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Steuern Die neue Geduld der Finanzämter

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Die massiven Einkommensverluste von Bürgern und Unternehmen infolge des Corona-Crashs haben bei den Finanzämtern offenbar zu neuer Nachsichtigkeit geführt. Quelle: dpa

In der Coronakrise stundet der Fiskus den Bürgern und Unternehmen bislang 13,2 Milliarden Euro. Auch bei den Vorauszahlungen haben die Finanzämter schon 21,3 Milliarden Euro Zahlungsaufschub gewährt. Die Bundesregierung rechnet mit riesigen Steuerausfällen.

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Wer früher auf die Großzügigkeit der Finanzämter hoffte, wurde meist bitter enttäuscht. Der Fiskus setzte enge Fristen, wenn er Geld wollte und ließ sich immer sehr viel Zeit, wenn etwas erstattet werden musste. Doch die massiven Einkommensverluste von Bürgern und Unternehmen infolge des Corona-Crashs haben bei den Finanzämtern offenbar zu neuer Nachsichtigkeit geführt. Das geht aus der internen Übersicht der Bundesregierung zur Lage der deutschen Wirtschaft in der Pandemie hervor, die der Wirtschaftswoche vorliegt. Nach diesem Zahlenwerk mit Stand 31. Juli wurden bereits festgesetzte Vorauszahlungen auf veranlagte Einkommensteuer sowie Körperschaft- und Gewerbesteuer in Höhe von 21,3 Milliarden Euro herabgesetzt. Weitere 5,8 Milliarden Euro entfallen auf Herabsetzungen zur Umsatzsteuer bei Dauerfristverlängerung.

Die neue Geduld der Finanzämter zeigt sich auch bei der Stundung bereits fälliger Steuerzahlungen. Mit Rücksicht auf die schwache Solvenz der Schuldner gewährte der Fiskus den Steuerpflichtigen bislang Zahlungsaufschub von 11,7 Milliarden Euro.

Auch die steuerlichen Erleichterungen werden stark in Anspruch genommen: Insgesamt haben die Finanzämter bereits Entlastungen in Höhe von 5,4 Milliarden Euro zugestimmt.

Wie hoch am Ende die Steuerausfälle infolge der Pandemie sein werden, lässt sich nur schätzen. Bislang geht die Bundesregierung für 2020 von Mindereinnahmen in Höhe von mehr als 100 Milliarden Euro aus.

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