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Städtetest 2010 Metropolen fallen im Städtetest zurück

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Audi-Produktion in Ingolstadt Quelle: obs

Viele mittelgroße Städte an der Peripherie gewinnen auch deshalb an Attraktivität, weil sie attraktive Rahmenbedingungen für die Wirtschaft und deren Beschäftigte bieten können, gleichzeitig aber nicht die sozialen Probleme der Großstädte haben – oder nur in geringerem Ausmaß. Dabei zeigt sich einmal mehr: Es gibt eine gefährliche Schere zwischen boomenden und wirtschaftlich darbenden Regionen.

Insgesamt neun der Top-Ten-Städte kommen aus Bayern oder Baden-Württemberg, und selbst die Kandidaten aus strukturschwächeren Gebieten der beiden Südstaaten liegen im Ranking im vorderen Bereich. Auf den Plätzen 51 bis 100 findet sich hingegen keine einzige Stadt aus Bayern oder dem Ländle.

Im Osten der Republik sind wirtschaftliche Boom-Regionen dagegen nach wie vor rar gesät. Eine Ausnahme ist das thüringische Jena, das sich mit Platz 33 den Titel der besten Oststadt holt. Das Erfolgsrezept ist die enge Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft. Die Fachkräfte für die dominierenden Branchen Optik, Medizintechnik, Solar, Biotechnologie und Softwareentwicklung werden zu einem großen Teil an Universität und Fachhochschule selbst ausgebildet. Rund 26 Prozent der Beschäftigten haben einen Hochschulabschluss, damit liegt Jena nur knapp hinter Spitzenreiter Erlangen. Bei der Wirtschaftsleistung je Einwohner ist jedoch noch viel Luft nach oben. Hier reicht es nur für Platz 58. Auch bei der Kaufkraft hinken die Jenaer hinterher. Im Schnitt 14 531 Euro hatte jeder Bürger 2008 zur Verfügung – Platz 98.

Gelsenkirchen am Ende

Ein geringes Wohlstandsniveau zeichnet auch das Schlusslicht im diesjährigen Städtetest aus. In Gelsenkirchen gibt es gleich mehrere Baustellen zu beackern: hohe Arbeitslosigkeit, hohe Schulabbrecherquote, überdurchschnittlich viele Hartz-IV-Empfänger. Grund für das schlechte Abschneiden ist die zu passive Strukturpolitik der Vergangenheit. Denn während andere Ruhrgebietsstädte vergleichsweise früh Kohle und Stahl gegen andere Wirtschaftszweige tauschten, stützte sich Gelsenkirchen noch lange auf den Bergbau. Allerdings: Seit einigen Jahren betreiben auch die Gelsenkirchener eine aktive Standortpolitik, ehemalige Industriebrachen werden zu neuen Wohn- und Gewerbegebieten erschlossen. Im Dynamikranking wird das daher auch mit einem guten Platz 21 belohnt.

Mehr zum Städtetest und den Siegerstädten lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der WirtschaftsWoche, ab Montag 13.12.2010 am Kiosk erhältlich.

Eine ausführliche Version der Exklusivstudie mit vielen noch unveröffentlichten Einzeltabellen gibt es ab Montag zudem als PDF zum Herunterladen unter www.wiwo-shop.de. Der Preis beträgt 29,95 Euro. Darin enthalten ist auch das jüngste umfangreiche Bundesländerranking der WirtschaftsWoche.

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