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Standort-Vergleich Deutschland holt bei Arbeitskosten auf

Arbeit bleibt in Deutschland teuer. Im europäischen Vergleich holt der Standort jedoch deutlich auf. 2007 stiegen die Arbeitskosten so gering wie in keinem anderen EU-Land.

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Arbeiter bei ThyssenKrupp in Quelle: dpa

In der Privatwirtschaft kostete die Arbeitsstunde durchschnittlich 29,10 Euro und damit ein Prozent mehr als 2006, wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte. In den anderen EU-Staaten lag der Anstieg zwischen 1,2 Prozent in Malta und 30,4 Prozent in Rumänien. Im laufenden Jahr dürften die Arbeitskosten angesichts zuletzt deutlich höherer Tarifabschlüsse Experten zufolge jedoch wieder stärker anziehen.

Deutschland lag bei den absoluten Kosten auf dem siebten Platz und fiel damit im Vergleich zu 2006 um einen Rang zurück. Im Durchschnitt der EU mit ihren 27 Mitgliedstaaten lagen die Arbeitskosten bei 22,80 Euro je geleistete Stunde. Vor Deutschland lagen dabei noch Dänemark (35 Euro je Stunde), Schweden (33,40), Belgien (33,10), Luxemburg (32,70), Frankreich (31,90) und die Niederlande (29,20). Die niedrigsten Arbeitskosten gab es in Bulgarien mit 2,10 Euro je Stunde.

Im Verarbeitenden Gewerbe, das besonders im internationalen Wettbewerb steht, lag Deutschland mit Kosten von 33 Euro je Stunde im EU-Vergleich auf dem vierten Platz hinter Belgien (35,90), Schweden (34,60) und Dänemark (33,50). Auch hier war aber der Anstieg hierzulande mit 1,2 Prozent am geringsten.

„In der Industrie sind wir immer noch in der Spitzengruppe, hier war es bitter nötig, dass wir einen moderaten Anstieg der Kosten hatten“, sagte Christoph Schröder, Arbeitskosten-Experte beim Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Das habe die Chancen der deutschen Unternehmen gestärkt, sich im Wettbewerb zu behaupten.

Auch der jüngste Beschäftigungsaufbau sei unter anderem auf die gemäßigten Steigerungen der Lohnkosten zurückzuführen. Gustav Horn, Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts IMK, bezifferte den erwarteten Anstieg für 2008 auf zwei Prozent. Dennoch werde Deutschland wohl weiterhin an Wettbewerbsfähigkeit dazu gewinnen, weil die Zuwächse in den anderen EU-Staaten höher ausfielen, sagte er.

In die Arbeitskosten rechnen die Statistiker alles hinein, was ein Arbeitgeber zur Beschäftigung eines Arbeitnehmers aufwenden muss: Bruttolöhne und -gehälter, Sozialbeiträge sowie Kosten für berufliche Fortbildung.

Relativ günstig kommen die Arbeitgeber in Deutschland im EU-Vergleich offiziellen Angaben zufolge bei den Lohnnebenkosten weg - darunter zählen die Sozialbeiträge der Arbeitgeber und die Aufwendungen für die betriebliche Altersversorgung. Je 100 Euro Bruttolohn fielen 2007 in Deutschland 32 Euro Nebenkosten an - das bedeutet Rang 14 in der Europäischen Union.

Am höchsten waren die Zusatzausgaben mit 50 Euro je 100 Euro Bruttolohn in Frankreich und Schweden, am niedrigsten mit zehn Euro in Malta.

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