Steigende EEG-Umlage Dann wechselt halt den Stromanbieter!

Die Umlage zur Finanzierung des Ökostroms steigt auch 2016 an. Der Strompreis muss deshalb aber nicht steigen – wenn der Verbraucher richtig handelt.

Windräder Quelle: dpa

Die Atempause war kurz. Nachdem für das laufende Jahr die Umlage für die Erneuerbaren Energien leicht gesunken ist, steuert sie im kommenden Jahr auf ein Rekordhoch zu: Die Netzbetreiber verlangen 0,18 Cent mehr pro Kilowattstunde. Das entspricht einem Anstieg von knapp drei Prozent auf 6,35 Cent.

Nun schlägt wieder die Stunde der Energiewende-Gegner, die in dem Umstieg auf klimafreundliche Energien wie Sonne, Wind und Biomasse den Untergang des Industriestandorts in Deutschland und eine ungerechte Belastung der sozial Schwachen prophezeien. Doch Grund zur Panik besteht nicht.

Zwar werden die Stromanbieter versuchen, die gestiegene EEG Umlage auf ihre Kunden umzuwälzen. Schließlich steht die Abgabe wie ein Seismograf für die Energiewendekosten nach dem Motto: Steigt die EEG Umlage, muss auch der Strompreis steigen. Mit dieser Gleichung werden die Unternehmen den Kunden die nächste Tariferhöhung erklären.

Zehn Antworten zum Elektroauto
Wie weit kommt ein Elektroauto eigentlich?Neben dem hohen Anschaffungspreis ist die geringe Reichweite eines der größten Probleme von Elektroautos. Nur Tesla-Modelle schaffen schon bis zu 500 Kilometer. Ansonsten beträgt die Reichweite bei den meisten Fahrzeugen 150 bis 250 Kilometer, was in der Regel für den täglichen Bedarf genügt. Für Dienstreisen oder eine Urlaubsfahrt eignen sich E-Autos aber noch nicht. Bei schneller Fahrt auf Autobahnen genauso wie bei Minusgraden sinkt der Aktionsradius deutlich. Darum setzen einige Hersteller auf Reichweitenverlängerer, sogenannte Range-Extender. Das sind kleine Verbrennungsmotoren, die in der Regel keine Verbindung zu den Rädern haben, sondern lediglich als Generator arbeiten. Bei niedrigem Akkustand springt dieser automatisch an, lädt die Batterie und sorgt während der Fahrt für elektrischen Nachschub. Quelle: Presse
Kann ich mein E-Auto nur zuhause an der Steckdose oder an einer Ladestation tanken?Nein, auch Schnellladestationen sind eine Möglichkeit. An so einer Station lässt sich beispielsweise der BMW i3 in weniger als einer halben Stunde auf 80 Prozent Ladestand bringen. An der Schnellladestation fließt Gleichstrom mit einer Spannung von maximal 500 Volt und einer Leistung von bis zu 50 Kilowatt. Im Vergleich: Eine gängige Ladestation mit Wechselstrom hat eine Spannung von 230 Volt (Haushaltsspannung) und maximal 3,6 Kilowatt Leistung, der Ladevorgang dauert bei leerer Batterie je nach Modell sechs bis zehn Stunden. In Deutschland sind Schnellladestationen jedoch noch recht selten. Zum Vergleich: Laut der Ladestation-Online-Suche ChargeMap gibt es etwa in Berlin sieben, in München zehn und in Düsseldorf lediglich eine Schnellladestation. Quelle: Presse
Was bedeutet „induktives Laden“? Quelle: Presse
Welche weiteren Antriebsarten gibt es noch neben Benzin-, Diesel- und Elektromotor? Eine weitere Variante ist der Hybridantrieb. Dabei ist Hybrid nicht gleich Hybrid. Grundsätzlich bedeutet das nur, dass zwei verschiedene Antriebe miteinander kombiniert werden, meist ein Verbrennungs- mit einem Elektromotor. Beim Voll-Hybrid besteht die Möglichkeit, kleinere Strecken auch rein elektrisch zurückzulegen. Der Mild-Hybrid hingegen hat ebenfalls zwei Antriebe, der Elektromotor kann das Auto allerdings nicht alleine bewegen. Er nimmt dem Verbrenner lediglich Arbeit ab und senkt so seinen Verbrauch oder stellt in bestimmten Fahrsituationen zusätzliche Leistung zur Verfügung. Eine Mischform aus Elektroauto und reinem Hybrid stellt der Plug-in-Hybrid dar. Seine Batterie kann zusätzlich extern über das Stromnetz geladen werden. Quelle: Presse
Was passiert bei der Rekuperation?Rekuperation ist der Fachbegriff für Rückgewinnung von Energie. Immer wenn ein Fahrzeug bremst, geht viel Energie verloren. Bei der Rekuperation wird ein Teil dieser Energie in Strom umgewandelt und dann in einem Akku oder Kondensator gespeichert, um zu einem späteren Zeitpunkt wieder genutzt zu werden. Bei Elektroautos trägt sie unmittelbar zur Erhöhung der Reichweite bei. Quelle: Presse
Warum benötigt ein E-Auto sogenannten
Können Elektroautos auch Spaß beim Fahren bereiten?Ja, denn das Elektroauto hat im Vergleich zum Pkw mit Verbrennungsmotor den Vorteil, dass sein Drehmoment nahezu sofort verfügbar ist. Selbst kleinere Elektroautos können so sofort die maximale Leistung ihres Motors nutzen und an der Ampel einem Sportler davonziehen. Beispielsweise liegt das Drehmoment des Kleinstwagen VW eUp bei 210 Newtonmetern. Vom Antritt eines Tesla-Performance-Modells ganz zu schweigen... Quelle: Presse

Dabei haben es die Kunden selbst in der Hand, das zu akzeptieren oder nicht. Denn nicht der Staat entscheidet über den Strompreis, den Haushalte zahlen müssen, sondern Angebot und Nachfrage. Und hier gibt es Einsparpotenzial in Höhe von mehreren Milliarden Euro.

Verbraucher sind zu bequem

Doch Stromkunden sind träge. Wer einmal einen Anbieter gewechselt hat, verharrt oft über Jahre in dem Tarif. Viele haben noch kein einziges Mal gewechselt. Steigende Preise nehmen die Kunden dann einfach so hin – aus Bequemlichkeit, Nichtwissen oder Nicht-wissen-wollen.

Die Verbraucherzentralen weisen darauf hin, dass ein Tarifwechsel Bares bringt. In Großstädten lassen sich für einen Vier-Personen-Haushalt mitunter mehrere Hundert Euro pro Jahr sparen. Dagegen wirken die zehn bis 20 Euro mehr, die der Anstieg der EEG-Umlage ausmachen würde, wenn sie eins zu eins auf den Endpreis aufgeschlagen würde, wie ein Witz.

Nach Zahlen der Bundesnetzagentur befinden sich noch 34 Prozent der Verbraucher in dem teuren Tarif der örtlichen Grundversorgung, meist also sind sie Kunden der Stadtwerke. Knapp 16 Millionen Haushalte dürfen also nicht auf den Staat zeigen, wenn sie steigende Stromtarife kritisieren.

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Die EEG Umlage ist ohnehin nur ein Bestandteil von mehreren Preiskomponenten. Hier scheint, trotz der leichten Anhebung im kommenden Jahr, die Obergrenze erreicht. Die im vergangenen Jahr umgesetzte EEG-Reform erntet ihre Früchte. Die Kostenbremse bei der EEG-Umlage scheint weitestgehend erreicht.

Anders könnte es jedoch bald bei den Netzentgelten aussehen. In den nächsten Jahren stehen Milliardeninvestitionen in die Übertragungsnetze an. Die vier Netzbetreiber Tennet, Amprion, TransnetBW und 50 Hertz werden die Kosten auf die Stromkunden umlegen. „Hier spielt die Musik“, heißt es in der Energiebranche. Die Strompreise könnten in den kommenden Jahren also doch noch weiter steigen. Aber nicht die EEG-Umlage ist dafür verantwortlich, sondern Investitionen in das Netz.

Umso wichtiger ist, dass Stromkunden lernen, den freien Wettbewerb auf dem Energiemarkt zum eigenen Vorteil zu nutzen. Steigende Kosten müssen nicht zwangsläufig zu steigenden Preisen führen – wenn der Verbraucher richtig handelt.

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