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Steuerverschwendung Regierung bezuschusst Porschefahrten für Hotelgäste

Der deutsche Staat ist in Sachen Steuerverschwendungen ja bekanntermaßen erfinderisch. Nun hat ein Magazin eine weitere Subvention aufgedeckt: Das Verkehrsministerium finanziert Luxushotel-Gästen Testfahrten mit Porsche-Limousinen.

porsche Panamera Quelle: dpa-tmn

Wie das Magazin "Stern" berichtet, bezuschusst das Bundesverkehrsministerium einen Fahrdienst, bei dem Hotelgäste von Luxushäusern künftig Porsches Panamera-Limousinen in der Version als Plug-in-Hybrid nutzen können. Die Subvention fließt im Rahmen der Förderung der Elektromobilität.

Den Plänen zufolge soll Porsche ab Sommer dieses Jahres insgesamt zwölf dieser Fahrzeuge für einen Zeitraum von drei Jahren an ausgewählten Hotels in Sachsen und Baden-Württemberg zur Verfügung stellen. Insgesamt sollen rund 849.000 Euro in das Projekt fließen.

Die größten Steuerverschwendungen der Regierung
Deutschland ist Weltmeister im Hopfenexport. Da könnte man meinen, diese Sparte der Landwirtschaft kann auch ohne Subventionen auskommen. Das sieht die Bundesregierung anders: Rund 260.000 Euro zahlt das Landwirtschaftsministerium für die Entwicklung einer automatischen Hopfenernte. Damit kann die Branche in Zukunft ihr Margen erhöhen – zu Lasten der Saisonarbeiter und des Steuerzahlers. Quelle: dpa
Auch der Sportwagenhersteller Porsche springt auf den Trend E-Auto an und arbeitet an einer elektrischen Version des Panamera. Da freut die Bundesregierung sehr – und zahlt Porsche dafür rund 850.000 Euro. Bei einem Gewinn in 2012 von 1,8 Milliarden Euro wohl Peanuts für die Stuttgarter – und umso ärgerlicher für das Gemeinwesen. Und das ist erst der Anfang: Mehr als 22 Millionen Euro Steuergelder fließen in ein E-Auto-Gemeinschaftsprojekt von führenden Industrieunternehmen und Universitäten – auch das ist Porsche mittendrin. Quelle: dpa
Die Deutschen mögen ihren Wein – so sehr, dass sie auch den Winzern unter die Armen greifen. Da Weinberge an manchen Stellen schwer zugänglich sind, geben die Bürger 800.000 Euro für die Entwicklung Roboter-Hubschraubers aus, der eigenständig Pflanzenschutzmittel auf den Reben verteilen soll. Quelle: dpa
Die großen Energieriesen in Deutschland wollen grüner werden – und das nicht nur aus Imagegründen.. Schon allein aus finanziellen Gründen haben die Unternehmen ein Interesse daran, ihre Emissionen zu verringern. Da helfen groß angelegte Forschungsprojekte, etwa an CO2-Filteranlagen für Braunkohlekraftwerke. Ein Glück, das trotz der Milliardenumsätze der Konzerne auch die Bundesregierung ihren finanziellen Beitrag – oder besser, den der Bürger – dazu leisten will: bis 2013 noch gut 4,2 Millionen Euro aus der Staatskasse. Und das für eine etwas saubere Verbrennung eines fossilen Energieträgers. Quelle: dpa
Die Fußball-Fans freuen sich über die Erfolge der deutschen Teams in der Champions League. Gerade Bayern München und Borussia Dortmund begeistern – und das soll auch mit Hilfe von Steuergeldern in Zukunft so bleiben. Denn gerade der BVB ist für die Zukunft gut aufgestellt – mit dem automatisierten Hightech-Trainingsraum Footbonaut. Damit der bald noch besser funktioniert, gibt der Bund rund 572.000 Euro für die Weiterentwicklung des Trainingsroboters aus. Quelle: dpa
Auch der Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes für das Bauunternehmen Züblin liegt der Politik an Herzen. Da es als Demonstrationsobjekt für Niedrigstenergie-Gebäude dienen soll, gibt Vater Staat rund 560.000 Euro dazu. Und bevor sich das Säckel wieder schließt, hat sich Züblin – ein Konzern mit Milliardenumsatz – nach den Informationen des Steuerzahlerbundes weitere 600.000 Euro Forschungszuschüsse gesichert. Quelle: dpa
Firmen, die an Energiewende-Projekten arbeiten, profitieren momentan besonders von Subventionen. So gehen etwa 6,4 Millionen Euro an Bxi Innotech, die Brennstoffzellen für Eigenheime entwickelt – und das unternehmerische Risiko federt der Steuerzahler deutlich ab. Quelle: dpa

Wie der "Stern" weiter berichtet, übernimmt der Porsche-Vorstand die Auswahl der Luxushotels, damit sichergestellt sei, dass der Wagen "adäquaten Kunden" zur Verfügung stehe. Das Verkehrsministerium begründet die Subventionierung damit, dass die Akzeptanz von Elektro-Autos in dieser Fahrzeugklasse gesteigert werden solle.

Die Zuschüsse wurden außerdem damit gerechtfertigt, dass Porsche seine Panamera-Hybrid-Modelle eigens für das Projekt "manuell" umrüsten müsse. Diese Darstellung bestreitet Porsche dem Bericht nach aber. Es werde sich bei den Wagen um Serienmodelle handeln, heißt es. Die Staatsgelder würden genutzt, um die Fahrdaten, die in dem Hotelprojekt gewonnen würden, von einem wissenschaftlichen Institut auswerten zu lassen.

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