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Steigende Flüchtlingszahlen Länder wollen mehr Geld für Flüchtlinge

Das Bundesamt für Migration geht davon aus, dass bis Jahresende mehr als 400.000 Asylanträge gestellt werden. Bund und Länder wollen im Kanzleramt über die Lage beraten.

Flüchtlinge, die aus einem EU-Land nach Ungarn zurückgeschickt werden, dürfen nun doch wieder nach Ungarn einreisen.  Quelle: dpa Picture-Alliance

Angesichts rapide steigender Flüchtlingszahlen pochen die Ministerpräsidenten mehrerer Bundesländer auf mehr finanzielle Hilfen des Bundes. „Die Unterbringung und Versorgung dieser Menschen kann nicht nur alleine von den Ländern und den Kommunen getragen werden“, sagte Baden-Württembergs Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) vor einem Spitzentreffen zur Asylpolitik in Berlin. „Das ist eine nationale Aufgabe, die nur von Bund, Ländern und Kommunen gemeinsam gestemmt werden kann.“

Über das Mittelmeer nach Europa: Zahlen zu Flüchtlingen

Bund und Länder wollen bei dem Treffen an diesem Freitag im Kanzleramt über den Umgang mit der wachsenden Zahl von Flüchtlingen beraten. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geht inzwischen davon aus, dass bis Jahresende mehr als 400.000 Asylanträge gestellt werden. Das wären doppelt so viele wie im vergangenen Jahr.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) will erreichen, dass der Bund künftig 9000 Euro pro Flüchtling im Jahr zahlt. „Ich erwarte, dass sich der Bund mehr auf die Länder und Kommunen zubewegt und einen größeren strukturellen finanziellen Beitrag zur Unterbringung der Asylbewerber leistet“, sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.

Status und Schutz von Flüchtlingen in Deutschland

Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) erwartet von dem Flüchtlingsgipfel das klare Signal, dass Unterbringung und Integration von Zufluchtssuchenden eine nationale Aufgabe ist. „Sollte sich jetzt herausstellen, dass statt der prognostizierten 300.000 Flüchtlinge nun 400.000 Flüchtlinge oder sogar mehr pro Jahr nach Deutschland kommen, müssen wir neu denken und über zusätzliche Bundesmittel reden“, sagte die CDU-Politikerin der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag).

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