Standortvergleich Wie kann es sein, dass Deutschland noch hinter China landet?

Es gibt viele Gründe, weshalb Deutschland im Vergleich abrutscht. Quelle: imago images

Deutschland rutscht in internationalen Standortvergleichen immer weiter ab. Die Bundesregierung will dem durch milliardenschwere Subventionen für einzelne Unternehmen entgegenwirken. Doch das ist der falsche Weg. Ein Kommentar.

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Deutschland fällt in internationalen Standortrankings immer weiter zurück. Im neuesten Standortvergleich der Wettbewerbsfähigkeit durch die renommierte Managementhochschule IMD in Lausanne rutscht Deutschland gleich um sieben (!) Plätze auf Rang 22 von insgesamt 64 Ländern ab – und landet damit hinter dem kommunistischen China. In allen Kategorien hat Deutschland an Wettbewerbsfähigkeit verloren: bei der ökonomischen Performanz, der Infrastruktur, der Effizienz des Regierungshandelns und der Leistungsstärke der Unternehmen.

Besonders düster sieht es bei der steuerlichen Belastung (Rang 60), der Preisentwicklung (Rang 53) sowie dem Leistungs- und Arbeitsethos in den Unternehmen (Rang 44) aus. Im Umfrageteil des Standortrankings gab keine (!) einzige Führungskraft an, die steuerlichen Rahmenbedingungen seien eine Standortstärke Deutschlands. Beschämender könnte das Votum für ein Land, das einst das Wirtschaftswunder gebar und als Exportweltmeister überall Achtung genoss, nicht ausfallen.

Die Ampelregierung glaubt, mit milliardenschweren Subventionen als Lockmittel für Unternehmen wie Intel das Image des Standorts aufpolieren und diesen resilienter aufstellen zu können. Doch das ist ein Irrtum.



Deutschland braucht keine eigene mit Steuergeldern künstlich hochgezogene Chipproduktion, für die es eh keine komparativen Vorteile besitzt. Diversifizierte Lieferquellen reichen, um einseitige Abhängigkeiten zu vermeiden.

Die Ressourcen, die Intel bindet, werden in anderen Branchen, Regionen und Unternehmen fehlen. Das verfälscht den Wettbewerb und bremst das Wachstum. Weil Intel derzeit den halben Globus mit neuen Produktionsstandorten überzieht, wächst die Gefahr von Überkapazitäten. Sinken später die Preise für Chips und damit die Gewinne von Intel, dürften mit dem Hinweis auf die Gefahr für die Arbeitsplätze weitere Subventionsforderungen erschallen.

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Statt mit finanziellen Hilfen für einige wenige Unternehmen eine Subventionsspirale in Gang zu setzen, wäre die Bundesregierung gut beraten, die Rahmenbedingungen für alle Unternehmen am Standort Deutschland zu verbessern. Niedrigere Steuern und Abgaben, weniger Bürokratie, mehr unternehmerische Freiheit und ein bescheidener Staat sind die Schlüssel für mehr Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit – und damit für eine Renaissance des Standorts Deutschland in internationalen Rankings.

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