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Streit um Pacht Abwicklung des Nürburgrings stockt

Exklusiv
Seite 3/3

Noch viele Fragen stehen offen

Die derzeitigen Betreiber Lindner und Richter haben ihre letzte Runde auf dem Nürburgring noch nicht gedreht. Quelle: dapd

Ein weiterer wesentlicher Knackpunkt ist dem Vernehmen nach das bargeldlose Bezahlsystem am Nürburgring, die Cash Settlement & Ticketing GmbH (CST). Sie ist ebenfalls an die NAG verpachtet, gehört aber – anders als die sonstigen Immobilien – nicht alleine der öffentlichen Hand. Bei der CST sitzt Kai Richter als Pächter wie auch als Verpächter am Verhandlungstisch. Denn die CST ist ein Joint-Venture, an dem Nürburgring GmbH 50 Prozent hält, die anderen 50 Prozent gehören einer Firma im Besitz von Kai Richter und zwei Geschäftspartnern von ihm.

Für die Insolvenzverwalter ist klar, dass sie die CST kontrollieren müssen, schließlich laufen alle Bezahlvorgänge am Ring über das bargeldlose System. Jeder Besucher muss eine so genannte ring°card kaufen und aufladen, die dann als Eintrittskarte für Tribünen oder Motorsportmuseum genutzt wird, als Zufahrtskarte für die legendäre Nordschleife, aber auch in den Restaurants. Wer die CST hat, hat den vollen Überblick über Geld- und Besucherströme. "Wir wollen das Sagen bei der CST haben", sagt lassen die Insolvenzverwalter denn auch ausrichten, "das bedeutet, dass wir alle Gesellschaftsanteile übernehmen wollen, und darüber wird verhandelt."

Die CST ist schon länger ein Streitfall am Nürburgring. Eigentlich, so war es vereinbart, sollten die Nürburgring GmbH sowie die Firma von Richter und seinen Mitgesellschaftern jeweils die Hälfte der Kosten für die Installation des Systems übernehmen. Doch am Ende, so monierte der Landesrechnungshof, zahlte die staatliche Nürburgring GmbH fast alles alleine, rund 10 Millionen Euro. Auch die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt zu Vorfällen bei der CST.

Es bleibt bei Vorbereitungen - für eine Rückgabe

Ihren 50-prozentigen Anteil wollen sich Richter & Co. jetzt offenbar versilbern lassen – die Insolvenzverwalter scheinen aber noch andere Vorstellungen zu haben. "Eine Einigung in Sachen CST ist ein wesentlicher Bestandteil für eine Gesamtvereinbarung mit der NAG", sagt ihr Sprecher. Der NAG-Sprecher will sich nicht zur CST  äußern.

Deutschland



Bis alle offenen Fragen geklärt sind, haben die derzeitigen Betreiber Lindner und Richter ihre letzte Runde noch nicht gedreht. Vorerst bleibt es bei Vorbereitungen für eine Rückgabe.

Die Nürburgring GmbH hat eine neue, eigene Betriebsgesellschaft gegründet, auf die das operative Geschäft im Fall einer Einigung übertragen werden könnte. Die NAG verlegte ihren Geschäftssitz vom Nürburgring in die Lindner-Zentrale nach Düsseldorf. Doch selbst wenn sich Lieser und Schmidt mit Lindner und Richter einig sind: Dann muss auch noch der vorläufige Gläubigerausschuss der insolventen Nürburgring GmbH zustimmen, bevor die Einigung in Kraft treten kann.  Wie lange das Procedere dauert, ist derzeit schwer abzuschätzen. Bei Facebook jedenfalls werden die Nutzer noch das ein oder andere Liedchen auf der Nürburgring-Seite verlinken können.

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