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Stefan Mappus "Die Grünen hätten Stuttgart 21 stoppen können"

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Wie erklären Sie sich das? Technikfeindlichkeit oder spätbürgerliche Dekadenz?

Es ist eine Melange aus vielerlei Gründen. Es ist erstens ein gewisser Wohlstand, bei dem sich viele fragen, ob wir noch Veränderungen brauchen. Es gibt auch Kräfte, die Ängste von Bürgern ausnutzen und solche Bewegungen zu unterwandern versuchen. Und eine dritte Gruppe beherzigt das Sankt-Florians-Prinzip und ist gegen Projekte vor der jeweiligen örtlichen Haustür. Wenn ein SPD-Politiker, der vier Jahre Umweltminister war...

...und Sigmar Gabriel heißt...

...öffentlich von Schrottreaktoren redet, ist das unverantwortlich und schlicht unredlich. Wenn das Schrottreaktoren wären, hätte er die als verantwortlicher und verantwortungsbewusster Minister sofort abschalten müssen.

Herr Rüttgers verlangte vor seiner Landtagswahl von der Bundesregierung, keine Entscheidungen zu treffen. Sie auch?

Die Bürger sind viel intelligenter, als manche Politiker glauben. Sie spüren, wenn bewusst nicht entschieden wird, um sich vermeintlich einen Vorteil zu verschaffen. Ich will, dass die Bundesregierung Entscheidungen trifft. Die Bundeswehrreform hat Karl-Theodor zu Guttenberg beispielhaft vorbereitet. Bei Hartz IV macht Ursula von der Leyen einen exzellenten Job. Auch die Sparmaßnahmen unterstütze ich – sie sind notwendig und werden den Aufschwung weiter forcieren. Die Wirtschaft brummt, am stärksten übrigens in Baden-Württemberg – und der Arbeitsmarkt entwickelt sich auch sehr positiv.

Werden die Wähler dies honorieren?

Die Wähler honorieren mutige Entscheidungen, auch wenn sie anfangs zum Teil Bedenken haben. Das war bei der Wiederbewaffnung unter Konrad Adenauer so, das war bei der Nachrüstung unter Helmut Kohl so, und das wäre fast bei Gerhard Schröder mit der Agenda 2010 so gewesen, wenn er nicht in Panik die Brocken hingeworfen und Neuwahlen herbeigeführt hätte.

Sie glauben an Wunderheilung?

Nein, nein, ich rede von konventioneller und bewährter Schulmedizin.

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