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Streit um Migrationsaussage Merkel widerspricht Innenminister Seehofer

Innenminister Seehofer hält die Migrationsfrage für die „Mutter aller politischen Probleme“. Doch Kanzlerin Merkel widerspricht. Droht ein neuer Streit?

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Die Bundeskanzlerin sagt, es gebe aber auch Erfolge bei der Migrationsfrage. Quelle: Reuters

Berlin Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer hat die Migrationsfrage als „Mutter aller politischen Probleme“ in Deutschland bezeichnet und dafür teils heftigen Widerspruch geerntet. „Ich sag' das anders“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag im RTL-Sommerinterview vor dem Hintergrund teils rassistischer und fremdenfeindlicher Demonstrationen in Chemnitz.

„Ich sage, die Migrationsfrage stellt uns vor Herausforderungen. Und dabei gibt es auch Probleme.“ Es gebe aber auch Erfolge.

Angesprochen auf die schlechten Umfragewerte der Union hatte der Innenminister der „Rheinischen Post“ gesagt: „Wir haben erstmals eine Partei rechts der Union, die sich mittelfristig etablieren könnte, ein gespaltenes Land und einen mangelnden Rückhalt der Volksparteien in der Gesellschaft.“ Dies habe zwar „nicht nur“ mit der Migrationspolitik zu tun. „Aber die Migrationsfrage ist die Mutter aller politischen Probleme in diesem Land. Das sage ich seit drei Jahren.“

Das bestätigten viele Umfragen, das erlebe er bei Veranstaltungen. Bei der Klausur der CSU-Landesgruppe im brandenburgischen Neuhardenberg hatte er zuvor gesagt, die zweistelligen Umfragewerte für die AfD in Bayern seien eine Neuerscheinung, „wo ja die Grundlage oder die Ursache dafür in der Migrationspolitik liegt“.

Vom Koalitionspartner SPD und aus der Opposition gab es viel Kritik an Seehofer. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil warf Seehofer auf Twitter „rechtspopulistisches Gequatsche“ vor. Nordrhein-Westfalens Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) schrieb auf Twitter: „Ohne Migration wären die meisten Menschen wohl noch in der ostafrikanischen Steppe zu Hause und Seehofer wäre heute Afrikaner.“

Die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelpke, erklärte: „Langsam bekomme ich den Eindruck, dass der Innenminister der Vater aller Rassismusprobleme ist.“ Die migrationspolitische Sprecherin der Grünen, Filiz Polat, sagte, Seehofer gefalle sich in der „Rolle des Problemministers, der große Reden schwingt und einen Konflikt nach dem nächsten provoziert“ anstatt die Chancen der Einwanderungsgesellschaft zu nutzen.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt stellte sich dagegen an Seehofers Seite. „Ich glaube es ist offensichtlich, dass die Migrationsthematik die politische Landschaft und die politische Situation nachhaltig verändert hat. Und das leider zum Negativen. Das will doch niemand bestreiten“, sagte er in Neuhardenberg.

Auch die AfD pflichtete Seehofer bei. Deren Vorsitzender Alexander Gauland sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag): „Seehofer hat in der Analyse vollkommen recht.“ Allerdings werde ihm das nicht viel helfen, weil Merkel ihm „ununterbrochen Steine in den Weg“ lege. „Die Auswirkungen der Asylkrise, die immer noch offenen Grenzen und die Einwanderung von kriminellen Asylbewerbern haben unser Land nachhaltig zum Schlechteren gewandelt.“

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