Statistisches Jahrbuch 2015 Weniger Vollzeitjobs, mehr Dienstleistungen, ab in den Osten

Binnen 25 Jahren hat sich die Wirtschaft der Bundesrepublik strukturell gewandelt - weg vom produzierenden Gewerbe und hin zu mehr Dienstleistungen. Was das für den Arbeitsmarkt bedeutet. Deutschland in Zahlen.

Wie wir Deutsche ticken
Quelle: YouGov
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Erstmals seit der Wiedervereinigung sind mehr Menschen nach Ostdeutschland hin- als weggezogen. Im Jahr 2013 zogen 140.593 Menschen in die neuen Bundesländer, Berlin eingerechnet. 139.442 verließen den Osten. Unter dem Strich steht also ein Zuwachs von 1.151. Zum Vergleich: Fünf Jahre zuvor lag der Wanderungssaldo noch bei über 40.000 Menschen – zum Nachteil Ostdeutschlands.

Selbst wenn man Berlin herausrechnet, sieht es für die neuen Bundesländer zunehmend besser aus. Zum Vergleich: 2008 lag der Negativ-Saldo noch bei über 50.000 Menschen, mittlerweile sind es noch etwa 10.000.

Diese Zahlen gehen aus dem Statistischen Jahrbuch 2015 heraus, welches das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Berlin vorgestellt hat. Im Jahr 2013 konnte sich vor allem Bayern über mehr neue Einwohner freuen. Es zogen 14.000 Menschen mehr nach Bayern als den Freistaat verließen. In Berlin lag das Plus bei 8.000, Schleswig Holstein 7.000, Brandenburg und Sachsen je 4.000 sowie Hamburg und Niedersachsen mit je 2.000 Menschen.

Der Wegzug aus Nordrhein-Westfalen bleibt hingegen konstant hoch. Der negative Wanderungssaldo lag hier bei 17.000, gefolgt von Thüringen und Sachsen-Anhalt (je -6.000), Saarland, Mecklenburg-Vorpommern und Hessen (je -2.000) sowie Bremen und Baden-Württemberg (je -1.000).

 Wirtschaftsstruktur

Neben der Bevölkerungsstruktur hat sich auch die Wirtschaft in den letzten 25 Jahren deutlich verändert. Im Jahr 1991 lag das gesamtdeutsche Bruttoinlandsprodukt bei knapp 1,6 Billionen Euro. Damals machten 62 Prozent der deutschen Wirtschaftskraft Dienstleistungen aus. Mittlerweile sind es 69 Prozent bei knapp drei Billionen Euro Bruttowertschöpfung. Das produzierende Gewerbe machte 1991 etwa ein Drittel aus, heute ist es noch ein Viertel. Das Baugewerbe kam früher auf sechs Prozent, heute sind es fünf.

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Eine Hand steckt eine Karte in ein Arbeitszeiterfassungsgerät, eine so genannte Stechuhr. Quelle: dpa
Ein Mann telefoniert am Arbeitsplatz Quelle: dpa
Ein Zusatzschild eines Verkehrsschildes zeigt eine Familie mit Kinderwagen. Quelle: dpa
Eine Frau sitzt am 26.09.2007 mit ihrem Kind vor einem Laptop und telefoniert mit einem Handy. Quelle: dpa
Nachtschicht geht diese VW-Mitarbeiter durch das Tor 17 in das VW-Stammwerk in Wolfsburg. Quelle: dpa
Ein Kunde nimmt in Düsseldorf eine Broschüre zum Thema Kurzarbeit aus dem Regal. Quelle: dpa
Anteil der Zeitarbeiter in DeutschlandDer Anteil von Zeitarbeit in Deutschland ist zwar zurückgegangen, aber immer noch höher als in anderen europäischen Staaten. Der Gesamtanteil liegt bei rund drei Prozent, von den 15- bis 24-Jähringen sind 4,5 Prozent in Zeitarbeit beschäftigt. Nur in Frankreich gibt es noch mehr junge Menschen, die über eine Zeitarbeitsfirma den Einstieg ins Berufsleben versuchen. Quelle: Fotolia

Aufschlussreich ist auch die Aufschlüsselung des BIP nach Bundesländern. Mehr als ein Fünftel der deutschen Wirtschaftskraft kommt aus Nordrhein-Westfalen, im Jahr 2014 waren es knapp 625 Milliarden Euro, gefolgt von Bayern (522 Mrd.), Baden-Württemberg (438 Mrd.), Niedersachsen (253 Mrd). und Hessen (250 Mrd.). Am wenigsten tragen das Saarland (33 Mrd.) und Bremen (30 Mrd.) bei.

Beim Länderfinanzausgleich kommt es weiterhin zu einer Umverteilung, von der ein Großteil der Bundesländer finanziell profitiert. Bayern überweist knapp fünf Milliarden, Baden-Württemberg 2,4 Milliarden, Hessen 1,8 Milliarden und Hamburg 550 Millionen Euro. Alle anderen zwölf Länder gehören zur Gruppe der Empfänger – allen voran Berlin, die pro Jahr 3,5

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 Weniger Vollzeitjobs

 Die Veränderung der Wirtschaftsstruktur hin zu mehr Dienstleistungen spiegelt sich auch am Arbeitsmarkt wider. Gingen 1991 über 83 Prozent der Männer einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nach, waren es 2014 noch drei Viertel. Die Zahl der atypisch Beschäftigten stieg von sechs auf zwölf Prozent, die der Selbständigen von elf auf 13.

Bei den Frauen ist die Entwicklung noch deutlicher. 1991 waren 72 Prozent normal angestellt, heute sind es noch 61 Prozent. Mittlerweile sind 32 Prozent selbstständig – neun Prozentpunkte mehr als 1991.

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