auch am meisten Theater- und Opern besucht werden, irrt. Hier landet nur Darmstadt unter den Top 5. Die meisten Kulturliebhaber finden sich in Dresden, Ulm, Heilbronn und Regensburg. Die Semperoper, die viele Touristen aus der Bierwerbung kennen, wird sicherlich einen wichtigen Anteil daran haben.

Wem jedoch wichtiger ist, dass die Bürger der Stadt vergleichsweise jung sind, zieht am besten in eine klassische Studentenstadt. Wenig überraschend führen hier Heidelberg, Frankfurt am Main, Freiburg, Münster und Regensburg die Liste an. Die älteren Generationen wohnen im Ruhrgebiet oder im Osten Deutschlands wie etwa in Halle, Mülheim an der Ruhr und Chemnitz.

Stadt oder Land, diese Frage stellt sich für die meisten Uniabsolventen nicht. Sie zieht es nach dem Studium mehrheitlich in die Großstadt. Am beliebtesten ist dabei München. In den vergangenen sechs Jahren ist die Zahl der Absolventen hier um 5,8 Prozent gestiegen. Damit ist die Hauptstadt Bayerns nur ein wenig beliebter als Berlin, wo die Zahl der zugezogenen Absolventen um 5,3 Prozent gestiegen ist. Die wenigsten verschlägt es nach Herne, Oberhausen, Hamm, Cottbus und Offenbach am Main.

Das beeinflusst auch die Dynamik der Stadt. So sind Oberhausen, Cottbus aber auch die Ruhrgebietsstädte Hagen, Remscheid und Bottrop nur minimal größer geworden, während Leipzig mit einem Zuzug von 12 Prozent langsam aus den Nähten platzt. Auch das berlinnahe Potsdam, Regensburg, Frankfurt und Offenbach am Main verzeichnen neun Prozent mehr Bürger.

Fazit: Das Ranking zeigt, dass alle 71 untersuchten Städte einen soliden Arbeitsmarkt aufweisen. Die Entscheidung für oder gegen eine Stadt oder Region sollte demnach den persönlichen Vorlieben entsprechen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die beste Jobsicherheit im Süden Deutschlands gewährt ist. Kunstaffine Menschen fühlen sich in Berlin, Hamburg oder München wohl. Wer Innovationen liebt, findet in Darmstadt und Frankfurt viel neuen Input. Und wer es beschaulich mag und wenig Veränderung wünscht, ist im Ruhrgebiet gut aufgehoben.

Deutschlands zukunftsfähigste Städte
Heidelberg Quelle: AP
Regensburg Quelle: imago
Karlsruhe Quelle: imago
Jena Quelle: imago
Ingolstadt Quelle: imago
Wolfsburg Quelle: dpa
München Quelle: dpa
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